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Greifswald Spendenaktion „Rettet die Greif“: So können OZ-Leser dem Segelschiff helfen
Vorpommern Greifswald

Segelschiff "Greif" aus Greifswald vor dem Aus: Spendenaktion der OZ

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10:48 04.08.2020
Segelschulschiff „Greif“ im Hafen von Greifswald-Wieck. Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Das Segelschulschiff Greif, neben dem Marine-Schulschiff „Gorch Fock (II)“ das letzte noch aktive Berufssegelschiff in Deutschland, ist in schwere See geraten. Erst vor wenigen Tagen als „Denkmal von nationaler Bedeutung“ geadelt, droht dem traditionsreichen Segler aufgrund massiver Schäden das Aus.

Der Germanische Lloyd hatte nach einer Untersuchung im Winter die Klasse auf ruhend gesetzt und damit das 69 Jahre alte Schiff an die Leine gezwungen. Wird die Greif nicht für rund 3,5 Millionen Euro saniert, droht 2021 der Verfall der Klasse.

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Die Greif sei ein zentraler Baustein der deutschen Schifffahrtsgeschichte, sagte Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). „Die Stadt als Eigner steht in der Verantwortung, das Denkmal zu erhalten.“ Nun sucht die Kommune nach Co-Finanzierern, um das Segelschulschiff wieder flott zu bekommen.

Spendenaktion der OZ für die „Greif“

Die OSTSEE-ZEITUNG startet unter dem Motto „Rettet die Greif“ eine Spendenaktion. „Die Greif ist ein Stück Heimat und ein wichtiges maritimes Erbe. Mit unseren Lesern wollen wir helfen, das Schiff zu erhalten, möglichst fahrend“, so OZ-Chefredakteur Andreas Ebel.

So können Sie spenden

Die OSTSEE-ZEITUNG ruft Sie, liebe Leserinnen und Leser, unter dem Motto „Rettet die Greif“ zu Spenden an den Förderverein Rahsegler Greif e. V. auf. Die OZ will mit Ihrer Hilfe den 125 000 Euro teuren und dringend erforderlichen Neuaufbau des Holzdecks finanzieren. Die Erneuerung des Decks ist auch dann notwendig, sollte die Greif künftig im Hafen liegen bleiben müssen.Spendenkonto: Sparkasse Vorpommern Zahlungsempfänger: Förderverein Rahsegler Greif e. V. IBAN: DE 57 1505 0500 0102 1025 11Verwendungszweck: Rettet die Greif

Haben Sie eine tolle Erinnerung mit der „Greif“? Dann erzählen Sie uns Ihre persönliche Greif-Story. Über die schönsten, spannendsten, kuriosesten und bewegendsten Geschichten werden wir in der OSTSEE-ZEITUNG berichten. Schicken Sie Ihre Geschichte an: greifswald@ostsee-zeitung.de

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) signalisierte Unterstützung. „Wir sind gern zu Gesprächen bereit“, so Glawe. Die Stadt brauche den Willen, das Vorhaben entsprechend voranbringen zu wollen. Das Ministerium stellte aber auch klar: Touristische Infrastruktur kann gefördert werden, nicht aber die Wiedererlangung der Fahrtauglichkeit.

Alles zur Lage der „Greif“

Das Greifswalder Segelschiff „Greif“ befindet sich in Not. Ohne Hilfe kann es womöglich nie mehr in See stechen. Die OZ hat deswegen eine große Spendenaktion gestartet.

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Segelschiff „Greif“ ist eines der letzten seiner Art

Erst Mitte Juli hatte die Landesdenkmalpflege dem einzigen in der DDR gebauten Segelschulschiff wegen seines „besonderen Seltenheitswertes“ den Status als Denkmal von nationaler Bedeutung zuerkannt. Die im Stralsunder Hafen fahruntauglich liegende „Gorch Fock (I) “ stammt aus einer früheren Epoche. Der „Gorch Fock (II)“, ebenfalls wie die Greif in den 1950er Jahren erbaut, komme der besondere Zeugniswert wegen der vielen Umbauten nicht zu.

Die Geschichte der „Greif“

Das SegelschulschiffWilhelm Pieck“ wird am 27. Februar 1951 als „Schiff der Jugend“ im Auftrag der Landesregierung Mecklenburg auf der Warnowwerft auf Kiel gelegt. Gut fünf Monate später erfolgt bereits die Indienststellung des Zweimasters in Rostock, bis er 1954 nach Greifswald zur Hochseejachtenstation der Gesellschaft für Sport und Technik verlegt wird. 1959 beginnt der Ausbau des Standortes zur GST-Seesportschule, später Marineschule „August Lütgens“.

Das Schiff ist eine aus Stahl gebaute Schonerbrigg mit 15 Segeln und einer Gesamtsegelfläche von 570 Quadratmeter, es kann eine Geschwindigkeit von bis zu 14 Knoten (26 km/h) erreichen. Am vorderen Fockmast führt das Schiff typisch trapezförmige Rahsegel. 1991 übernimmt die Hansestadt Greifswald das Schiff von der Treuhand und benennt es in „Greif“ um.

Bei der 1. Hanse Sail in Rostock im August 1991 führt der Traditionssegler erstmals als Führungsschiff die Großseglerparade an. Knapp 52 000 Mitsegler waren seitdem mit der Schonerbrigg unterwegs – unter anderem auf Törns nach Bremerhaven, Helsinki, Turku, Kopenhagen oder Gdansk.

Von Martina Rathke