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Greifswald Senioren engagieren sich als Mediatoren in Schulen
Vorpommern Greifswald Senioren engagieren sich als Mediatoren in Schulen
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00:00 05.03.2015
Maria Lebek, Ursula Hörhager und Gudrun Ihlenfeld (v.l.) mit dem Flyer über die „Seniorpartner in School“. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Sie sind klug, können auf reichlich Lebenserfahrung bauen, fühlen sich fit und gehören deshalb noch längst nicht zum alten Eisen: Maria Lebek (66), Gudrun Ihlenfeld (67) und Ursula Hörhager (66) haben zwar ihr Berufsleben bereits hinter sich gelassen, wollen aber ehrenamtlich als „Seniorpartner in Schulen“ noch einmal voll durchstarten.

Seniorpartner helfen Kindern und Jugendlichen bei der gewaltfreien Lösung von Konflikten. „Dieses Angebot gibt es bereits an rund 200 Schulen in 13 Bundesländern“, berichtet Maria Lebek. Nur Mecklenburg-Vorpommern sei — neben Bremen und dem Saarland — noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das soll sich bald ändern. Und Greifswald macht den Anfang. Eine 96-stündige Ausbildung, die im Juni beginnt, befähigt Interessenten für diese Tätigkeit. Ein erster Infotag im Januar, so Maria Lebek, erfreute sich relativ großer Resonanz. 16 Senioren machten sich schlau und erfuhren Details über diese Art von bürgerschaftlichem Engagement.

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Ein spannendes Vorhaben, das sich die ehemalige Lehrerin Ursula Hörhager sehr gut vorstellen kann: „Viele Kinder sind nicht in der Lage, Probleme mit Mitschülern verbal zu lösen“, weiß sie aus Erfahrung. „Ganz schnell ist da Gewalt im Spiel“, fügt Maria Lebek hinzu. Als Streitschlichter wollen sie den Kindern auf Augenhöhe begegnen. „Wir treten nicht als Lehrer auf, können unbefangen, völlig vorurteilsfrei zuhören“, sagt die studierte Ingenieurin. „Wir sehen uns auch nicht als Konkurrenz zu Sozialarbeitern in der Schule, sondern eher als Ergänzung, wollen einfach nur helfen“, erklärt Hörhager.

Angst vor dieser Herausforderung hätten sie nicht, sagen die drei Damen übereinstimmend. Weshalb auch? Immerhin hätten sie alle Kinder großgezogen und würden bereits als Großmütter agieren. „Die Konfliktthemen sind uns also bekannt“, sagt Gudrun Ihlenfeld, die einst Landwirtschaft studierte, die zurückliegenden zwei Jahrzehnte allerdings in einer Bibliothek und im Jugendclub gearbeitet hat.

Das war in Ferdinandshof, wo sie bis 2014 lebte. Plötzlich allein und im Ruhestand wollte sie dort aber nicht ihre letzten Jahre verbringen: „Ich muss etwas tun, zog deshalb zu meinen Kindern nach Greifswald und suchte nach einer sinnvollen Betätigung“, erklärt sie ihr Interesse an der neuen Aufgabe. Außerdem: „Großeltern sind Vertrauenspersonen. Wir wollen nichts von ihnen, habe keine Forderungen.“ Das ermögliche eine andere Sichtweise und die Chance, die Kinder und Jugendlichen an mögliche Konfliktlösungen heranzuführen. Sie sollen im Gespräch möglichst selbst Mittel und Wege finden, das Problem in den Griff zu bekommen.

Wer sich einmal entschieden habe, als Seniorpartner zu agieren, werde sich nach der Ausbildung regelmäßig an einer Schule betätigen. „An einem, vielleicht sogar an zwei Tagen in der Woche“, sagt Maria Lebek. Schulen, die über solche Streitschlichter verfügen, seien froh über dieses freiwillige Engagement der Senioren. Profitieren würden am Ende alle Seiten. Und gebe es keine schnelle, keine einfache Lösung für einen schwerwiegenden Konflikt, „gibt es auch immer noch professionelle Hilfen“, sagt Ursula Hörhager.

Mitstreiter gesucht
Seniorpartner in School — kurz SiS genannt — ist ein vom Bund gefördertes und mehrfach ausgezeichnetes Projekt, das bereits in 13 Bundesländern läuft. Es soll Brücken zwischen Alt und Jung schlagen. Der gleichnamige Bundesverband, 2009 gegründet, begleitet Neugründungen und hilft bei der Ausbildung. Diese umfasst 80 Stunden Mediation sowie 16 Stunden Bildungsbegleitung. Im Juni beginnt in Greifswald ein Kurs. Bei Interesse: ☎ 89 27 30.



Petra Hase

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