Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Ein Gobelin aus dem Wolgaster Schloss
Vorpommern Greifswald Ein Gobelin aus dem Wolgaster Schloss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:53 23.04.2019
Der Jagd-Gobelin, den wahrscheinlich Herzog Philipp I. seinem Hofmeister Achim von Platen-Parchow schenkte Quelle: Sammlung Hans-Hartwig von Platen
Wolgast

Darstellungen der Jagd und der biblischen Geschichte schmücken einen Gobelin, der wahrscheinlich im 16. Jahrhundert, genauer spätestens 1560, entstand. Seine Spuren führen an den Hof des pommerschen Herzogs Philipp I. (1515 bis 1560) in Wolgast. Laut einer um 1980 entstandenen Biographie Carl Gustav von Platens (1887 bis 1974) für seinen Sohn handelt es sich um ein Geschenk des Herzogs an seinen „Frauenzimmerhofmeister“ Achim von Platen. Der Teppich wurde demnach nach dem Zweiten Weltkrieg in der Wohnung von Platens in Helmstedt verwahrt. Neffe Hans-Henning von Platen vermutet, dass Carl Gustav von Platen den Gobelin nach Bergen auf Rügen geschafft hat, wohin er einen starken Bezug hatte. Dort lebte auch eine Ehefrau. Auch würden verschiedene Schriftstücke auf diese Version hinweisen.

Der Generalbevollmächtigte der Herrschaft Putbus

Ursprünglich sollen es sogar zwei Teppiche gewesen sein. Der eingangs genannte Gobelin wurde demnach vom Vater des Carl Gustav von Platen verkauft. Dieser war laut dem Historiker Haik Thomas Porada zehn Jahre Generalbevollmächtigter der Herrschaft Putbus. 1935 bis 1945 wirkte er in dieser Funktion, 1941 wurde der Adlige Kurator des Verwaltungsrates. Im Oktober 1945 musste er Putbus wegen „Gefährdung der Bodenreform“ verlassen.

Reich ausgestattetes Schloss der Herzöge

Im Wolgaster Schloss gab es im 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts 50 bis 60 großformatige Bildteppiche. „Ob aber der Teppich, über den Carl Gustav von Platen nach dem letzten Krieg in Helmstedt verfügte, dazu gehörte, ist schwer zu sagen“, so Porada. Es sei auch möglich, dass von Platen ihn bei Kriegsende aus Bergen mitnahm, um ihn zu schützen und Raub zu bewahren, räumt er ein. Sicher gab es auch im Putbusser Schloss wertvolle Gobelins.

Was aus dem Teppich wurde, an wen er verkauft wurde, das ist nicht bekannt. Vielleicht hilft dieser Artikel, Licht in das Dunkel zu bringen. Carl Gustav von Platen war übrigens ein sehr umtriebiger Mann. Über sein spannendes Leben wird OZ auf dieser Seite berichten.

eob

Das Greifswalder Studierendenwerk würde gern in die Alte Pharmakologie ziehen, aber Uni und Unimedizin unterstützen das nicht. Jetzt wird aller Voraussicht nach auf der Fleischerwiese neu gebaut.

Ein Arzt verließ ein Jahr vor der Wende die vorpommersche Universitätsstadt Greifswald. Ein neues Buch erzählt, wie er danach über die Heimat im deutschen Nordosten und die Flucht denkt.

23.04.2019

Vater Oliver E. und dessen Schwester Eva haben auf dem Grab von Leonie auf dem Friedhof in Wolgast auch das Holzherz platziert, das Freunde schenkten. Die Sechsjährige starb durch massive Gewalt, die genauen Umstände sind weiter unklar.

23.04.2019