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Greifswald Premiere auf der Theaterwerft Greifswald: Der Ozeanpianist
Vorpommern Greifswald

Premiere auf der Theaterwerft Greifswald: Der Ozeanpianist

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15:14 12.03.2020
Jana Nedorost in der Rolle des Trompeters Tim, der dem Publikum die wundersame Geschichte des Ozeanpianisten Novecento (rechts im Bild: Jens Hasselmann) erzählt. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Am 13. März läuft in der Theaterwerft am Museumshafen das erste große Stück vom Stapel. „Novecento –Der Ozeanpianist“. „Auf der Suche nach maritimen Theaterstücken bin ich auf diese unglaubliche Geschichte gestoßen“, erzählt Regisseur und Schauspieler Jens Hasselmann. „Die Geschichte eines Mannes, dessen Heimat das Meer ist, der Zeit seines Lebens auf einem Ozeandampfer gelebt und nie das Land betreten hat.“ Begriffe wie Sehnsucht, Wünsche und Unendlichkeit seien mit dem Stück verbunden. „Und Musik natürlich.“ Natürlich!

Kaum ein Stück Hasselmanns kommt ohne aus, in diesem Fall hat er tief in die Jazz- und Swing-Kiste gegriffen und mit Stücken wie „Bei mir bist Du schön“, „I‘ve got rhythm“ oder „Hello Dolly!“ die passende Musik für das turbulente Leben auf einem Auswandererschiff gewählt, Improvisation inklusive. Musik und Handlung ziehen unwillkürlich mit – ehe es sich versieht, ist das Publikum ist mit an Bord. Großen Anteil daran hat Jana Nedorost, die gemeinsam mit Hasselmann in diesem Stück auf der Bühne steht.

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Jana Nedorost und Jens Hasselmann. Quelle: Anne Ziebarth

„Gefunden“ haben sich die beiden Schauspieler über Hedwig Golpon vom Kultteater U100 aus Loitz. „Ruf doch mal die Jana an“, hätte diese gesagt, als sie von Hasselmanns Theaterplänen erfuhr. Damit bewies die Theatermacherin ein gutes Bauchgefühl. Jens Hasselmann griff zum Hörer, Jana Nedorost sagte zu. „Als Erzähler wolle er mich haben, sagte er“, erinnert sie sich. „Das kann ja nicht so viel sein. Das dachte ich zumindest.“ Als sie das Textbuch dann sah, habe sie doch Schlucken müssen. „26 Seiten Text, davon 23 für mich. Wow.“

Werft als Spielort für ein „Ozeanstück“

Doch egal wie kurz die Zeit, egal, ob ihre letzte Theaterperformance bereits zwei Jahre zurückliegt. Mit Jana Nedorost hat Jens Hasselmann wohl die Idealbesetzung für seinen Trompeter Tim gefunden, der dem Publikum die wundersame Geschichte des Ozeanpianisten erzählt. Das besagter Tim seine Erzählung gern mit Imitationen der beschriebenen Personen unterstreicht, gibt Raum für Nedorosts Spielspaß.

Mal tief berührt von der Musik, rotzig wie ein betrunkener Bootsmann oder unbekümmert wie ein fröhliches Partygirl der 1920er - anything goes, alles ist erlaubt, alles geht. Auch der Gesang in einer für sie eigentlich fremden Tonlage. „Es soll ja auch ein bisschen wild klingen“, sagt Hasselmann. „Im Stück sind wir schließlich auf einem Schiff, das Theater ist in einer Werft.“

„Ich mag aber auch den Bruch im Stück“, sagt Nedorost. Denn bei allem Swing und Spaß gibt es auch eine melancholische Seite der Aufführung, nämlich als klar wird, dass das Schiff zerstört werden soll. Doch was wird aus Novecento’ „Wir erfahren zum Schluss in einem Monolog Novecentos auch, warum er nie von Bord gegangen ist“, sagt Hasselmann. Aber das wird jetzt nicht verraten.

Sonntag startet die erste „Logbuchlesung“

Freitag und Sonnabend um 20 Uhr wird „Novecento“ gezeigt, am Sonntag gibt es um 16 Uhr die erste Folge der „Logbuch-Lesungen“ mit Alexander Liedtke, Jens Hasselmann und Klaus Falk. Unter dem Titel „Palmen, Tattoos und Kannibalen“ werden Passagen aus Thomas Cooks Logbüchern vorgelesen, dazu gibt es Musik, Hafenkneipenlieder, Shantys und Improvisation – die Bar ist geöffnet.

Die Spielstätte in der Werft ist zwar beheizt, trotzdem ist eine Strickjacke empfehlenswert. Karten an der Abendkasse, dem Servicecenter der OZ in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, der Greifswalder Tourist-Info oder über die Links auf www.theaterwerft.de

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Von Anne Ziebarth

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