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Greifswald Stadtbibliothek Greifswald bietet seit 10 Jahren digitale Medien an
Vorpommern Greifswald Stadtbibliothek Greifswald bietet seit 10 Jahren digitale Medien an
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12:18 17.06.2019
Sylvia Buchwald ist von Kindesbeinen an eine Leseratte und nutzt intensiv die Onleihe als Angebot der Stadtbibliothek Greifswald. Quelle: HGW
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Greifswald

In ihrer Wohnung stapeln sich die Bücher in den Regalen doppelt und dreifach. Platz für neuen Lesestoff? „So gut wie nicht mehr“, sagt Sylvia Buchwald. Deshalb zögerte die Greifswalderin auch keinen Moment, als die StadtbibliothekHans Fallada“ vor zehn Jahren die elektronischen Medien in ihr Angebot aufnahm. Ihren ersten e-Book-Reader, also ein digitales Lesegerät in Portmonee-Größe, bekam sie quasi noch unter der Hand – und mochte ihn fortan nicht mehr missen. „Das Teil passt in jede Handtasche, ermöglicht praktisch überall das Lesen, ohne ein dickes Buch mitschleppen zu müssen“, sagt die Deutsch- und Englischlehrerin der Caspar-David-Friedrich-Schule. Allein in diesem Jahr lieh sie sich bislang 50 Bücher online aus.

Als die Greifswalder Stadtbibliothek im Juni 2009 mit den e-Medien startete, war sie Vorreiter im Land. Ein gutes Jahr später gründete sie gemeinsam mit der Wolgaster Einrichtung den „Bibliotheksverbund Nord“, dem 2012 Bergen und ein Jahr darauf auch Ribnitz-Damgarten beitraten. „Dieser Verbund war der Vorläufer der Onleihe MV, die im November 2015 mit 31 öffentlichen Bibliotheken an den Start ging“, sagt Bibliotheksleiterin Anja Mirasch. Heute gehörten landesweit 34 Häuser dazu, sei das elektronische Angebot nicht mehr wegzudenken. „Den Greifswaldern stehen mittlerweile mehr e-Medien zur Verfügung als Medien bei uns in den Regalen“, sagt sie. Der gesamte Bibiotheksverbund habe mit Hilfe von Landesmitteln bislang 79000 Lizenzen für e-Books, -Hörbücher, -Zeitschriften und anderes mehr bei Verlagen erworben. Und jedes Jahr komme eine erhebliche Anzahl dazu. Das stoße auf große Resonanz. „Wurden 2009 gerade einmal 2000 Medien digital entliehen, waren es im vorigen Jahr bereits über 41000“, verdeutlicht Anja Mirasch. Und schon jetzt sei klar: „Der Trend geht weiter nach oben. Wir gewinnen jedes Jahr etwa zehn Prozent dazu“, berichtet sie und freut sich, dass die Greifswalder im Vergleich mit anderen zu den eifrigsten Nutzern gehören: „In unserer Stadt nutzen 3,4 Prozent der Einwohner die Onleihe, das ist mit Abstand der beste Wert. Rostock liegt bei 2,4 und alle anderen Orte unter zwei Prozent.“ Auffällig dabei: Das Gros der Digitalleser ist jenseits der 45 Jahre. Besonders Ältere nutzen die Hilfe der Stadtbibliothek beim Einrichten der Onleihe-Seite. „Wer Unterstützung braucht, kann zu den Öffnungszeiten immer zu uns kommen“, sagt Mirasch.

Für Sylvia Buchwald indes ist das digitale Lesen längst zur Gewohnheit geworden. „Früher habe ich mehrere Bücher mit auf Reisen genommen, heute reicht der leichte Reader. Oder sogar nur mein Smartphone, da sich die beiden Geräte synchronisieren. Sind Bücher vergriffen, kann ich sie kostenlos vorbestellen und bekomme über eine E-Mail Nachricht, wenn sie bereit stehen“, nennt sie weitere Vorteile. Zudem gebe es auch keine Versäumnisgebühren nach Ablauf der Ausleihfrist, da das Buch nach den 21 Tagen einfach nicht mehr online verfügbar ist. Das Hin- und Hertragen des Lesestoffs entfalle. Ganz zu schweigen von den Kosten: Zwar kaufe sie auch heute noch das eine oder andere Exemplar in der Buchhandlung, aber nur noch ausgewählte Publikationen. Der finanzielle Vorteil eines Bibliotheksnutzers liege auf der Hand: Für 15 Euro pro Jahr könne jeder so viel lesen wie er wolle – ob klassisch oder digital wie Sylvia Buchwald.

Trotzdem kommt sie regelmäßig in die Stadtbibliothek. Denn die Klassenlehrerin einer fünften Klasse sackt immer wieder Literatur für ihre Schützlinge ein. „Kinder sollten natürlich noch ein richtiges Buch in die Hand nehmen. Das digitale Lesen kommt später“, sagt die gebürtige Wolgasterin und freut sich daher über die „super Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek“. Antje Töppner packe alle paar Wochen Bücherkisten mit spannender Lektüre für die Schüler. „In diesem Jahr hat Sylvia Buchwald schon 328 Bücher hin- und hergeschleppt“, würdigt die Kinderbibliothekarin das Engagement der Lehrerin. Und die wiederum freut sich, die 23 Mädchen und Jungen mit ihrer Leseleidenschaft angesteckt zu haben. „Obwohl die Aktion ,Ferienleselust’ erst am Mittwoch startet, sind alle Schüler schon angemeldet. Es ist toll zu sehen, mit welcher Begeisterung sie die Bücher auswählen und sich gegenseitig auch Geschichten empfehlen“, sagt Sylvia Buchwald. Im neuen Schuljahr werde sie deshalb auf Anregung der Kinder einen Leseclub in der Schule gründen.

Petra Hase

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