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Greifswald Protest gegen Verdoppelung des Verkehrs
Vorpommern Greifswald Protest gegen Verdoppelung des Verkehrs
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02:30 12.12.2014
Die viel befahrene Goethestraße soll künftig keine Einbahnstraße mehr sein. Quelle: Peter Binder
Greifswald

16000 statt 8000 Fahrzeuge sollen künftig täglich auf der Goethestraße rollen. So steht es im Lärmaktionsplan der Hansestadt, den die Bürgerschaft am 18. Dezember beschließen soll.

Die Verdoppelung kommt zustande, weil die Goethestraße ab der Europakreuzung keine Einbahnstraße mehr sein soll. Sie wäre dann auch in der Gegenrichtung befahrbar. Die Stephanistraße und das obere Ende der Langen Reihe würden deutlich entlastet, so die Begründung. Der Zweirichtungsverkehr in der Goethestraße ist eine von fünf sogenannten Kernmaßnahmen des unter Federführung des Dresdner Planungsbüros Hunger entstandenen Papiers.

Diese Mehrbelastung stößt auf Widerstand, obwohl es im Plan heißt : „Bei Umsetzung von Begleitmaßnahmen gibt es keine Lärmzunahme in der Goethestraße.“

In einem langen Brief an Bausenator Jörg Hochheim (CDU) und die OZ hat Dr. Harald Bombor Argumente gegen das Vorhaben aufgeführt. Er wohnt in der Goethestraße 6, ein Haus, das teilweise auf Holzpfählen gegründet wurde und wie die gesamte Zeile (Nummer 1 bis 12) unter Denkmalschutz stehe. Das heißt, Lärmdämmung an der Fassade sei nicht erlaubt. „Bereits die Ende der 1990er Jahre gemessene Verkehrsbelastung von 3600 Fahrzeugen beeinträchtigte wahrnehmbar die Wohnqualität, besonders an der Straßenfront durch Vibrationen, Erschütterungen und Lärm“, schreibt Bombor. Er geht davon aus, dass nur die Errichtung einer Parkspur und damit die Vergrößerung des Abstandes von den Häusern schwerere Schäden verhindere. Um den Lärm zu mindern, schlägt Bombor die „Stückelung“ des Verkehrs durch Ampeln (eine in der Goethestraße) und eine bessere Lenkung von Lkw weg von den Wohnvierteln vor.

Stadtsprecherin Andrea Reimann wiegelt ab. Noch sei ja nichts in Sack und Tüten. „Im Ergebnis dessen, was die Bürgerschaft letztendlich beschließt, werden die Maßnahmen auf die konkrete Umsetzung hin überprüft“, sagt sie. Im Plan heiße es, dass die Idee „im Rahmen einer Machbarkeitsstudie weiter untersucht werden soll.“ Es gibt noch mehr Kritik an dem Plan. So müsste die Einhaltung der geplanten Tempo-30-Zone auf Hauptstraßen in der Nacht auch kontrolliert werden, meint Eckhard Jähne. Und an Kontrollen mangele es in Greifswald. Ob nun beim Radeln auf Radwegen in der falschen Richtung, wie in der Anklamer Straße üblich, oder der Einhaltung der Geschwindigkeit in der Nacht. „So lange sich niemand für die Befolgung verantwortlich fühlt, sollte nicht noch eine weitere Maßnahme eingeführt werden“, appelliert Jähne.

Die CDU unterstützt Bombors Protest gegen die Neuregelung in der Goethestraße. „Wir werden den Lärmaktionsplan ablehnen“, sagt der Chef der Bürgerschaftsfraktion, Axel Hochschild. Mit Nein hatten die Christdemokraten schon im Bauausschuss gestimmt. Sie stoßen sich an einigen Punkten, beispielsweise der versteckten Aufnahme der von ihnen abgelehnten Diagonalquerung an der Europakreuzung für Radler.

Der Aktionsplan
5sogenannte Kernmaßnahmen soll die Bürgerschaft beschließen.
Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Nacht auf 30 km/h in Teilen der Anklamer-, Wolgaster-, Stralsunder - und Bahnhofstraße. Bau einer Radstation am Bahnhof und neue Abstellmöglichkeiten in Greifswald-Süd. Weiterentwicklung der Radachse Petershagen-/Pappelallee, Zweirichtungsverkehr in der Goethestraße, Entlastung der Loeffler- und Steinbeckerstaße.



Eckhard Oberdörfer

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