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Greifswald Schüler demonstrieren für Klimaschutz
Vorpommern Greifswald Schüler demonstrieren für Klimaschutz
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14:11 22.02.2019
Die 14-jährige Mira (links) und ihre Schwester Nele (10) nahmen in Greifswald an der Klima-Demo "Friday for Future" teil. Quelle: Martina Rathke
Greifswald

Ist der Protest für mehr Klimaschutz wichtiger als Schule? Wanda Stark, Elftklässlerin am Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Greifswald, entschied: „Ja. Zumindest für zwei Unterrichtsblöcke. Es gibt keinen Planet B. Wir müssen unsere Erde schützen. “ Weltweit gehen Schüler und Studenten unter dem Motto „Friday for Future“ jeweils am Freitagvormittag auf die Straße, um Politiker zu einem konsequenteren Handeln beim Klimaschutz aufzurufen. Sie folgen damit dem Vorbild der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die erst am Donnerstag in Brüssel den EU-Politikern die Leviten las. Diese würden „als größte Schurken aller Zeiten in Erinnerung bleiben“, sollten sie es nicht schaffen, bis 2030 den CO2-Ausstoß in Europa um mindestens 80 Prozent zu senken. Das saß!

„Es ist doof, wenn die Welt wegen des Klimas kaputt geht“, meinte die 14-jährige Mira, die sich zusammen mit ihrem Vater und ihrer zehnjährigen Schwester Nele an dem Greifswalder Ableger der Klimaschutzdemo beteiligte, statt in der Schule zu sein. Als „Schwänzen“ würde sie ihr Fehlen in der Schule nicht bezeichnen. „Ich geh doch nachher noch zum Unterricht.“ Vater Sebastian Schubert berichtet, dass er die Montessorischule vorab per Mail informiert habe. Dass sich seine Kinder an der Demo beteiligten, finde er gut. „Es geht den Politikern doch nicht mehr um die Interessen der Bevölkerung. Heute geben die Leute die politische Richtung vor, die das Geld verdienen.“ Und Nele ergänzt. „Wir Schüler sind die, die später mit dem Klimawandel leben müssen.“

Rund 40 Demonstranten starteten am Freitagvormittag auf dem Wall zum Klimaschutzprotest, während es am Jahn-Gymnasium zum Unterricht klingelte. Eine Lehrerin, die ihren Namen nicht nennen wollte, äußerte Sympathie für die Aktion. „Ich finde es gut, wenn Schüler sich politisieren.“ Von der Innenstadt aus führte der Fahrradkorso, der am Ende 70 Teilnehmer zählte, an mehreren Schulen vorbei, um zur Mahnwache am kommenden Freitag am Rathaus aufzurufen. „Die Politik richtet ihren Blick immer nur auf kurzfristige Aufgaben, aber die wirklich wichtigen Anliegen wie der Klimaschutz werden aus den Augen verloren“, sagte der Greifswalder Landschaftsökologie-Student und Organisator der Demo, Nils Krauß. Der Druck müsse von der Straße kommen.

Volker Verges, der mit seiner Frau die von Polizeiwagen begleitete Protestaktion beobachtete, fand generell anerkennende Worte für die Demonstranten, äußerte aber auch Bedenken. „Es ist positiv, wenn Schüler sich Gedanken um ihre Zukunft machen. Aber bitte alles zur richtigen Zeit“, so der Rentner. Es falle bereits so viel Unterricht aus, da könnten die Schüler doch am Nachmittag demonstrieren.

Nils Kleemann, Leiter der Montessorischule, bestätigt, dass die Schule die Schüler zur Teilnahme an der Demo freistellt. Während die freien Schulen da offenbar bereits tolerante Regelungen gefunden haben, verweist das Bildungsministerium auf die bestehende generelle Schulpflicht.„Die Teilnahme an einer Demonstration steht der Schulpflicht entgegen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Dennoch lässt das Ministerium als den Staatlichen Schulämtern übergeordnete Behörde den Schulen Entscheidungsspielraum. Es sei gut, wenn sich Schüler an gesellschaftlichen und politischen Debatten und Aktionen beteiligen und sich einbringen, hieß es weiter aus Schwerin. Schulen entschieden in dieser Frage eigenverantwortlich. Auch an der IGS „Erwin Fischer“ hat man bereits Regelungen getroffen, obwohl bislang noch kein Schüler an den Aktionen teilgenommen hat. „Es sollte die Einverständniserklärung der Eltern vorliegen“, sagte Schulleiterin Heike Kagel. „Ich finde es generell gut, wenn sich Schüler engagieren.“

Martina Rathke

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