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Greifswald Verteidigung von Niko G. hat Revision eingelegt
Vorpommern Greifswald Verteidigung von Niko G. hat Revision eingelegt
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15:04 10.09.2019
Niko G. und sein Pflichtverteidiger Rene Neumeister während des Mordprozesses am Landgericht Stralsund. Jetzt hat Neumeister im Auftrag seines Mandanten Revision eingelegt. Quelle: Tilo Wallrodt
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Stralsund/Zinnowitz

Der Prozess um den Mord der 18-jährigen Maria K. aus Zinnowitz geht in die nächste Runde: Rene Neumeister, Pflichtverteidiger von Niko G., einem der beiden Täter, hat am Dienstagmittag im Auftrag seines Mandanten gegen das Urteil der Großen Jugendkammer am Landgericht Stralsund Revision eingelegt. Damit wird am Ende der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden, ob das Urteil gegen Niko G. im Mordfall Maria Bestand hat oder nicht.

Das Landgericht hatte am vergangenen Freitag den 19-jährigen Nicolas K. und den 21-jährigen Niko G. des gemeinschaftlichen Mordes an Maria K. schuldig gesprochen und bei beiden Tätern die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Maria war am 18. März in Zinnowitz auf der Insel Usedom durch 38 Stichverletzungen getötet worden. Die junge Frau war im dritten Monat schwanger, beide Täter wussten das. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide Täter heimtückisch und aus Mordlust gehandelt haben, weil sie einen Menschen sterben sehen wollten.

Lebenslänglich für Niko G.

Niko G., der während der Tat Marias Beine festgehalten haben soll, dies aber bestreitet, erhielt dafür lebenslänglich. Wegen der besonderen Schwere der Schuld ist damit ausgeschlossen, dass er nach 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen kann. Für Nicolas K., der noch immer Tötungsfantasien hat, verfügte das Gericht aufgrund einer schweren seelischen Abartigkeit die zeitlich unbegrenzte Unterbringung im Maßregelvollzug, einem psychiatrischen Krankenhaus mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen sowie zusätzlich eine Gesamtjugendstrafe von zwölf Jahren.

Verteidiger von Nicolas K. sieht keinen Revisionsgrund

Das Urteil entsprach in etwa den Forderungen der Staatsanwaltschaft Stralsund und der Nebenklage. Auch der Pflichtverteidiger von Nicolas K., Axel Vogt, zeigte sich mit dem Urteil einverstanden. Er sagte gestern noch einmal auf OZ-Nachfrage: „Das Wichtigste ist die Unterbringung meines Mandanten im Maßregelvollzug, damit er dort weiter psychiatrisch behandelt wird.“ Aus seiner Sicht bestehe aktuell kein Grund, Revision einzulegen. Auch die Staatsanwaltschaft Stralsund hatte bereits angekündigt, keine Revision einzulegen. Die Frist, um Revision gegen das Urteil einzulegen, endet am Freitag, dem 13. September.

Entscheidung des Bundesgerichtshofs in einigen Monaten

Rene Neumeister sagte nach dem Einlegen der Revision: „Zu den genauen Gründen äußere ich mich, wenn das schriftliche Urteil vorliegt.“ Wie geht es nun nach dem Einlegen der Revision weiter? Pflichtverteidiger Rene Neumeister wartet nun die im Gegensatz zur mündlichen Urteilsverlesung sehr viel umfangreichere schriftliche Urteilsbegründung des Landgerichtes Stralsund ab. Sie muss innerhalb von sieben Wochen nach Urteilsspruch verfasst worden sein.

Bildergalerie: So verlief die Urteilsverkündung

Am Freitag ist vor dem Landgericht Stralsund das Urteil im Fall der ermordeten Maria K. aus Zinnowitz auf der Insel Usedom gesprochen worden. Nicolas K. kommt in den Maßregelvollzug in einer Psychiatrie. Zusätzlich wurde er zu einer zwölfjährigen Jugendhaftstrafe verurteilt. Niko G. erhielt lebenslänglich.

Anschließend hat er einen Monat Zeit, um die begründete Revision dem Landgericht zuzusenden. Dort wird die Einhaltung der Fristen geprüft und der Revisionsantrag weiter zum Bundesgerichtshof geleitet. Der Generalbundesanwalt kann anschließend eine Stellungnahme dazu abgeben. Anschließend entscheidet der Bundesgerichtshof, ob das Urteil Fehler enthält und damit eine Neuverhandlung erforderlich wird oder es verwirft die Revision. Dann ist das Urteil rechtskräftig. So lange bleibt Niko G. weiter in Untersuchungshaft. Nicolas K. ist in der forensischen Klinik im Maßregelvollzug untergebracht.

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Von Cornelia Meerkatz

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