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Greifswald Stadt stemmt Hochbauten über 120 Millionen Euro
Vorpommern Greifswald Stadt stemmt Hochbauten über 120 Millionen Euro
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15:41 22.03.2019
Für die neue Kita „Zwergenland“ im Greifswalder Ostseeviertel begannen die Bauarbeiten. Sie sollen im März 2020 abgeschlossen werden. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

In dieser Größenordnung gab’s das noch nie: Das Immobilienverwaltungsamt der Hansestadt bewegt derzeit laut Amtsleiter Winfried Kremer zehn städtische Großprojekte mit einem Volumen von über 120 Millionen Euro. „Daneben gibt es weitere kleine. Und das alles mit zehn Bauingenieuren“, sagt er. Das Amt gerate an die Grenze des Erträglichen.

Mit Spannung erwartet die Stadt derzeit die Submissionsergebnisse für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie. Der Bau an der Rathenaustraße ist mit 37 Millionen Euro das bisher finanzkräftigste Vorhaben der Stadt. „Ursprünglich gingen wir von 30 Millionen Euro aus“, erinnert Kremer, skeptisch, ob die geplante Kostensteigerung ausreiche. Die Baubranche boomt. „Aktuell haben wir Aufträge über 2,3 Millionen Euro ausgelöst. 70 Prozent der Bauleistungen sind ausgeschrieben“, sagt er.

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Wie schnell sich ein Projekt verteuern kann, verdeutlicht das Stadtarchiv. Einst für sechs Millionen Euro geplant, lagen die Kosten bei der Grundsteinlegung im Sommer 2018 bei 7,2 und jetzt bei 8,1 Millionen Euro. Auch der Bauablauf „verzögerte sich aufgrund der Neuausschreibungen einiger Lose erheblich. Derzeit planen wir eine Fertigstellung im Februar 2020“, sagt Kremer. Die ersten Arbeiten An den Wurthen hatten im Herbst 2017 begonnen.

Finanziell sehe der Neubau der „Erwin-Fischer-Schule“ bislang gut aus. „Wir liegen bei 17,3 Millionen Euro“, so Kremer. Geplant hatte die Stadt 18,2 Millionen Euro. Das verbleibende Geld wurde bereits zur Deckung anderer Bauvorhaben eingesetzt (die OZ berichtete). Allerdings: „Der Zeitrahmen ist äußerst knapp“, gibt der Amtschef zu bedenken. Die Schule soll im August fertig sein. Doch es habe einige Verzögerungen gegeben – saisonbedingt, aber auch, weil ein Auftrag wegen Insolvenz erneut ausgelöst werden musste. Derzeit arbeiten die Gewerke an der Fertigstellung des Innenausbaus, auch die Fassade sei fast abgeschlossen.

Zum August nicht fertig wird die „Ernst-Moritz-Arndt-Schule“. „Der Bauverzug wegen des erhöhten Schadstoffaufkommens beträgt sechs Monate“, erinnert der Amtschef an ein bereits öffentlich gemachtes Problem. Dies trage auch zur Kostensteigerung der Sanierung bei. Ging die Stadt ursprünglich von sechs Millionen Euro aus, müsse nun eine halbe Million Euro mehr gezahlt werden. Kremer hofft, dass die Arbeiten im Dezember beendet werden können.

Während diese Projekte laufen, steht das nächste große in den Startlöchern: Die Stadt will die Theatersanierung anpacken. Kostenschätzungen gehen von 23 Millionen Euro aus. Doch das kann sich noch ändern. „Bestandserkundung und Begutachtung von Schadstoffen sowie Baugrund haben stattgefunden“, so Kremer. Das beauftragte Planungsbüro erarbeite derzeit ein Grobkonzept mit Maßnahmenkatalog, das inklusive Kostenplan im April vorgestellt werden soll.

Baggerfahrer haben derweil die Baustelle der Kita „Zwergenland“ im Ostseeviertel erobert. Anfang März starteten die Erdarbeiten. Innerhalb eines Jahres soll hier für 4,7 Millionen Euro eine moderne Tagesstätte entstehen. „Bislang haben wir sieben von 31 Bauaufträgen für rund 1,5 Millionen Euro ausgelöst“, sagt Kremer. Bedeutet: Die Zitterpartie läuft noch. Solange nicht alles beauftragt ist, stehen die Gesamtkosten in den Sternen.

Beginnen soll der Kita-Neubau am Thälmannring, mit Fertigstellung wird dann aus „Marschak“ „Tausend Farben“. Kosten: 4,6 Millionen Euro. Ursprünglich sollte das Projekt vor „Zwergenland“ starten. „Doch wir warten noch auf den Fördermittelbescheid, vorher darf es nicht losgehen“, erklärt Achim Lerm, Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Hansekinder. Da der Betrieb keine eigene Hochbauabteilung hat, betreut das städtische Amt die Vorhaben.

Dazu zählt ebenso die Sanierung der Kita „Friedrich Wolf“ in Schönwalde I. „Bis Ende März soll die Vorplanung stehen“, sagt Kremer und erwähnt, dass bereits Planungsaufträge erteilt wurden. Lerm und seine Mitstreiter indes haben entschieden, dass die ursprünglich geplante Sanierung bei laufendem Kita-Betrieb nicht stattfindet. „Das wäre für alle Beteiligten zu schwierig“, sagt er. Das Konzept sehe jetzt vor, nach Fertigstellung der neuen Kita „Zwergenland“ mit den Kindern der Kita „Wolf“ für die Sanierungsphase ins alte „Zwergenland“ zu ziehen. Erste Kostenschätzung: vier Millionen Euro.

In Vorbereitung ist die Sanierung der Sporthalle im Puschkinring. Ziel sei es, das Vorhaben 2020 zu starten. Baugrunduntersuchungen seien bereits gelaufen, erste Ausschreibungen in Vorbereitung. Doch aufgrund fehlender Kapazitäten im Amt sei eine Bearbeitung derzeit nicht möglich. Erste Kostenschätzung: vier Millionen Euro.

Die Turnhalle der Friedrichschule wurde zwar schon eingeweiht, doch Teile der Außenanlagen wurden witterungsbedingt nicht termingerecht fertig. Die Arbeiten sollen im April/Mai nachgeholt werden. Der Bau wurde mit 4,5 Millionen Euro eine halbe Million teurer als gedacht.

Petra Hase

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