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Greifswald Riemser Forschungsinstitut: Borna-Virus tötete drei Menschen
Vorpommern Greifswald Riemser Forschungsinstitut: Borna-Virus tötete drei Menschen
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19:37 27.03.2018
Die Feldspitzmaus gilt als Überträger des klassischen Borna-Virus. Sie kommt vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz vor. Quelle: Archiv
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Greifswald

Erstmals starben in Deutschland Menschen an einem Virus, das zuvor nur für Tiere als gefährlich galt. Es handle sich um das klassische Borna-Virus, das bereits seit mehr als 200 Jahren bekannt sei, bestätigte gestern Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems (Vorpommern-Greifswald). Bisher war der BoDV-1-Erreger etwa bei Pferden und Schafen nachgewiesen worden. Nach aktuellen Erkenntnissen gilt er nun auch als wahrscheinlicher Auslöser von schweren Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) beim Menschen.

Zwei Menschen infizierten sich durch Organtransplantation

Die Erkrankungen traten nach Organtransplantationen bei drei Empfängern von Spenderorganen desselben Spenders auf. Zwei Transplantierte verstarben später. „Dass der Spender an der seltenen Virusinfektion litt, war nicht bekannt. Sonst wären seine Organe nicht transplantiert worden“, betont die Riemser Biologin. Ein dritter Fall, der tödlich endete, stehe nicht in Zusammenhang mit einer Transplantation. Der Betroffene habe sich auf einem anderen Weg mit dem Borna-Virus angesteckt. Die drei Patienten, die 2016 bzw. 2017 starben, stammten laut Reinking aus Süddeutschland.

Überträger ist die Feldspitzmaus

Als Überträger des Borna-Virus gilt die Feldspitzmaus, die in einigen Gebieten Ost- und Süddeutschlands, in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein vorkomme. „Aber nicht in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Elke Reinking. Deshalb sei die Gefahr, sich in MV mit dem Virus anzustecken, „äußerst gering“. Der Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut, Prof. Martin Beer, spricht ebenfalls „von sehr seltenen Einzelfällen“.

Das Loeffler-Institut als Bundesforschungseinrichtung für Tiergesundheit war von den Universitätskliniken hinzugezogen worden, die die Patienten behandelten. Die Kliniken hatten mit ihrer Diagnostik die Ursache der Gehirnentzündungen nicht klären können. Das Berliner Robert-Koch-Institut hatte ab den 1990er Jahren zu Borna-Virus-Infektionen geforscht, die Arbeiten aber 2005 eingestellt.

Bei Kavallerie-Pferden in Sachsen schon 1894 aufgetreten

Das klassische Borna-Virus wurde laut Loeffler-Institut 1813 erstmals beschrieben. Seinen Namen trägt es seit 1894, als es in einem Kavalleriestall in Borna (Sachsen) bei mehreren Pferden auftrat.

Am Riemser Institut war im Oktober 2017 der Forschungsverbund Zoonotisches Bornavirus (ZooBoCo) gegründet worden, in dem Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen sich mit Zoonosen – zwischen Mensch und Tier übertragbaren Infektionskrankheiten – befassen. Auf der Insel Riems war 2015 auch die Identifizierung eines neuen Borna-Virus bei Bunthörnchen (VSBV-1) gelungen. Seit 2011 starben daran vier Menschen, darunter Züchter der exotischen Tiere. Das Bunthörnchen-Borna-Virus hatte bei ihnen ebenfalls zu Gehirnentzündungen geführt.

Ehlers Elke

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