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Greifswald Greifswald sucht Helfer für Superwahljahr
Vorpommern Greifswald Greifswald sucht Helfer für Superwahljahr
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06:49 12.03.2019
Die Mitarbeiterin der Greifswalder Stadtverwaltung, Juliane Kruse, sucht noch Wahlhelfer für die Kommunal- und Europawahl. Quelle: Martina Rathke
Greifswald

Fachkräftemangel in den Wahllokalen: Für die Wahlen am 26. Mai sind von den 520 ehrenamtlichen Wahlhelferposten in Greifswald bislang nur 330 Stellen besetzt. Das Problem ist nicht neu. Doch an diesem Wahlsonntag werden mit dem Europaparlament, dem Kreistag und der Bürgerschaft zeitgleich drei Parlamente gewählt. „Das wird für die Wahlvorstände ein anspruchsvoller Abend“, ist Eveline Janzen, die Leiterin des Wahlbüros in der Greifswalder Stadtverwaltung, überzeugt. Um einen reibungslosen Verlauf und vergleichsweise zügige Auszählung zu garantieren, sucht die Stadt deshalb rund 100 Helfer mehr als bei der Landratswahl vor einem Jahr.

„Wir haben wegen der drei parallel stattfindenden Wahlen die Zahl der Wahlbezirke von 35 auf 42 erhöht und die Wahlvorstände von acht auf neun Personen erweitert.“ Dazu kommen in diesem Jahr 13 Briefwahllokale. Die Wahlleitung will an diesem Super-Wahlsonntag die Arbeit auf mehr Schultern verteilen. Nun ist Trommeln in Sachen Demokratie angesagt: Die Stadtverwaltung ließ Plakate und knapp 2000 Flyer drucken, die über das Wahlehrenamt informieren und Bürger begeistern sollen. 190 Stellen müssen noch besetzt werden –möglichst mit Freiwilligen. Melden sich ausreichend Bürger und Behördenmitarbeiter, können letztere auch verpflichtet werden.

Erfreulicher Trend: Mehr Menschen wollen Wahlhelfer werden

Seit wenigen Jahren beobachtet die Wahlleitung einen erfreulichen Trend, der an der lange beklagten Politikverdrossenheit der Deutschen zweifeln lässt. Mit der in den letzten Jahren gestiegenen Wahlbeteiligung stieg auch die Bereitschaft, sich bei den Wahlen als Helfer zu engagieren. Der Anteil der Bürger, die nicht gezielt in Behörden geworben oder gar verpflichtet werden mussten, lag bei der Europa- und Kommunalwahl 2009 bei mageren 15 Prozent, bei der Landtagswahl 2016 kletterte sie auf rund 40 Prozent und pegelt sich seitdem auf diesem Niveau ein, berichtet Juliane Kruse, die im städtischen Wahlbüro für die Wahlhelfer zuständig ist. Für die anstehenden Wahlen im Mai meldeten sich bislang 140 freiwillige Bürger. Da ist also noch Luft nach oben.

Bei Isabell Bujak (31) rannte das Wahlbüro offene Türen ein: Seit mehr als 12 Jahren ist die junge Frau an allen Wahltagen schwer beschäftigt - zunächst engagierte sie sich als einfacher Helfer, später als Wahlvorsteherin in einem Wahllokal in Schönwalde II. „Die Bundestagswahl 2005 fand kurz vor meinem 18. Geburtstag statt. Es hat mich damals sehr geärgert, dass ich nicht wählen durfte“, erinnert sie sich. Mit der Landtagswahl 2006 legte die Jura-Studentin dann richtig los: Sie gab nicht nur das erste Mal ihre Stimme ab, sondern arbeitete auch gleich als Helfer an der Wahlurne. „Ich liebe die Ordnung und das Gesetz. Das passte“, berichtet sie.

Isabell Bujak (31) ist Wahlhelferin aus Leidenschaft. Quelle: Martina Rathke

Das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie, gleiche und geheime Wahlen empfinde sie als Privileg. „Persönlich ärgere ich mich über die geringe Wahlbeteiligung, die ich auch hier beobachte.“ Über Facebook engagiert sie sich deshalb auch privat dafür, Menschen zur Teilnahme an den Wahlen aufzurufen. Gerade die Europawahl werde von vielen Menschen unterschätzt, sagt Bujak. Ihr Engagement im Wahllokal begründet sie so: „Man hat etwas ganz aktiv zur Demokratie beigetragen.“ Die 40 Euro Aufwandsentschädigung, die jeder Wahlhelfer erhält, sei für sie nicht ausschlaggebend.

Wahlvorstand erhält mindestens 25 Euro – und Kuchen gibt es dazu

Für andere Bürger ist der finanzielle Ausgleich für das Ehrenamt allerdings schon ein gewichtiges Argument, erläutert Juliane Kruse. Die Bürgerschaft beschloss bereits vor Jahren, die Entschädigung zu erhöhen. Sie liegt in der Hansestadt über dem gesetzlich vorgeschriebenen Satz von 35 Euro für Wahlvorsteher und 25 Euro für die Mitglieder des Wahlvorstandes. Neben dem finanziellen Aspekt sei die Arbeit im Wahllokal für die meisten Helfer eine persönliche Bereicherung, ist auch sie überzeugt. Man lerne neue Menschen kennen, meist backe ein Mitglied Kuchen. In einem Fall sei das Wahllokal sogar eine Partnervermittlungsagentur gewesen. Das Paar, das sich bei der Stimmenauszählung kennenlernte, habe inzwischen ein Baby. Ein weiteres Kind sei unterwegs.

Martina Rathke

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