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Greifswald Enkeltrick: Oft Sparkassenkunden betroffen
Vorpommern Greifswald Enkeltrick: Oft Sparkassenkunden betroffen
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06:00 03.05.2019
Enkeltrick, Haustürgeschäfte und unseriöse Gewinnbenachrichtigungen: Im Wolgaster Altenhilfezentrum wird dank Polizei und dem Netzwerk für Senioren und Behinderte umfassend Aufklärung betrieben. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast/Anklam

Traurig, aber wahr: Während es am Dienstagmittag Mitarbeitern der Sparkasse Vorpommern in Anklam gelungen ist, eine 84-Jährige davor zu bewahren, Opfer des sogenannten Enkeltricks zu werden, waren nur wenige Stunden später am Nachmittag die Versuche bei einer 90-jährige Frau in Wolgast, sie zu warnen, vergeblich. Die Frau hat 11 000 Euro von ihrem Konto bei der Sparkasse Vorpommern abgeholt und das Geld dann einem Fremden übergeben.

„Uns schmerzt die Nachricht total“, sagt Kati Ambrosat, Sprecherin der Sparkasse Vorpommern. Die Mitarbeiter der Sparkasse würden immer sehr genau darauf achten, wenn Kunden plötzlich ohne ersichtlichen Grund eine große Summe Bargeld abheben wollen. Gerade bei älteren Menschen seien die Mitarbeiter sehr aufmerksam. „Wir fragen immer gezielt, aber diskret nach, wofür das Geld bestimmt sei und verweisen auf die Möglichkeit, große Summen an Privatpersonen lieber zu überweisen bzw. größere Rechnungen per Überweisung zu bezahlen“, erläutert Ambrosat. Dennoch sei es natürlich üblich, dass Kunden auch mal Tausende Euro abheben, wenn es auf Reisen gehe oder ein Möbelkauf anstehe.

Die Sparkassen-Mitarbeiter würden regelmäßig geschult, damit sie gerade solche Betrugsmethoden wie den Enkeltrick schnell erkennen. Dazu arbeitet das Geldinstitut auch eng mit den Polizeiinspektionen Anklam und Stralsund zusammen. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter auf dem aktuellsten Stand bei diesen Betrugsmaschen sind“, sagt Kati Ambrosat.

Kati Ambrosat ist Sprecherin der Sparkasse Vorpommern. Quelle: Christopher Gottschalk

Im Fall der alten Dame aus Anklam sollten mehrere Tausend Euro für ihren Enkel sein. Die Filialmitarbeiter hatten gleich die Vermutung, dass es sich um einen Trickbetrug handelt. Mit Hilfe der Familie der Frau stellte sich heraus, dass die Mitarbeiter mit ihrer Vermutung richtig lagen. Auch die 90-jährige Frau in Wolgast sei gebeten worden, nicht so viel Bargeld mitzunehmen. „Doch die Kundin ist geistig noch sehr fit. Sie war mit dem Taxi zu uns gekommen und hat betont, dass die Abhebung der großen Summe familiär bedingt sei und seine Richtigkeit habe. Dann sind uns natürlich die Hände gebunden, denn es ist das Geld der Rentnerin“, erklärt die Sparkassen-Sprecherin.

Die 90-jährige Dame in Wolgast hat das Geld, ihre Ersparnisse, am Dienstagabend gegen 20 Uhr in der Ostrowskistraße vor dem Haus Nr. 4 an einen ihr unbekannten Mann übergeben – und erst später begriffen, dass sie Opfer von Betrügern wurde. Nun werden durch die Polizei Zeugen gesucht, die Beobachtungen gemacht haben.

Im Bereich des Präsidiums Neubrandenburg ist es Dienstag zu zahlreichen Anrufen bei älteren Leuten gekommen. Sie alle berichteten, dass sie von vermeintlichen Verwandten um Geld gebeten wurden, weiß Claudia Tupeit, Sprecherin des Polizeipräsidiums. „Aufgrund der Häufung dieser Enkeltricks warnen wir erneut vor solchen Trickbetrügern, die seit Jahresbeginn in unserem Bereich schon mehrfach erfolgreich waren“, sagt Tupeit. Sie rät älteren Menschen eindringlich, wachsam zu sein bei Anrufen vermeintlicher Verwandter oder beauftragter Personen, die schnell eine größere Summe Geld benötigen würden. Da helfe immer die Nachfrage beim jeweiligen Verwandten, ob er tatsächlich Geld brauche.

Bei Misstrauen: immer auflegen, Polizei informieren unter der 110 und Anzeige erstatten! „Übergeben Sie nie Geld an fremde Personen, also nicht an sogenannte Beauftragte von Enkeln/Verwandten, aber auch nicht an vermeintliche Polizisten“, rät Tupeit. Die aktuellen Fälle in Anklam und Wolgast würden belegen, dass es nach wie vor zahlreiche gutgläubige Menschen gebe. Deshalb müsse die Aufklärung weitergehen, auch wenn es manch einem Mitbürger schon lästig sei. „Alten Menschen haben so lange gespart, da ist ein geglückter Enkeltrick umso bedauerlicher. Und es könnte ja auch die eigene Oma treffen“, animiert auch Kati Ambrosat zu Wachsamkeit.

Cornelia Meerkatz

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