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Greifswald OB-Wahl: Stefan Fassbinder will gegen Jörg Hochheim antreten
Vorpommern Greifswald OB-Wahl: Stefan Fassbinder will gegen Jörg Hochheim antreten
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00:00 18.10.2014
Oberbürgermeister-Kandidat Jörg Hochheim (CDU). Quelle: CDU
Greifswald

Bewegung an der Kandidatenfront zur Oberbürgermeisterwahl im April 2015: Der Historiker Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen) könnte der gemeinsame Kandidat für Grüne, SPD und Linke werden. „Wir arbeiten seit langem erfolgreich und vertrauensvoll zusammen. Da ist es naheliegend, dass wir auch einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen“, sagt Andreas Kerath, der die SPD-Fraktion in der Bürgerschaft führt.

Seit Wochen treffen sich die Spitzen der drei Parteien hinter verschlossenen Türen zu Gesprächen. Eine offizielle Einigung gibt es noch nicht. Zunächst muss Stefan Fassbinder am 29. Oktober von den Grünen als OB-Kandidat ernannt werden. Einen knappen Monat später wird der SPD-Ortsverein über die Kandidatenfrage abstimmen. Ein weiterer Interessent ist aber laut Kerath nicht in Sicht. Er selbst werde sich auf keinen Fall zur Wahl stellen. Deshalb wird es vermutlich auf ein Ja-/Nein-Votum zu Fassbinder hinauslaufen.

Noch bedeckt gibt man sich bei den Linken. „Unsere Chancen sind größer, wenn wir einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen“, sagt deren Fraktionsvorsitzender Jörn Kasbohm. In den zurückliegenden Gesprächen habe man Vertrauen aufgebaut und über Inhalte gesprochen, die den einzelnen Parteien wichtig seien. Auf einen Namen will er sich noch nicht festlegen.

Stefan Fassbinder ist „ganz optimistisch“, dass es mit der gemeinsamen Kandidatur klappt. „Ich bin eine Alternative zu Jörg Hochheim. Man kann mehr erreichen, als eine Stadt gut zu verwalten“, sagt Fassbinder. Er gibt sich kämpferisch: „Ich setze auf Sieg.“ 2011 trat der Historiker im Pommerschen Landesmuseum, der auch Chef der Grünen-Bürgerschaftsfraktion und Vorstandsmitglied des Kreisverbandes ist, bereits als Landratskandidat für Vorpommern-Greifswald an und holte damals knapp zehn Prozent.

Gegen Hochheim geht Fassbinder jedoch als David gegen Goliath ins Rennen. Der Greifswalder Vize-OB und Bausenator hatte seine Ambitionen bereits im vorigen Jahr bekannt gegeben, wurde vor einem Monat von den Christdemokraten zum Kandidaten gewählt. Er genießt fraktionsübergreifend Respekt. Die Zufriedenheit mit seiner Arbeit ist groß. Auf dem Greifswalder OB-Stuhl sitzen seit 1990 CDU-Männer. Die Chancen für Fassbinder steigen, je breiter das Bündnis ist, das ihn unterstützt. Die Bereitschaft dazu signalisieren auch die Liberalen. „Fassbinder ist ein guter Kandidat. Er hat viel Erfahrung“, sagt David Wulff, Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes. Wulff hatte in Erwägung gezogen, auch selbst zu kandidieren. Das komme für ihn jedoch nur noch in Frage, wenn sich das Dreier-Bündnis auf einen anderen Kandidaten als Fassbinder einigen würde. Im Gespräch war beispielsweise Jörn Kasbohm. Hochheim wollen die Liberalen auf keinen Fall unterstützen. „Ich schätze Hochheim sehr“, sagt Wulff.

Trotzdem sieht er diesen als „zu bürokratisch“ an. „Mit den Greifswalder Grünen haben wir in den vergangenen Jahren sehr gut zusammengearbeitet. In Fassbinder sehen wir jemanden, der unsere Interessen und Ideen vertritt“, ergänzt Wulff.

Zum sogenannten Kita-Bündnis, das in der Vergangenheit gerne gemeinsam gegen die CDU votierte, gehört auch die Kompetenz für Vorpommern (KfV). In Sachen OB-Kandidat steht die Wählergemeinschaft jedoch hinter Jörg Hochheim. Laut Frank Hardtke, Chef der KfV-Bürgerschaftsfraktion, werde die Wählergemeinschaft zumindest keinen eigenen Kandidaten aufstellen und sieht auch in Stefan Fassbinder keine Alternative. „Er hat keine Verwaltungs- und Führungserfahrung“, sagt Hardtke. Beides seien Kompetenzen, die er für den OB-Posten als extrem wichtig ansieht.

Die Einwohner wählen den Oberbürgermeister direkt
Wer Oberbürgermeister in Greifswald wird, entscheiden die Einwohner der Universitäts- und Hansestadt.

Gewählt wird am 26. April 2015.



Arthur König (CDU) ist seit 2001 OB. Er wurde 2008 wiedergewählt (60 Prozent der Stimmen). Der 63-Jährige kann diesmal nicht mehr antreten. Das Höchstalter fürs Amtsinhaber am Wahltag liegt bei 63. König wird bereits im Dezember diesen Jahres 64. Vor einiger Zeit hatten wir in einem OZ-Artikel geschrieben, dass der OB das zugelassene Alter noch nicht überschritten hat. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen.
DREI FRAGEN AN . . .

1Warum wollen Sie OB werden? Weil ich die Aufgabe unheimlich spannend finde und viele Ideen habe, die ich für die Stadt umsetzen möchte.

2Welche Themen werden Ihrer Meinung nach den Wahlkampf bestimmen?
Da ich meine Mitbewerber noch nicht kenne, lässt sich das nur schwer vermuten. Als OB hat man zwei Aufgaben, man muss die Verwaltung führen und Ideen zur Gestaltung haben. Mir sind eine bürgerfreundliche Verwaltung und eine konstruktive Zusammenarbeit von Verwaltung und Bürgerschaft wichtig. Man kann grundsätzlich mehr erreichen, wenn man miteinander statt übereinander spricht. Das zeigt auch das aktuelle Beispiel KAW-Hallen. Mittlerweile ist ein Prozess angelaufen, der erfolgversprechend ist. Wir müssen die Wirtschaftspolitik weiter so gut aufstellen, damit die Stadt attraktiv bleibt. Bildung ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Lebensweg. Das müssen wir durch notwendige Investitionen unterstützen. Ein Schritt ist der derzeitige Neubau der Kollwitzschule.
Weitere folgen, so wie die Fischerschule.

3Warum tun sich andere Parteien so schwer, einen Gegenkandidaten aufzustellen?
Das müssen sie die anderen Parteien fragen.

Interview: Katharina Degrassi



Katharina Degrassi

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