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Greifswald Pegel: Atommüll darf nicht ewig in Lubmin lagern
Vorpommern Greifswald Pegel: Atommüll darf nicht ewig in Lubmin lagern
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00:00 14.09.2015
Michael Sailer.
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Greifswald

Zum Atomendlager werde Lubmin mit Sicherheit nicht. Eine solche Angst sei unbegründet, schätzte Christian Pegel (SPD) am Freitagabend in Greifswald ein. Wohl aber müsse man aufpassen, dass der Standort der Energiewerke Nord in der Lubminer Heide nicht über Jahrzehnte hinaus hochradioaktive Brennstäbe als Zwischenlager aufbewahren müsse, sagte der Energieminister vor etwa 50 Zuhörern im Krupp-Kolleg.

Die Gäste waren gekommen, um Pegel beim Diskussionsabend „Wohin mit dem Müll — Das Problem der Endlagersuche“ zu erleben. Der Minister tauschte dort seine Ansichten mit dem Umweltexperten Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Ökoinstituts, aus. Nach Pegels Ansicht ist es wichtig, bei der Endlagersuche schnell zum Erfolg zu kommen — eben damit Zwischenlager wie Lubmin nicht zu verkappten Endlagern würden und den Atommüll auf Jahrzehnte oberirdisch zwischenlagern müssten. „Erstmal haben wir eine weiße Landkarte, wenn es um die Endlagersuche geht. Keines der 16 Zwischenlager ist als Standort in einer engeren Auswahl. Die wahre Gefahr liegt nicht in der Endlagerung, sondern dem Aufschieben einer Lösung.“

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Michael Sailer vertrat die Ansicht, man müsse zwangsläufig unterirdisch lagern. Alternativen unterlägen unwägbaren Einflüssen. So sei für die oberirdische Lagerung soziale Stabilität entscheidend.

Bei einem Zeitraum von einer Million Jahren illusorisch. „Geologisch können wir immerhin realistisch prognostizieren. Die erforderliche Zeitspanne und die Beschaffenheit unseres Landes machten das nicht einfach. Aber es ist deutlich leichter als zu sagen, wer in einer Million Jahren die Kontrolle über mögliche oberirdische Lagerplätze haben wird“, begründete der Experte.

MV als genereller Standort sei gut geeignet. Damit stünde es im deutschen Vergleich nicht allein. „Betrachten wir das Problem aus europäischer Sicht, können wir uns glücklich schätzen, nur unseren Müll lagern zu müssen.“ Deutschlands geologische Struktur würde es als Standort für mindestens eines, wenn nicht zwei von vier nötigen Endlagern in Europa qualifizieren.

Umweltaktivist Salome Krug findet diese Aussichten nicht besonders vielversprechend. „Selbst die besten Lösungen sind Provisorien. Nach dem jetzigen Stand erscheint mir das Problem unlösbar. Kommende Generationen werden weiterhin nach Antworten suchen müssen, unabhängig von aktuellen Entscheidungen.“

Erst mal haben wir eine weiße Landkarte bei der Endlagersuche.“Christian Pegel, Energieminister (SPD)



Frank Moritz

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