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Greifswald „Stoewer“: Pommerscher Greif stand für sehr noble Automarke
Vorpommern Greifswald „Stoewer“: Pommerscher Greif stand für sehr noble Automarke
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17:13 27.10.2019
80 Jahre alte Stoewer-Autos in der Ausstellung Quelle: Erwin Rosenthal
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Stettin

Obwohl die Firma aus Stettin zwischen 1899 und 1945 einige der modernsten Automobile ihrer Zeit gebaut hat, ist die Marke Stoewer weitgehend in Vergessenheit geraten. Der gekrönte pommersche Greif als Kühlerfigur, jahrzehntelang Statussymbol einer sehr noblen Automobilmarke, ist nur noch in Museen oder bei Oldtimer-Rallyes zu bewundern. Heute existieren noch ca. 240 Stoewer-Automobile.

Auch in Vorpommern gibt es Bemühungen, das Stoewer’sche Erbe zu erhalten. So hat das Pommersche Landesmuseum in Greifswald den Kühler eines Stoewer D 9, made in Stettin, erworben, in Eggesin gibt es seit 2006 eine Stoewerstraße. Der ehemalige Mechaniker der Stoewerwerke, Joachim Buß, hatte sich für die Namensgebung starkgemacht.

Den Coup hat aber Stettin (Szczecin) gelandet. Die Stoewer-Sammlung von Manfried Bauer aus Wald-Michelbach im Odenwald (Hessen) ist in diesem Jahr fast komplett in die Odermetropole gewechselt. Im früheren Stettiner Straßenbahndepot aus Kaiserzeiten sind ab Herbst 2019 Oldtimer sowie die anderen Exponate im Museum für Technologie und Kommunikation (Niemierzyńska 18A) zu besichtigen.

Der gebürtige Stettiner Bauer erfüllte sich 2002 den Traum vom eigenen Oldtimermuseum. In einem ehemaligen Bankgebäude eröffnete er das einzige Stoewer-Museum der Welt. Für die Pflege der pommerschen Industriegeschichte sah sich das Land Hessen aber nicht zuständig. Bauer hat daher sieben Stoewer Automobile, acht Fahrräder, 90 Näh- und Schreibmaschinen sowie weitere 800 Stoewer-Exponate an die heute polnische Stadt verkauft. Vor 160 Jahren begann dort die Produktion der Stoewer’schen Nähmaschinen, Fahrräder, Schreibmaschinen und etwas später der Automobile.

Die Stoewer’sche Kühlerfigur Quelle: Erwin Rosenthal

Die treibende Kraft für den Aufkauf war Stettins Stadtpräsident Piotr Krzystek, der im „Stettiner Kurier“ (Kurier Szczeciński) seine Entscheidung so begründete: „Stoewer kommt nach Hause zurück. Einen besseren Ort auf der Welt zur Ausstellung dieser Marke gibt es nicht“. Weiter heißt es: „Aus Stettiner Sicht ist diese Sammlung von unschätzbarem Wert … In Stettin produzierte Automobile, das ist schon was. Mercedes hat von Stoewer gelernt und BMW produzierte die ersten Fahrzeuge erst über 20 Jahre später“.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ragte der drittälteste deutsche Automobilhersteller Stoewer (nach Benz und Daimler) unter den mehr als 200 deutschen Automobilbauern als kleine, aber sehr feine und vielleicht innovativste Marke heraus. Das Unternehmen war im Wortsinn ein Hort technischer Innovationen. Die Gebrüder Stoewer gehörten zu den Ersten in Deutschland, die in ihre Pkw Vierzylindermotoren und später Achtzylindermotoren einbauten. Ein Highlight war der 1921 vorgestellte, von einem sechszylindrigen Stoewer-Flugzeugmotor angetriebene Stoewer D7, zu dieser Zeit das anzugsstärkste Automobil Deutschlands. Mit einem Hubraum von 11 Litern leistete der Motor 120 PS. Die Stoewers führten Aluminium-Motorblock, Frontantrieb und Schwingachse ein. Auch bei Autorennen war man erfolgreich. Bei der XVIII. Rallye Monte Carlo im Jahre 1939 gewann das Stoewer-Team Schultze eine Silbermedaille. (wird fortgesetzt)

Von Erwin Rosenthal

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