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Greifswald Raddemo im Peenetal: Stolper fordern sichere Wege
Vorpommern Greifswald Raddemo im Peenetal: Stolper fordern sichere Wege
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12:40 07.07.2019
Rund 100 Radler demonstrierten am Sonnabend auf der Kreuzung zweier Bundesstraßen bei Görke für Radwege im Peenetal. Quelle: Petra Hase
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Stolpe

Schwarze Wolken ziehen übers Peenetal, als sich gut 100 Radfahrer von Anklam nach Stolpe an der Peene auf den Weg machen. Sie demonstrieren für Radwege längs der vielbefahrenen Bundesstraße B 110 und Landesstraße L 263. Eskortiert von Streifenwagen der Polizei können sie sich an diesem Tag auf dem verkehrsreichen Asphalt sicher fühlen. Ausnahme von der Regel. „Ansonsten kommt das Radeln hier einem Selbstmord gleich“, sagt Silke Krauel aus Anklam frustriert. Gemeinsam mit ihrem Mann Thorsten hat sich die 51-Jährige auf den Sattel geschwungen. Wie in den Vorjahren. „Wenn wir nicht gerade Urlaub haben, sind wir bei der Raddemo dabei“, sagt der 55-Jährige. Das Peenetal sei ein wunderschönes Fleckchen Erde, allein Stolpe mit dem Fähranleger immer einen Besuch wert. „Doch auf dem A 20-Zubringer ist es mit dem Fahrrad kreuzgefährlich“, sagt er.

Deshalb organisiert Marcel Falk, Bürgermeister von Stolpe an der Peene, seit über 15 Jahren mit vielen Mitstreitern die Raddemos. Bislang vergebens. „Politiker reden viel, betonen immer, wie wichtig der Tourismus hier in unserem Landstrich ist. Doch wenn es um Taten geht, um den Ausbau der Infrastruktur, um sichere Radwege beidseits der Peene, sind das alles leere Versprechen“, ärgert er sich. Zwar gebe es seit Jahren Pläne zur Verbreiterung der B 110. Allein die Realisierung –Fehlanzeige! „Wie sollen wir mehr Touristen anziehen, wenn sie hier auf den Straßen mit dem Rad nicht sicher sind“, kritisiert er.

Das sehen auch Petra Päth (62) und Hans-Joachim Gehrke (60) aus Stolpe so. Sie schwingen sich sehr gern aufs Rad, „wollen ja ’was für unsere Gesundheit tun und genießen dabei die Natur“, sagt sie. Doch auf Landes- und Bundesstraße mache das keinen Spaß. Karsten Stange aus Bützkow, der mit Wohnanhänger Richtung Urlaub unterwegs war, kann das nachvollziehen. Er musste sich wie andere Autofahrer auch bei Görke in Geduld üben, weil die Protestler die Kreuzung B 110/B 199 eine Viertelstunde lang blockierten. „MV hängt mit Radwegen hinterher. Bei uns ist es nicht anders. Das Ausland ist uns da meilenweit voraus. Traurig nur, dass diese Demos auch nix bringen“, so Stange.

Jochen Futterknecht aus dem Sauerland, der als Tourist eher zufällig auf dem Anklamer Markt mit seinem Leihrad in den Pulk der Demonstranten geriet, kann über die unbefriedigende Situation hierzulande nur den Kopf schütteln: „Bei uns wird mit EU-Geldern ein Radschnellweg nach dem anderen gebaut. Und hier im schönen Peenetal gibt es nicht mal längs der großen Straßen einen. Das verstehe wer will“, sagt der 78-Jährige, der sich aus Solidarität an dem Radcorso beteiligte.

Dass er auf diese Weise das idyllische Stolpe kennenlernte, freute den Urlauber ganz besonders. Zumal dort am Wochenende der Bär steppte. Drei Tage lang veranstaltete die kleine Gemeinde ihr traditionelles Hafenfest, an dem sich auch das im Dorf beheimatete Naturparkzentrum „Flusslandschaft Peenetal“ mit Wissensquiz und weiteren Angeboten beteiligte. Viele engagierte Einwohner, darunter auch aus der benachbarten Gemeinde Liepen-Neetzow, trugen zum Gelingen bei. Neptunfest, Livemusik, Kutschfahrten und Blumentombola waren nur einige der Programmpunkte.

Besucher des Hafenfestes konnten mit der Stolper Fähre die Peene überqueren. Quelle: HGW

Marion Bleyl, Catharina Latzke, Sigrid Weitz und andere Frauen von der sehr aktiven Ortsgruppe der Volkssolidarität etwa zauberten viele leckere Kuchen, die ruck zuck Liebhaber fanden. Maik Giese und Jens Henning von der Parkklause Neetzow standen derweil am Grill und sorgten für heiße Bratwurst und Steaks. Die Sattmacher kamen auch bei den Volleyballern an, die sich vorab bei einem kleinen Turnier am Netz schafften. Und wer wollte, konnte auch mal die andere Seite der Peene besuchen. Denn dank vieler Spenden kreuzt seit Saisonbeginn die Stolper Fähre wieder den Fluss: Fährmann Christian Schirmer setzte Wanderer und Radfahrer ein ums andere Mal über. Für Besucher der Festspiele MV ein zusätzliches Bonbon, stand doch Stolpe an diesem Wochenende mit der „Landpartie“ im Kulturkalender des Festivals. Wer danach noch nicht müde ins Bett fiel, genoss das Höhenfeuerwerk, mit dem der Sonnabend ausklang.

Rund 100 Kinder und Erwachsene demonstrierten am Sonnabend mit einer Raddemo von Anklam nach Stolpe an der Peene für Radwege im Peenetal. Im Anschluss ging’s zum Naturpark- und Hafenfest.

Petra Hase

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