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Greifswald Schulleiter fordert Abschaffung von Schulgeld an Privatschulen
Vorpommern Greifswald Schulleiter fordert Abschaffung von Schulgeld an Privatschulen
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07:29 30.03.2018
Gleiche Bedingungen für Kinder an öffentlichen und privaten Schulen fordert der Schulleiter der Greifswalder Montessorischule Nils Kleemann. Quelle: David-Wolfgang Ebener
Greifswald

Nils Kleemann, Leiter der privaten Montessorischule in Greifswald, fordert den Staat auf, öffentliche und private Schulen in gleichem Umfang zu unterstützen. Privatschulen seien darauf angewiesen, Schulgeld zu nehmen, weil der Staat das Geld den Familien nicht zur Verfügung stellt, sagt Nils Kleemann im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG. „Er spart jedes Jahr an einem Kind, das eine Schule in freier Trägerschaft besucht, 2000 Euro“, sagt Kleemann. „Warum? Der Staat hat für seine Kinder Geld zur Verfügung zu stellen. Es ist absurd, dass Schulen Schuldgeld nehmen müssen.“

In Mecklenburg-Vorpommern besuchen elf Prozent der Kinder eine Privatschule. Das ist ein Spitzenwert im Bundesvergleich wie aus den Daten des Staatlichen Bundesamtes hervorgeht. Lediglich in Bayern ist der Anteil an Privatschülern mit 11,5 Prozent höher. Hamburg liegt gleichauf mit MV.

„Ich habe Familien, die können das Schulgeld nicht zahlen. Die schließen wir aber nicht auf, sondern ermäßigen das Schulgeld“, erklärt Nils Kleemann. Er weist darauf hin, dass der Staat im Bereich Kindertagesstätten ganz selbstverständlich die Gebühren übernimmt, wenn die Eltern kein oder ein geringes Einkommen haben. „Dabei ist die Kita im Gegensatz zur Schule eine freiwillige Aufgabe“, so Kleemann. Trotzdem hilft der Staat Familien nicht, die ihr Kind trotz geringem Einkommens in einer Schule in freier Trägerschaft unterrichten lassen möchten.

„Hat der Staat etwa Angst, dass die privaten Schulen mit den gleichen Mitteln, die jede öffentliche Schule hat, bessere Arbeit machen könnten und damit die Schwächen des öffentlichen Schulsystems offenbart werden“, fragt Kleemann.

Er kritisiert weiter, dass das vom Landtag beschlossene 50-Millionen-Euro-Programm für Bildung ausschließlich öffentlichen Schulen zugute kommt. „Das benachteiligt alle Familien, die ihr Kind an einer Schule in freier Trägerschaft unterrichten lassen“, sagt Kleemann. „Was das Ministerium umgesetzt hat, ist ein Programm für 90 Prozent der Kinder an öffentlichen Schulen.“

Das komplette Interview lesen Sie hier:

Degrassi Katharina

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