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Greifswald Petruswerk wieder in Greifswald aktiv
Vorpommern Greifswald Petruswerk wieder in Greifswald aktiv
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00:00 15.07.2015
Mit dem Erwerb des Gesellschaftshauses in der Stralsunder Straße begann das viel diskutierte Engagement des Petruswerks.
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Greifswald

Das Petruswerk (Avila AG) baut wieder in Vorpommern. Gegenwärtig werden die Außenanlagen des Studentenwohnheimes in der Stellingstraße hergerichtet. Zum Wintersemester können Interessenten in die 54 Wohnungen einziehen, kündigt Geschäftsführer Douglas Fernando an. Im September sollen auch die Wohnungen am Stralsunder Kütertor fertig sein.

Fernando meldete sich nach dem OZ-Bericht über das Interesse einer Suhler Investorengemeinschaft an dem großen Speicher an der Marienstraße, der Avila gehörte. „Ich war in Asien unterwegs“, begründet er seine Nicht-Erreichbarkeit.

„In der Stellingstraße geht es nur noch um Kleinigkeiten und die Beseitigung von Mängeln“, sagt Fernando. „Das Haus ist innen sehr schön geworden. Das Gebäude wurde als Finanzamt gebaut und war zu DDR-Zeiten Teil der Reichsbahndirektion. Das Petruswerk betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft bereits Studentenwohnheime.

„Es gab Probleme mit der Finanzierung durch Banken“, sagt der Geschäftsführer. „Wir mussten diese selbst übernehmen.“ Kütertor und Stellingstraße seien für Avila Zuschussgeschäfte. In Stralsund gehe es um eine hohe Subvention. „Aber es ist ein tolles Objekt“, sagt Fernando. Er verweist auf sein drittes Engagement in MV, in Klink. Avila gehört die Müritzklinik. Laut Fernando sei der Bebauungsplan für ein neues Hotel an der Müritz fertig. Schwerpunktmäßig baue das Unternehmen derzeit in Berlin Wohnungen und investiere über 300 Millionen Euro.

„Unser Plan ist, 2016 mit dem Bau eines Hotels an der Marienstraße zu beginnen“, so Fernando. Darum wurde die Verlängerung der seit 2012 geltenden Abrissgenehmigung beantragt (die OZ berichtete).

„Wir planen um“, informiert Fernando. Das Problem: Das benachbarte Grundstück gehöre einem Kölner, der mehr als den Verkehrswert dafür haben wolle. Da ein Eigentumsübergang in einem Sanierungsgebiet aber nur zum Verkehrswert erfolgen könne, habe die Stadt ihre Zustimmung verweigert. Er hoffe noch auf Unterstützung, da sonst Flächen für Parkplätze fehlten. Berliner Architekten würden aber schon eine neue Variante erarbeiten, die ohne dieses Grundstück auskommt.

Dem Petruswerk gehören im Bereich Marienstraße/Hafenstraße drei Hektar. Gerade um den Speicher herum sind die Vermögensverhältnisse der Grundstücke kompliziert. Avila sei nach wie vor interessiert, an der Hafenstraße zwischen Marienstraße und An den Wurthen Wohnungen zu errichten. „Wir könnten eine schöne Riegelbebauung hinbekommen“, sagt er. Denn es gebe gute Gespräche mit dem Schwedenkontor, das in diesem Bereich über ein lukratives Grundstück am Ryck verfügt.

Dessen Geschäftsführer Rainer Schwenke war 2014 wegen der Hotelpläne skeptisch (die OZ berichtete). Zwischen September und April kämen zu wenig Gäste, sagte er. Schwenke hatte vergeblich versucht, Scandic-Hotels für Greifswald zu interessieren. Aktuell unterstützt er in einem Leserbrief die Planungen für den Hotelbau am Ryck. Zwar habe das Petruswerk in den letzten Jahren ein Stück Vertrauen verspielt (siehe Kasten), aber die Firma sei wie andere Investoren in der Finanzkrise gestrauchelt, meint Schwenke. Der Greifswalder Tourismus benötige „nichts dringender als ein Hotel mit mindestens 80 Betten in Innenstadtnähe“. Das ReisebüroSkandinavien direkt“ bringe inzwischen notgedrungen die Hälfte der skandinavischen Reisegruppen außerhalb Greifswalds unter. Einige Reisebüros machten zur Bedingung, dass die Gäste abends in die historische Innenstadt spazieren können.

Baugeschichten
2008 kaufte das Petruswerk die Stralsunder Straße 10 von der Uni (heute nach Streit um den geplanten Abriss Vereinsbesitz). Zwei Jahre später beschloss die Bürgerschaft den Verkauf von sechs Hektar Land an der Hafenstraße an das Petruswerk für 1,5 Millionen Euro, um über das Unternehmen ein 13 Hektar großes Wohngebiet zu entwickeln. Das Unternehmen hat nicht gezahlt. Die Stadt will nun ihr Land in eigener Regie zum Wohngebiet entwickeln.
Tatsächlich gebaut hat das Petruswerk bisher den Studentenwohnpark Edith Stein“ mit 250 Wohnungen.



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