Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ostvorpommern „Wir sind die Mutti für alles“
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern „Wir sind die Mutti für alles“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 03.01.2018
Sachgebietsleiter Heiko Burgas sortiert Akten in seinem Büro im Gebäude des Amtes Landhagen in Neuenkirchen. Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Neuenkirchen

Die Wildschweine sind auch im Amt Landhagen aktiv. „Sie haben schon zwei Mal den Fußballplatz in Weitenhagen umgegraben“, erzählt Heiko Burgas, Leiter des Sachgebiets Ordnung und Sicherheit im Amt Landhagen. Darum wurde ein Zaun gezogen. Vier bis sechs Wildschäden gebe es pro Jahr. Greifswalder Verhältnisse – zum Beispiel in Ladebow drangen die Schwarzkittel bis in die Gärten vor – gibt es in den Umlandgemeinden jedoch nicht.

Auch die Knöllchenvergabe zeigt, anders als im Greifswalder Zentrum, noch abschreckende Wirkung. „Wenn wir einmal jemanden bestrafen, spricht sich das rum“, sagt Burgas. „Wir haben dann Wochen, ja Monate Ruhe.“ Und Parkuhren gibt es nicht.

Über Mangel an Arbeit können Burgas und Kollegen trotzdem nicht klagen. „Das Ordnungsamt ist der erste Ansprechpartner, wenn bei einem Hydranten der Deckel fehlt oder ein totes Tier am Straßenrand liegt“, sagt Burgas. „Wir sind eigentlich die Mutti für alles.“ In vielen Fällen, so in den beiden genannten, sei das Amt nicht zuständig. Das Problem wird dann den Zuständigen übergeben. Viele Delikte tauchen mit großer Regelmäßigkeit auf. Durchschnittlich fünf Mal im Jahr werden die Ordnungshüter wegen Hundebissen gerufen und einmal im Jahr zeltet jemand im Amtsbereich. Einmal im Monat geht es in der Regel um Ruhestörung durch Lärm.

„Fundtiere sind ein großes Thema“, sagt Burgas. 2016 waren es 19 Katzen und zehn Hunde, denen geholfen wurde. Zum Glück klappe die Zusammenarbeit mit Greifswald, mit dem Tierheim bei Diedrichshagen, sehr gut. Die Kreisstadt ist auch der Partner, wenn Menschen obdachlos werden. In der Greifswalder Unterkunft wird ein Platz für das Amt Landhagen vorgehalten.

Die Nachbarn reden weniger miteinander

Ein wichtiges Thema sind Streitigkeiten zwischen Nachbarn. „Es gibt in MV im Gegensatz zu anderen Bundesländern kein Nachbarschaftsgesetz“, erläutert Burgas. „Wir sind darum meist nur beratend tätig.“ Gestritten wurde beispielsweise um Komposthaufen oder den Schattenwurf großer Bäume, meistens im Grenzbereich. „Leider reden die Leute weniger miteinander als früher“, bedauert Burgas. Im Amtsbereich gibt es zwei Schiedsstellen. Es sei eine gute Sache, wenn sich Unbeteiligte mit dem Streit befassen.

„Wir kontrollieren auch alle zwei Jahre, ob die Kleingärten den gesetzlichen Anforderungen für die Gemeinnützigkeit genügen“, so Burgas weiter. Dazu gehört beispielsweise die Forderung, dass jeweils ein Drittel der Grundfläche für Bebauung, Gemüseanbau beziehungsweise Erholung vorgesehen ist. Wenn das nicht der Fall sei, hätten Betroffene ein Jahr Zeit, das zu korrigieren.

Nicht überall steht genug Löschwasser zur Verfügung

Im Brandschutz ist das schwieriger. Aus Gründen des Naturschutzes könnten vorhandene und verschlammte Löschteiche oft nicht ausgebaggert werden. Nur zwei Monate im Jahr sei das möglich, umfangreiche Untersuchungen und Genehmigungen seien erforderlich. Wie in Greifswald Hydranten zu nutzen, sei wegen zu geringen Wasserdrucks nicht möglich, so Burgas. Die Gemeinden hätten das Problem erkannt. „Behrenhoff hat den ersten Löschwasserbrunnen im Amt“, nennt Burgas eine Lösungsmöglichkeit. Mesekenhagen sei Vorreiter beim Bau unterirdischer Wasserbehälter. Optimal habe die Gemeinde Wackerow mit dem großen Löschwasserteich bei Steffenshagen ein Problem gelöst. „Für Marktkauf würden wir im Ernstfall zwei Klärbecken nutzen“, so der Sachgebietsleiter. Das rieche zwar nicht gut, sei aber im Moment nicht zu ändern.

Eckhard Oberdörfer

Mehr zum Thema

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging in Alt Ungnade eine Scheune eines alternativen Wohnprojektes in Flammen auf. Nach den Erkenntnissen des Brandursachenermittlers geht die Polizei davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde.

29.12.2017

Die weiteren Themen: Mehr Mädchen-Power bei den Jugendwehren | Zehn Obdachlose bewohnen künftig Stadtvilla | Neuer Eigentümer saniert Schloss auf eigene Kosten

29.12.2017

Es bestand keine Gefahr für die Menschen im Ort. Versorger geht von schneller Reparatur der defekten Leitung aus.

01.01.2018

Kassen übernehmen Kosten anteilig / Hohe Erfolgsquote

03.01.2018

Neubrandenburger Eigentümer hat Dach, Fenster und Fassade instandgesetzt

30.12.2017

Uwe Durak war 1973 beim „Woodstock des Ostens“ in Berlin dabei / Jetzt nahm er als Silber-Volunteer in Sotschi teil

30.12.2017