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Greifswald Pommersches Landesmuseum erhält 30 Feininger-Grafiken
Vorpommern Greifswald Pommersches Landesmuseum erhält 30 Feininger-Grafiken
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14:23 25.10.2019
24.10.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald: Birte Frenssen, Kunsthistorikerin des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald, hält im Kunstdepot des Museums eine Bleistiftzeichnung mit dem Titel «Rostocker Tor in Ribnitz» aus dem Jahr 1905 von Lyonel Feininger. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Greifswald

Der Lyonel-Feininger-Bestand im Pommerschen Landesmuseum hat sich auf einen Schlag nahezu verdoppelt. Aus einer Galerie in New York stammen 30 Grafiken, die Feininger in den Jahren 1905 bis 1913 schuf - jetzt kehrten sie in die Region ihrer Entstehung zurück. Dank der Dauerleihgabe beherbergt das Greifswalder Museum nun 62 Werke des deutsch-amerikanischen Künstlers. Zu sehen sein sollen sämtliche Arbeiten in einer Sonderausstellung im Frühjahr 2020, wie das Museum am Freitag mitteilte.

Feininger einer der ersten Bauhaus-Meister

„Liegt der Schwerpunkt der vorhandenen Blätter auf dem kleinen Badeort Deep im heutigen Polen, so rundet sich nun mit frühen Arbeiten aus Ribnitz sowie Benz und Heringsdorf auf der Insel Usedom, das Bild von Feiningers Aufenthalten in unserer Region“, erklärte Birte Frenssen, Kuratorin am Pommerschen Landesmuseum, in der Mitteilung. „Wir sind überglücklich über diesen Zuwachs im Bauhaus-Jahr 2019.“ Feininger war 1919 als einer der ersten Meister an das Bauhaus in Weimar berufen worden.

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„Märchenstadt“ Ribnitz

Vier Zeichnungen und eine Farblithografie mit Ribnitzer Motiven stammen den Angaben zufolge aus der ersten gemeinsamen Zeit Lyonel Feiningers (1871-1956) mit seiner späteren Frau Julia. „Beide kamen sich im Sommer 1905 in Graal und bei einer Zeichenexpedition in ihre „Märchenstadt“ Ribnitz näher“, hieß es. Bei den Aufenthalten auf Usedom ab 1908 habe er seine eigene Weise gefunden, sich der Natur zu nähern: „Auf einem Block zeichnete er schnelle "Notizen", die dann ab dem Herbst in Berlin in sehnsuchtsgeladene Bilder umgesetzt wurden.“

Dorfkirche in Benz als Lebensprojekt

Neunzehn Blätter des in New York geborenen und gestorbenen Künstlers, der zahlreiche Sommer an der Ostseeküste verbrachte, zeigen die Dorfkirche von Benz, wie das Museum weiter mitteilte - „ein Motiv, das Feininger bis an sein Lebensende beschäftigte“. Eine weitere Reihe mit sechs Notizen sei dem Thema der „Villa am Strande“ (Villa Oppenheim in Heringsdorf) gewidmet.

Achim Moeller, Gründer und Direktor von Moeller Fine Art und des Lyonel Feininger Project, berichtete von der großen Sehnsucht, die der 1937 in die USA emigrierte Künstler nach der Ostsee hatte - so groß, „dass er deren Sujets in mehr als 50 Gemälden und unzähligen Arbeiten auf Papier verewigte“. Von seiner Galerie hatten die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft die Grafiken erworben.

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Von RND/dpa

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