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Greifswald Schwedin will Denkmalhaus retten
Vorpommern Greifswald Schwedin will Denkmalhaus retten
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06:33 30.09.2014
Das denkmalgeschützte Haus Baderstraße 2. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Neue Hoffnung für eines der bedeutendsten Denkmale der Stadt. Die Schwedin Birgitta Påemius ist bereit, das seit 20 Jahren leer stehende Gebäude Baderstraße 2 zu erwerben und zu sanieren. Sie ist eine Nachfahrin der berühmten Barockdichterin Sibylla Schwarz (1621 bis 1638), die in dem Haus geboren wurde. „Ich war geschockt, das Haus 2013 in so einem schlechten Zustand zu sehen“, schrieb sie der OZ. „Es ist doch nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Qualität der Arbeit von Sibylla Schwarz und aller, die Poesie lieben, sondern auch der Geschichte Greifswalds.“ Für sie ist klar: Hier muss geholfen werden.

Birgitta Påemius ist darum auch Mitglied des Sibylla-Schwarz-Fördervereins, der sich um das Erbe der pommerschen Sappho bemüht. Nach der Sanierung wäre eine öffentliche Nutzung des Geburtshauses der Dichterin angezeigt, meint die Schwedin. Ein Sibylla- Schwarz-Zentrum zur Förderung von Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur zum Beispiel wäre ideal. Eigentümer des Hauses könnten dann die Stadt oder eine Stiftung sein. „Meine Vorfahren sind seit Generationen schwedische Militärs“, erzählt Påemius über ihren Weg zu Sibylla Schwarz. „Ich habe im Internet Informationen zu meinem Großvater gesucht, einem Flugpionier am Beginn des 20. Jahrhunderts. Über einen mit mir entfernt verwandten Ahnenforscher stieß ich auf Sibylla Schwarz.“ Påemius wollte mehr wissen, fand im Netz den Schwarz-Experten Dr. Michael Gratz und besuchte ihn in Greifswald.

Leider findet das Angebot von Påemius kein Gehör: „Eigentümer Cornelius Siller hat mir schon im letzten Jahr mitgeteilt, dass er nicht verkaufen will“, sagt Påemius. Hintergrund: Nach OZ-Informationen hat der inzwischen verstorbene Vater des Göppingers das Gebäude nach der Wende für wenig Geld erworben. Er hat aber bislang keinen Euro investiert. Im Gegensatz zur Stadt, die mit knapp 200000 Euro Städtebaufördermitteln unter anderem das Dach abdichtete und den weiteren Verfall des Hauses stoppte. „Wir können die Reaktion von Herrn Siller auf das Angebot von Birgitta Påemius nicht verstehen“, kommentiert Dr. Sonja Gelinek, die Vorsitzende des Sibylla-Schwarz-Vereins. „Es ist offensichtlich, dass er nicht in der Lage ist, das Haus zu sanieren und einer sinnvollen, angemessenen Nutzung zuzuführen. Die Vereinsmitglieder werden häufig von Bürgern und Touristen angesprochen, dass sie den Zustand des Hauses skandalös finden.“ Die Stadt sei jetzt in der Pflicht, etwas zu tun, sagt Gelinek. Der Verein werde alles in seiner Macht stehende tun, um eine Sanierung zu unterstützen.

„,Eigentum verpflichtet‘, das scheint für manchen Bürger aus den alten Bundesländern nicht zu gelten“, unterstützt CDU-Fraktionschef Axel Hochschild den Verein. „Das Verhalten des Eigentümers ist völlig inakzeptabel. Sanieren geht vor spekulieren.“ Darum plädiere er im Interesse des Denkmals für die Enteignung. Genau das prüft die Stadt bereits auf Antrag der CDU. Der Eigentümer betont indes seit Jahren, selbst investieren zu wollen. Letzte Idee: Der Umzug des Bagdad-Imbisses ins Erdgeschoss und Wohnungen im Obergeschoss. Allerdings waren die vorgelegten Pläne nicht genehmigungsfähig.

„Am 15. Oktober wollen der Eigentümer und seine Architektin ihre aktuellen Pläne für eine Sanierung vorstellen“, informiert Bausenator Jörg Hochheim (CDU). Er hat sich mit der obersten Denkmalbehörde in Schwerin in Verbindung gesetzt. Den gegenwärtigen Stand der Prüfung eines Enteignungsverfahrens fasst Hochheim so zusammen: Der Zustand des Gebäudes ist noch nicht so schlecht, dass eine Enteignung vor Gericht standhalten würde. Man bemühe sich, mit dem Besitzer die denkmalgerechte Sanierung hinzubekommen.

Herausragendes Denkmal
Die Fassade des Hauses Baderstraße 2 mit ihrer für Greifswald einmalig großen Zahl von Luken stammt nach den Forschungen der Baushistoriker aus der Zeit um 1400. Ende des 17.
Jahrhunderts wurde sie mit S-Schwüngen barock ergänzt.
Die Dachkonstruktion wurde in den 1680er Jahren erneuert, im Keller blieb eine Holzbalkendecke von 1299 erhalten, die in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten ist.
Die Strukturen im Innern des Hauses sind unzerstört und fallen mit unter den Denkmalschutz.



Eckhard Oberdörfer

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