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Greifswald Doch kein Engpass? Greifswald bei Eigenheimbau im Plan
Vorpommern Greifswald Doch kein Engpass? Greifswald bei Eigenheimbau im Plan
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10:20 06.12.2019
Die Greifswalder Altstadt, noch ohne Hansehof Quelle: eob
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Greifswald

Mit einer überraschenden Nachricht kam Stadtplaner Erik Wilde in den Bauausschuss: In den letzten beiden Jahren wurden zumeist mehr Eigenheime fertig gestellt als geplant. 65 Ein- und Zweifamilienhäuser sollen es laut dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030+ sein. 2018 waren es 76 und ein Jahr zuvor 72. Auch im ersten Quartal dieses Jahres, weiter reicht die Statistik nicht zurück, wurden so viele Baugenehmigungen erteilt wie in den ersten drei Monaten des Jahres 2018.

„Bislang liegen wir im Zielkorridor“

Die Zahlen überraschen, weil in den letzten Monaten von einem regelrechter Notstand bei Eigenheimgrundstücken die Rede war. Wie Winfried Kremer, der Chef des Immobilienverwaltungsamtes, informierte, stehen etwa 200 Bewerber auf einer Wunschliste für Grundstücke der Stadt, aber es gibt keines. Laut Kati Ambrosat, Sprecherin der Sparkasse Vorpommern, ist die Nachfrage in Greifswald im Immobilienbereich höher als das Angebot. Auch im stadtnahen Umland ist so gut wie nichts mehr für Häuslebauer zu holen. Die CDU veranlassten die Hiobsbotschaften zu einer kleinen Anfrage an den OB, die Antwort ist Grundlage des Vortrages von Erik Wilde. „Bislang liegen wir im Zielkorrididor“, fasste der Verwaltungsmann zusammen. Das große Ziel: „Das Wohnen zeitgemäß und sozial gemischt weiterentwickeln.“

Vor zehn Jahren wurden mehr Eigenheime errichtet

Die eingangs erwähnte „Planerfüllung“ ist nur eine Teilwahrheit, abgesehen davon, dass der Bedarf offenbar höher als der Plan ist. 2001 bis 2006, also vor dem Beschluss des derzeit gültigen ISEK 2017, wurden in der Regel mindestens 100 Eigenheime im Jahr fertig gestellt. Das war bekanntlich in einer Zeit, als Kredite noch erheblich teurer als heute waren.

Auch Erik Wilde konstatierte, dass es einen verstärkten Bedarf für Ein- und Zwei-Familien-Häuser sowie für Reihenhäuser gibt. Dem müsse im ISEK mit veränderten Zielgrößen für Grundstücke Rechnung getragen werden.

Im nächsten Jahr sieht es düster aus

In nächsten Jahr sieht es für Häuslebauer in Greifswald extrem traurig aus. 2020 werden keine städtischen Eigenheimgrundstücke zur Verfügung stehen. Erst 2021 kann sich das zunächst in Schönwalde II am Elisenpark mit dem Bebaungsplan 13 ändern. Dort wird mit 60 bis 92 neuen Eigenheimgrundstücken geplant. Aber das reicht bei weitem nicht, um den schon bekannten Bedarf zu decken. Das angrenzende Wohngebiet „Koitenhagen Süd“ (B-Plan 119, cirka 150 Wohneinheiten) soll möglichst schnell folgen. Die Planung und Erschließung der Flächen hat für das Bauamt inzwischen eine höhere Priorität als beim ISEK-Beschluss 2017. Zu den Flächen mit der höchsten Wichtigkeit gehört auch der Bebauungsplan 7 in Wieck vor dem Deich für exklusive Eigenheime. Bisher fehlt ein Investor.

Neue Eigenheime

In der Statistikwerden hier Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Zweifamilienhäuser aufgeführt. In der großen Mehrheit gibt es in den Neubauten nur eine Wohnung.

In diesem Jahrtausend wurde fast 160 fertiggestellten Neubauten 2002 der Rekord erreicht. 2004 waren es knapp 140.

Im Jahre 2017wurde im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030+ die Fertigstellung von 65 Häusern festgelegt. Das entspricht dem Durchschnitt der Jahre ab 2008.

Die niedrigsten Werte wurden 2008 mit knapp 60 und 2016 mit weniger als 50 erreicht.

Erweiterung der Stadtrandsiedlung

Wilde nannte ferner eine Erweiterung der Stadtrandsiedlung (der Entwurf des zugehörigen B-Plans 118 für 30 bis 40 Wohneinheiten soll bald ausgelegt werden). Allerdings fehlen auf dem Stadtgebiet Flächen, deren Erschließung nicht wegen schlechten Baugrunds sehr aufwendig und damit sehr teuer ist. Solche Areale sind beispielsweise Flächen am Stadtausgang Richtung Grimmen und die große Wiese an der Verlängerten Scharnhorststraße.

Die Hoffnung auf die Generation der Erben

Wilde sieht indes keineswegs schwarz für die Zukunft. Die Stadt sieht gute Chancen für mehr Eigenheime durch Verdichtung im Innenbereich, besonders in der Obstbausiedlung und der Stadtrandsiedlung. Dort leben viele Menschen im höheren Lebensalter. Wenn vererbt bzw. von den Erben verkauft wird, sind Grundstücksteilungen wahrscheinlich, so die Erwartung.

300 Bauplätze in den Nachbargemeinden?

Ferner setzt die Stadt aufs Umland, das heißt die unmittelbar angrenzenden Gemeinden wie Wackerow, Neuenkirchen, Hinrichshagen und Weitenhagen. Greifswald als Oberzentrum hat bei Planungen für neue Eigenheimgebiete eine Art Vetorecht, damit nicht noch mehr Gutverdienende, also gute Steuerzahler, aus der Stadt wegziehen. Das Amt für Raumordnung und Landesplanung, die Gemeinden und Greifswald verhandeln derzeit die Einzelheiten. Dabei geht es um etwa 300 Wohnungen in Ein- und Zwei-Familien-Häusern.

Nicht alles, was zu ISEK-Beschluss-Zeiten auf dem Papier gut aussah, ist noch aktuell. Die Idee, weitere Eigenheime in Friedrichshagen bauen zu lassen, lehnt der zuständige Ortsrat ab. Und im verkleinerten Bebauungsplan 114 Ecke Verlängerte Scharnhorststraße/Osnabrücker Straße soll nun ausschließlich ein neues Schulzentrum entstehen.

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