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Greifswald Bald auch russische Fachkräfte in Vorpommern?
Vorpommern Greifswald Bald auch russische Fachkräfte in Vorpommern?
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06:00 27.08.2019
Die Goldene Ehrennadel des Unternehmerverbandes Vorpommern für den russischen Gesandten Andrej Sobolew (2.v.r.): Vizepräsident Dietrich Lehmann, Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph, Präsident Gerold Jürgens und Geschäftsführer Jens Feißel (v.l.). Quelle: Cornelia Meerkatz
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Heringsdorf

Arbeiten bald russische Fachkräfte auch in Vorpommern? Nach der gestrigen Teilnahme von Andrej Sobolew, Gesandter der Russischen Förderation in der Bundesrepublik Deutschland und Leiter des Handels- und Wirtschaftsbüros bei der Russischen Botschaft, an der Tagung des Rates für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns in Heringsdorf ist das durchaus im Bereich des Möglichen. Der Rat unter Vorsitz von Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph (CDU) hatte genau diese Frage auf der Tagesordnung. Sobolew stand dem aufgeschlossen gegenüber.

Aus seiner und der Sicht der Ratsmitglieder, darunter mehrere Chefs großer vorpommerscher Firmen, gibt es zwei Möglichkeiten, um russische Fachkräfte nach Deutschland zu holen. „Denkbar wäre einerseits, jungen Leuten eine Facharbeiter-Ausbildung anzubieten mit einer Lehrzeit von drei bis dreieinhalb Jahren. Andererseits ist aber auch die mehrmonatige Weiterbildung von bereits ausgebildeten Fachkräften samt Sprachkurs denkbar. „Für russisches Fachpersonal ist die Offerte interessant, weil sie im Vergleich zu ihrem Heimatland in Vorpommern dreimal mehr verdienen“, erläuterte Rudolph. „Wir können außerdem dabei auf erste sehr gute Erfahrungen mit vietnamesischen Fachkräften zurückgreifen, die auf Usedom lernen und arbeiten“, ergänzte Gerold Jürgens als Präsident des Unternehmerverbandes.

Der Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns tagte im Heringsdorfer Travel Charme Hotel. Auch Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken war dabei. Quelle: Cornelia Meerkatz

Sobolew jedenfalls will bei dem Thema am sprichwörtlichen Ball bleiben und hat aus diesem Grund für den 29. August zu einer weiteren Beratung nach Berlin eingeladen. Außerdem soll das Thema „Fachkräftegewinnung“ auch auf der 2020 stattfindenden internationalen Wirtschaftsmesse INNOPROM behandelt werden.

Umfangreiche Diskussionen gab es während der Beratung zu innovativen Ansätzen beim Einsatz moderner Anlagen zur Müllaufbereitung und der thermischen Verwertung von Restmüll. Sobolew berichtete über die derzeitige Situation in Moskau und machte deutlich, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Es wurde die Besichtigung einer hochmodernen Anlage in Deutschland vereinbart. Außerdem will der Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung auf den in Vorpommern agierenden Müllentsorger Remondis zugehen. Am Ende soll ein gemeinsames deutsch-russisches Unternehmen entstehen. „Ziel ist es, dass die russische Firma Elektrostal zusammen mit dem Konsortium eine für Russland neuartige Pilotanlage bei der Müllaufbereitung errichtet und ein Betreiberkonzept erarbeitet“, so Rudolph.

Elektrostal etabliert sich auch im Bereich innovativer Wälzlager. Um auf dem hiesigen Markt Fuß zu fassen, sollen die dort gefertigten Halbzeuge im Rostocker Großwälzlager veredelt werden und dann sowohl an deutsche als auch russische Kunden geliefert werden. Dazu wurde das mit dem Fraunhofer Institut erarbeitete Projekt zur Entwicklung dieser Spezial-Wälzlager vorgestellt. Vereinbart wurde, dass Konstruktionsunterlagen und technologische Arbeitsabläufe umfassend beschrieben und zusätzlich zur deutschen auch in russischer Sprache abgefasst werden. Anfang Oktober soll sich dann eine Arbeitsgruppe in MV zur Betriebsbesichtigung treffen.

Der Gesandte der Russischen Förderation brachte ein Loblied auf Vorpommern aus: Er sei gerne in Vorpommern, weil die Menschen hier nicht lange von der Zusammenarbeit mit Russland reden, sondern mit konkreten Vorschlägen aufwarten. „Wir haben seit einem halben Jahr intensive Kontakte und jetzt reden wir schon über gemeinsame Firmen. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, deshalb werde ich schon bald wieder in der Region hier weilen“, versicherte Andrej Sobolew.

Von Cornelia Meerkatz

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