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Greifswald SHIP-Studie: Über 9000 Menschen bislang untersucht
Vorpommern Greifswald SHIP-Studie: Über 9000 Menschen bislang untersucht
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10:18 28.06.2019
Dr. Clemens Jürgens nimmt von Probandin Edeltraud Körber Blutproben. Quelle: HGW
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Greifswald

SHIP ist eine international beachtete Studie, die in vielen Bereichen neues Wissen hervorgebracht hat. Dr. Jürgens, was macht für Sie das Besondere daran aus?

Das Spannendste aus wissenschaftlicher Sicht ist, dass die Studie nicht nur auf eine Krankheit fokussiert, sondern durch die ganzheitliche Untersuchung der Probanden Aussagen zur Gesundheit ermöglicht und Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Erkrankungen aufdeckt.

Die da wären?

Zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Zahngesundheit und Herzinfarktrisiko. Oder eine andere Erkenntnis: Die Zahngesundheit beeinflusst auch die Blutgefäßweiten im Auge. Das sind bisher wenig erforschte Beziehungen, aber gerade deshalb faszinierend.

Die Studie steht und fällt mit der Teilnahme zufällig ausgesuchter Probanden. Wie groß ist die Bereitschaft dazu?

1997 wurden über 7008 Probanden eingeladen, von denen etwa 4300 teilnahmen. Zum vierten Untersuchungszyklus, der 2016 endete, kamen noch 1718. Denn einige der ersten Teilnehmer verstarben in der Zwischenzeit, andere zogen weg. Auch wenn die Bereitschaft zu solchen Studien weltweit abnimmt, erfreuen wir uns immer noch einer großen Probandenzahl und hoffen, dass das so bleibt. Die hohe Rate ist weltweit herausragend und macht auch die Besonderheit von SHIP aus. Parallel zur ersten Gruppe haben wir 2008 mit einer zweiten Gruppe angefangen, die mittlerweile das zweite Untersuchungsprogramm durchlaufen hat. Insgesamt wurden über 9000 Menschen untersucht. Je mehr zu uns kommen, desto wertvoller sind die Daten.

Anlass der ersten Studie war unter anderem, dass die Vorpommern einen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen geringere Lebenserwartung hatten. Auffälliger Alkoholkonsum und Übergewicht stellten sich als wichtige Gründe heraus. Hat sich daran mit Hilfe der Studie etwas geändert?

Eigentlich wollen wir nur beobachten: Welche Krankheiten kommen wie häufig vor? In den letzten Jahren hat der Alkoholkonsum deutlich abgenommen, während Übergewicht häufiger auftrat. Es scheint, dass sich im Laufe der Jahrzehnte etwas im Bewusstsein der Menschen verändert hat. Auf der anderen Seite sind unsere Studiendaten für die Gesundheitspolitik sehr wertvoll, etwa wenn es um die Zahl der künftig auszubildenden Mediziner geht. Die Politik hat das erkannt, deshalb freuen wir uns auch, dass das Land MV einen Teil der Grundfinanzierung übernommen hat.

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