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Greifswald Riesen-Jubel in Greifswald: Die Sonnenmaschine läuft
Vorpommern Greifswald Riesen-Jubel in Greifswald: Die Sonnenmaschine läuft
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16:52 01.02.2016
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Greifswald

50 Millisekunden Leuchten, dann großer Jubel wie bei der Nasa nach einem geglückten Raketenstart: In der KernfusionsforschungsanlageWendelstein 7-X“ in Greifswald ist gestern das erste Plasma erzeugt worden. 10 Milligramm Helium wurden in ein Magnetfeld einer Vakuumkammer der 725 Tonnen schweren Anlage eingeleitet, auf eine Million Grad erhitzt und dann in den Plasmazustand gebracht. Damit begann das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) rund zehn Jahre nach dem Beginn der Hauptmontage und nach mehreren Rückschlägen mit den ersten Tests in der Anlage, die die Verschmelzung von Atomkernen zum Zweck einer kohlenstofffreien Energieerzeugung erforschen soll.

„Das ist ein toller Tag“, jubelte die Wissenschaftliche Direktorin Sibylle Günter nach dem ersten Experiment. Bejubelt wurden die ersten Experimente auch von Wissenschaftlern, die aus anderen Ländern Europas, aus Asien und Amerika nach Greifswald gereist waren oder über Videoschalten den Start des Experiments verfolgten. Gemeinsam zählten sie unter Leitung des technischen Leiters Stephan Bosch den Countdown herunter. „Wir haben lange Zeit auf den Start der Anlage gewartet, das ist ein tolles Ergebnis“, sagte Novimir Pablant aus Princeton (USA).

In der eine Milliarde Euro teuren Anlage wollen Forscher die Fusion analog den Prozessen auf der Sonne erforschen, um sie später auf der Erde als Form der Energiegewinnung nutzbar zu machen. Dafür ist die Erzeugung eines Plasmas — eines ionisierten Gases — erforderlich, damit Atomkerne verschmelzen und dabei riesige Mengen Energie freigeben können. „Wendelstein 7-X“ ist nach Angaben des Instituts das weltweit modernste und neben einer Anlage in Japan größte Fusionsexperiment vom Typ „Stellarator“. Eine Fusion von Atomkernen ist in Greifswald nicht geplant.

Bei dem Experiment gestern wurde das stark verdünnte Plasma für 50 Millisekunden erzeugt. Ziel ist es, später im Wendelstein 7-X ein Wasserstoffplasma für eine halbe Stunde zu erzeugen und zu halten.

Für die Erzeugung eines Plasmas aus dem Wasserstoffisotop Deuterium sind Temperaturen von bis zu 100 Millionen Grad erforderlich. Diese Experimente sollen frühestens Ende 2017 beginnen.

Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) begrüßte den Betriebsstart. „Ich habe große Erwartungen an das Forschungsprojekt“, sagte er. „Ohne Experimente, auch wenn deren Ergebnis erst in Jahrzehnten nutzbar sein wird, können Zukunftsfragen nicht geklärt werden.“ Grüne und Umweltverbände hatten zuvor vor Sicherheitsrisiken der Technologie gewarnt. Sie sehen in der teuren Kernfusion ein Hemmnis der Energiewende.



Martina Rathke

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