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Greifswald Rewe-Markt komplett abgebrannt
Vorpommern Greifswald Rewe-Markt komplett abgebrannt
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00:10 22.05.2018
Über 100 Feuerwehrleute waren am späten Sonntagnachmittag bis abends 23 Uhr im Einsatz. Immer wieder loderten Glutnester auf.
Greifswald

Meterhohe Flammen, dicker schwarzer Rauch, Sirenengeheul, das Geräusch von berstenden Scheiben und beißender Brandgeruch – das Szenario, das sich am Sonntagnachmittag kurz nach 17 Uhr in Schönwalde I abspielte, war wie aus einem Horrorfilm. Binnen zehn Minuten stand der Rewe-Einkaufsmarkt an der Lomonossowallee in Flammen.

Bei einem Großbrand am Pfingstsonntag waren 100 Einsatzkräfte vor Ort. Zwei Jugendliche gestanden, dass sie gezündelt hatten.

Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Greifswald und der Freiwilligen Feuerwehren aus Greifswald, Kemnitz, Weitenhagen und Dersekow – insgesamt 100 Feuerwehrleute – waren schnell mit zahlreichen Fahrzeugen und zwei Drehleitern vor Ort. Doch den Rewe-Markt konnten sie nicht mehr retten. Er wurde komplett ein Opfer der Flammen, der starke Wind ließ das Feuer immer wieder auflodern.

Kurze Zeit später kursierten in den sozialen Medien die ersten Fotos und Videos vom Brandgeschehen. Hunderte Anwohner aus dem Stadtteil und aus anderen Ecken der Stadt kamen zum Parkplatz vor dem Möwen-Center, um alles genau zu verfolgen. Manche ließen sich sogar Pizza anliefern, um stundenlang ausharren zu können. Alex’ Dönerladen am Parkplatz machte angesichts der Menschenmassen, die die Löscharbeiten verfolgten, ein Super-Geschäft.

Die schwarzen Qualmwolken waren weithin über der Stadt sichtbar. Die Besatzung des Rettungshubschraubers „Christoph 47“, die von einem Einsatz aus Heringsdorf zurückkam, merkte schnell, dass es in der Hansestadt fürchterlich brennt. „Wir haben die dunklen Rauchsäulen schon in Heringsdorf am Horizont gesehen. Sie müssen 15 Meter hoch gewesen sein“, sagte Notarzt Torsten Eck. Als der Heli über die Brandstelle flog, zückte er sein Handy für ein Foto. Ganz deutlich ist darauf das Ausmaß des riesigen Brandes zu sehen.

„Als wir losgefahren sind, war uns die Schwere des Einsatzes nicht klar“, sagte Einsatzleiter Peter Oldenburg von der Berufsfeuerwehr der Hansestadt. Zuerst hatte Mathias Herenz, der Chef der Berufsfeuerwehr, die Einsatzleitung selbst mehrere Stunden inne. Am Ende dauerten die Löscharbeiten bis nach 23 Uhr. Für mehrere Stunden hatten deshalb die Kameraden der FFW Neuenkirchen die Stadtwache übernommen. Die FFW der Hansestadt brachte Getränke und Bockwurst zu den Löschtrupps.

Um 19 Uhr wurde das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar: Der Rewe-Markt und die Filiale des Lila Bäckers waren komplett verbrannt. Der Schaden geht in die Millionen. Der benachbarte Penny-Markt konnte gerettet werden. Er wurde am Dach und durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen, blieb aber vom Feuer vor allem dank der Brandschutzwand verschont. Die Inhaberin des Rewe-Marktes war angesichts des unfassbaren Geschehens völlig am Boden zerstört. Die Einsatzleitung von Polizei und Feuerwehr kümmerten sich um sie. Ihre Mitarbeiter waren ebenfalls vor Ort, um ihr beizustehen.

Auch Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) kam direkt vom MV-Tag in Rostock zur Unglücksstelle. Er bedankte sich bei Feuerwehr und Polizei. Dann sprach er ebenso wie der Vorsitzende der Ortsteilvertretung Schönwalde I/Südstadt, Peter Multhauf (Linke), mit den Mitarbeitern des Penny-Marktes, sagte Unterstützung zu. Multhauf hofft, dass der für den Stadtteil wichtige Markt kommende Woche wieder öffnet.

Fassungslosigkeit herrschte gestern Vormittag, als sich die Gerüchte des Vortages zu den Brandverursachern bestätigten. Zwei Jugendliche, 14 und 15 Jahre alt und Schüler der 7. Klasse der IGS „Erwin Fischer“, hatten gezündelt. In der Vernehmung durch die Polizei räumten sie eine Tatbeteiligung ein. „Kinder und Feuer passen nicht zusammen. Halbwüchsige überblicken ihr Tun oft nicht. Was als Dummer-Jungen-Streich gedacht war, hat sich zum Großbrand ausgeweitet, der strafrechtlich geahndet werden wird“, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg.

Cornelia Meerkatz

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