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Greifswald „Personelles Desaster“ im Landesarchiv Greifswald
Vorpommern Greifswald „Personelles Desaster“ im Landesarchiv Greifswald
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11:11 07.07.2019
Das Landesarchiv in der früheren Kaserne am Nexöplatz Quelle: Peter Binder
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Demmin

Das Landesarchiv Greifswald „versucht, mit drei Archivaren nicht unterzugehen“, schätzt Irmfried Garbe die Situation in der früheren Kaserne am Nexöplatz ein. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte sprach zur Eröffnung des ersten Tags der pommerschen Landesgeschichte, dem Nachfolger der traditionsreichen Demminer Kolloquien.

Garbe kennzeichnete die Situation des „pommerschen Gedächtnisses“ als personelles Desaster, denn es habe weniger Mitarbeiter als ein normales Kreisarchiv. „Das Landesarchiv kann seine Aufgaben seit Jahren nicht mehr wahrnehmen.“ Derzeit arbeite in Greifswald kein einziger wissenschaftlicher Archivar. Solche Fachkräfte seien aber nötig, um die Bestände zu erschließen und reale Zahlen zu Schäden zu bekommen. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden die Akten unter dafür nicht geeigneten Bedingungen verwahrt. Das ist heute Konsens und wird auch vom Bildungsministerium anerkannt. Darum soll neben dem im Bau befindlichen neuen Greifswalder Stadtarchiv ein neues Haus für das Landesarchiv gebaut werden. Mehr Personal bedeutet das nicht zwangsläufig. Aber ohne die Erschließung der Bestände kann es auch die immer wieder als Allheilmittel gepriesene Digitalisierung des Schriftgutes nicht geben.

Laut Garbe müsste es in Greifswald mindestens zwei wissenschaftliche Archivare, vier Mitarbeiter im gehobenem Dienst und zwei weitere Archivmitarbeiter geben. „Eine unabhängige Untersuchung würde das mit Sicherheit bestätigen“, so der Kirchenhistoriker. Garbe erinnerte daran, dass die meisten vorpommerschen Stadtarchive wie Demmin, Wolgast oder Jarmen als Deposita in Greifswald verwahrt werden. Die Überlieferung sei damit anders als in Mecklenburg auf das Landesarchiv geradezu fokussiert. Die Einrichtung benötige auch Personal, um die Erinnerungskultur zu pflegen, für Öffentlichkeitsarbeit und die Arbeit mit Schulen, so Garbe.

Eckhard Oberdörfer

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