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Greifswald Rindergulasch und Reis satt
Vorpommern Greifswald Rindergulasch und Reis satt
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00:00 04.11.2015
Mannad Ikasm ließ sich gestern den Rindergulasch mit Reis schmecken. Er lobte die Qualität des Essens. Fotos (2): Peter Binder
Greifswald

In der provisorischen Flüchtlingsunterkunft in der Feldstraße ist nach den Protesten wieder Ruhe eingekehrt. Die Syrer hatten am Montagabend gegen 21 Uhr ihre ins Freie getragenen Betten wieder in die Turnhalle gebracht (die OZ berichtete).

Gestern Mittag saßen die 44 Männer im Vorraum der Turnhalle, um ihr Mittagessen einzunehmen. Es gab Reis mit Rindergulasch, gekocht in der Küche der Volkssolidarität. Nachdem sich die Flüchtlinge tags zuvor massiv darüber beschwert hatten, dass die Menge des Essens nicht für alle reiche, wurde gestern erheblich mehr geliefert: Zwei große Behälter voller Reis und ein randvoll mit Gulasch gefüllter Behälter. Jeder der Männer bekam einen Teller Reis sowie einen tiefen Teller mit zwei Kellen voll Gulasch. „Es schmeckt sehr gut und ist auch genügend. Wir werden alle satt“, lobte der Sprecher der Flüchtlinge, Amjad Assaf. Als er seine englischen Worte ins Arabische übersetzt, nicken die Männer in seinem Umkreis übereinstimmend.

Die Volkssolidarität als Betreiber der Flüchtlingsunterkunft in der Feldstraße hat sich die Kritik der Asylbewerber zu Herzen genommen: Geschäftsführerin Kerstin Winter hatte den Männern am Montagabend versichert, dass Pannen beim Essen künftig vermieden werden sollen. Rafael Miklas, der die Unterkunft leitet, bestätigt, dass es gestern keine Schwierigkeiten gab. „Ich habe Amjad und noch einen Flüchtlingsvertreter gebeten, die Essenausgabe zu organisieren, damit jeder eine gleichgroße Portion erhält“, erläutert er. Das habe gut geklappt. Miklas drängt darauf, dass dies jetzt immer so läuft.

Axel Hochschild, Fraktionschef der Christdemokraten in der Greifswalder Bürgerschaft, äußerte unterdessen Unverständnis für die Forderungen der Flüchtlinge. „Jungen Männern, die vor Krieg, Tod und Gewalt fliehen, ist es doch wohl zuzumuten, einige Wochen in einer beheizten Turnhalle mit täglich drei Mahlzeiten zu leben“, schreibt er. Auch die Forderung der Flüchtlinge nach zwei warmen Mahlzeiten täglich gehe an der Realität vorbei. Die Volkssolidarität habe vorige Woche extra Couscous gekocht, um den Flüchtlingen eine Freude zu bereiten. Dieses Essen wurde mit der Begründung, es sei marokkanisch, abgelehnt und stattdessen von ihnen Pommes Frites gefordert. „Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung bemühen sich wirklich sehr. Aber mit überzogenen Ansprüchen kann man letztlich die Hilfeleistenden überfordern. Aus einer Willkommenskultur wird dann eine Überforderungskultur“, meint Axel Hochschild.

Für die syrischen Flüchtlinge in der Feldstraße begann gestern unterdessen der erste Deutschkurs. Unterrichtet wird von der Agentur für Wirtschaft in zwei Gruppen im Hansehaus in der Beimlerstraße.

„Das ist sehr wichtig, dass die Männer nicht den ganzen Tag sich selbst überlassen sind, sondern gefordert werden“, sagt Rafael Miklas. Nach seinen Worten seien die Männer sehr interessiert daran, die deutsche Sprache zu erlernen. Er hofft deshalb genau wie seine Chefin Kerstin Winter darauf, dass neben Kleider- und Lebensmittelspenden auch Geld überwiesen wird, um damit weitere Übungsmaterialien und Bücher für die Flüchtlinge zu finanzieren.

Hilfe erwünscht
Die Volkssolidarität Greifswald-Ostvorpommern versorgt und betreut seit dem 26. November die Flüchtlingsunterkunft in der Feldstraße in Greifswald. Gebraucht werden Geldspenden für den Erwerb von Waschmarken, aber auch Kleiderspenden für Männer, insbesondere Winterschuhe und Winterkleidung, außerdem Unterwäsche und Socken.

Kontakt für Geld- und Sachspenden: ☎ 03834/8532280 Spendenkonto:

Flüchtlingshilfe Feldstraße
Sparkasse Vorpommern
IBAN DE 72150505000100123538



Cornelia Meerkatz

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