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Greifswald Stadtteiltreff braucht Finanzspritze
Vorpommern Greifswald Stadtteiltreff braucht Finanzspritze
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06:18 02.09.2014
Tina Kühnapfel (l.) hilft Selina Liebert ehrenamtlich bei den Hausaufgaben. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Das Begegnungszentrum Schwalbe steckt finanziell in der Klemme. 25 000 Euro sind allein für dieses Jahr erforderlich, damit der Stadtteiltreff in Schönwalde II (Maxim-Gorki-Straße 1) sich neu aufstellen und besser vermarkten kann. Seit Jahren dümpelte die städtische Einrichtung vor sich hin, der Verein ISSA kümmerte sich ehrenamtlich um die Vermietung des Veranstaltungssaales und die Koordination der Vereinsarbeit.

Das sollte sich nun ändern. Die Stadt stellte 25 000 Euro in den Haushalt ein, damit jemand angestellt werden kann, der die leer stehenden Räume vermietet, einen Internetauftritt und Flyer erarbeitet sowie auf eine gemeinsame Identität des Hauses hinwirkt. Stefanie Riech hat diese Aufgabe im Mai übernommen. Doch um die Finanzierung ihrer Stelle und einiger Sachkosten ist im Finanz- und im Sozialausschuss in der vergangenen Woche eine Debatte entbrannt. Das Problem: Die Stadt muss sparen und hatte im Zuge der Haushaltskonsolidierung 2013 die geplante Stelle in der Schwalbe mit einem Sperrvermerk versehen. Das geschah allerdings in nichtöffentlicher Sitzung, wie Carola Felkl betont. Die Leiterin des städtischen Jugend- und Sozialamtes habe die Sperrung der Mittel deswegen nicht mitbekommen und einen Vertrag mit Riech längst auf den Weg gebracht. Nun stehen die Bürgerschaftsmitglieder vor der etwas ungewöhnlichen Situation, dass sie Gelder freigeben sollen, die zum Teil schon ausgegeben sind. So zumindest empfinden es kritische Stimmen des Stadtparlamentes (die OZ berichtete).

Sozialdezernent Ulf Dembksi (SPD) erklärt: „Das bereits ausgegebene Geld kann über einen anderen Haushaltsposten abgerechnet werden. Sollte die Bürgerschaft der Einrichtung einer solcher Stelle allerdings nicht zustimmen, müsste die Maßnahme abgebrochen werden.“ Heißt: Der Vertrag mit Stefanie Riech wird wieder gekündigt, dem Stadtteilzentrum Schwalbe fehlt eine Person, die sich darum kümmert, den Veranstaltungsraum an Familien zu vermieten oder die Kursangebote zu koordinieren. Das jedoch wäre fatal, wie Yvonne Görs (Linke) betont. „Wir brauchen eine solche Stelle. Sonst war das ganze Geld, das die Stadt in die Sanierung gesteckt hat, umsonst“, findet Görs. Auch Felkl plädiert dafür, dass sich jemand um die Vermietung der leer stehenden Räume kümmert und die Arbeit der Vereine vernetzt.

Sechs Organisationen sind derzeit im Haus ansässig: die Ausbildungsgemeinschaft Neubrandenburg (eine Koordinierungsstelle für junge Mütter und Väter), die Familien- und Jugendhilfe Junghans, ISSA, der Literatursalon, die ambulante sozialpädagogische Familienhilfe SAV und der Verbund sozialer Projekte (sozialpädagogische Tagesgruppe). Frisch ausgezogen sind das Jugendamt und die Volkssolidarität mit ihrer Stadtteilkantine. Die Wohlfahrtsorganisation will ihre Arbeit künftig auf das Aktivierungs- und Integrationszentrum (AIZ) im Boddenhus konzentrieren. „Das ist ein großer Verlust für die Schwalbe, weil dadurch die Senioren ihren Bezugspunkt im Haus verlieren“, bedauert Riech, die die Schwalbe nicht nur als Jugendtreff sieht, sondern Kinder, Jugendliche, Eltern und eben auch Rentner ansprechen will. Für alle Gruppen soll die Schwalbe ein Ort sein, „an dem sie ein offenes Ohr finden“.

Mit ihrer flammenden Rede erkämpfte sich Riech einen Platz in den Herzen der Ausschussmitglieder, die mit großer Mehrheit empfahlen, die Mittel freizugeben. Die Bürgerschaft entscheidet am 15.

September.

Jugend- und Sozialarbeit als freiwillige Aufgabe
Seit der Kreisgebietsreform 2011 ist der Kreis Vorpommern-Greifswald für die Jugend- und Sozialarbeit in Greifswald zuständig. Das Angebot an Jugendclubs und Begegnungsstätten ist in Greifswald deutlich besser ausgebaut als im restlichen Kreis. Dieser hat kein Geld, um in vergleichbarem Umfang wie die Hansestadt Angebote zu stemmen.
Greifswald gewährt daher sogenannte freiwillige Zuschüsse für die Jugend- und Sozialarbeit. 200 000 Euro stehen hier jährlich zu Verfügung.



Katharina Degrassi

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