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Greifswald Radeln auf der Anklamer ist gefährlich
Vorpommern Greifswald Radeln auf der Anklamer ist gefährlich
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00:00 12.12.2015
Breitere Schutzstreifen für Radfaher würden die Unfallgefahr verringern.“Sören Rothert, Geograph
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Greifswald

Die Anklamer Straße von der Europakreuzung bis zur Kreuzung mit der Beimler- und Rathenaustraße ist für Radler der gefährlichste Verkehrsweg der Stadt. Das geht aus einer Karte hervor, die Sören Rothert auf der Basis von Polizeiangaben für 2012 und 2013 im Rahmen seines Studiums bei Geographieprofessor Reinhard Zölitz erarbeitete. Sie wurde Teil seiner Bachelorarbeit.

Fast alle Zusammenstöße auf der Anklamer ereignen sich im Bereich von Straßeneinmündungen. Insgesamt wurden der Polizei 356 Radunfälle angezeigt. Zu den Schwerpunkten mit sechs bis zehn Unfällen gehören auch die Kreuzung der Lomonossowallee mit dem Liebknechtring, die Einmündung der Neunmorgen- in die Gützkower und der Krull- in die Beimlerstraße. Der Schwerpunkt Einmündung der Schützenstraße in die Loefflerstraße dürfte jetzt nicht mehr bestehen. Er sollte durch die Aufpflasterung 2014 im Zuge der Wallquerung entschärft worden sein.

„Mein erster Eindruck vom Greifswalder Radwegenetz nach meiner Ankunft war sehr gut“, berichtet Rothert. „Es gibt Fahrradstraßen und anderes mehr.“ Aber der erste Eindruck habe getrogen. „Die Radfahr- und Radschutzstreifen entsprechen in der Regel nur den Mindestanforderungen“, sagt der junge Mann über die gestrichelten und durchgezogenen Linien auf den Straßen. Man fühle sich unsicher, wenn „40-Tonner im Abstand von wenigen Zentimetern an einem vorbeibrettern“.

Rothert räumt ein, dass die vielen Radler, die entgegengesetzt zur Fahrtrichtung in der Anklamer unterwegs sind, eine Ursache der Probleme seien. „Aber die Mittelinseln zur Straßenquerung sind verdammt schmal“, setzt er hinzu. „Passt man nicht auf, steht das halbe Rad auf der Straße.“ Darum sollten gerade in der Anklamer Straße mehr Zebrastreifen angelegt werden. Rothert ist überzeugt, dass ein Rückbau der gepflasterten Geh- und Radwege an der Anklamer zugunsten breiterer Radschutzstreifen mehr Sicherheit bringen würde. „Untersuchungen zeigen, dass Radfahrer auf der Straße besser wahrgenommen werden“, argumentiert er. Es sollte ein ganzes Netz von Fahrradstreifen in Greifswald entstehen. Eine bessere Infrastruktur an den Kreuzungen mit mehr Fahrradampeln, Aufstellflächen und Abbiegespuren sei nötig.

In der Stadtverwaltung kennt man die Karte Rotherts bislang nicht. Man nutze die durch die Polizei erarbeitete elektronische Unfalltypenkarte und zugehörige Diagramme, so Sprecherin Andrea Reimann.

Die Unfallkommission lege gemeinsam mit der Polizei und den Trägern der Straßenbaulast Maßnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten fest.

Torsten Wierschin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) glaubt nicht, dass das reicht. Sein Verein hat eine Kampagne für sichere Schulwege gestartet. „In Greifswald wurde in den Neunzigerjahren mit der Radschulwegplanung begonnen“, sagt er. „Laut Verwaltung blieb sie auf einem unbefriedigenden Stand liegen.“ Seit der Kreisgebietsreform 2011 sei die Polizei nicht mehr in der Lage, Unfallzahlen für Schulwege zur Verfügung zu stellen. Wierschin fordert Förderprogramme für die Fuß- und Radwegeinfrastruktur. Steffen Burkhardt, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), blickt positiver auf die Schulwege. Dank Geld von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) bringe man Greifswalder Kita- und Grundschulkindern das sichere Radfahren bei.

Die städtische Arbeitsgruppe „Verkehr“ könnte mehr bewirken, meint Burkhardt. „Die von uns festgelegten Verbesserungsmaßnahmen scheitern oft am Geld.“ Auch ändere schon mal die Bürgerschaft aufgrund politischer Profilierungsversuche ihre Meinung, oder weil bessere Radwege etwas mehr kosten. Bei kleinen Maßnahmen stünden die Wünsche der Radler oft hinten an und würden wie Gnadenakte behandelt.



Eckhard Oberdörfer

Wenn man in siene Wahnung alls dörcheenannerliggen hett, so dat man nicks mihr finnen deit, räd't man ok hüüttaudaachs noch von een „Tohuwabohu“.

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