Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Storch stirbt nach Beschuss mit Luftgewehr
Vorpommern Greifswald Storch stirbt nach Beschuss mit Luftgewehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:14 29.05.2018
Der Storch vor der Kirchentür in Ludwigsburg wies neben Schnabel- und Genickbruch auch eine Schussverletzung auf. Quelle: Detlef Niemann
Anzeige
Greifswald/Ludwigsburg

Eine Storchendame lag vor wenigen Tagen frühmorgens vor der Kirchentür in Ludwigsburg. Die Verletzungen des Tieres sprechen eine deutliche Sprache: Genickbruch, Schnabelbruch und kaputte innere Organe. Doch eine weitere Verletzung macht ganz besonders sprachlos: Auf den Storch wurde mit einem Luftgewehr geschossen. Eine Röntgenaufnahme zeigt deutlich ein verkapseltes Diabolo – das ist das Projektil eines Luftgewehres – in seinem Oberschenkel.

Anzeige

Schuss aus nächster Nähe

Der Storchenbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Greifswald und zugleich Cheftierpfleger des Greifswalder Tierparks, Frank Tetzlaff, ist fassungslos: „Wer macht so was und schießt auf einen Storch? Der Schuss muss aus nächster Nähe auf das Nest abgegeben worden sein, denn auf dem freien Feld trifft kein Schütze“, ist er überzeugt. Er vermutet, dass das morgendliche Geklapper jemanden gestört haben könnte. Der Ludwigsburger Storchenbeobachter Detlef Niemann hat Frau und Herrn Adebar noch um 4 Uhr beim Blick durch die Webcam gemeinsam im Nest sitzen sehen.

Rettung im richtigen Moment

Da ein Elternteil das Aufziehen der Jungen allein nicht leisten kann, wurde sofort Frank Tetzlaff informiert. Der sammelte aus dem Gelege die fünf Storcheneier – zwei davon wiesen schon eine Öffnung zum Schlüpfen auf – und nahm sie mit nach Greifswald. Dort schob er, wie schon einige Wochen zuvor die vier Eier aus einem Gelege in Owstin, den Tierparkstörchen unter. Damals war die Storchendame in eine Stromleitung geraten und verendet. „Das war Rettung noch im richtigen Moment“, sagt Detlef Niemann. Für den zurückgebliebenen Storchenmann hofft er, dass er sich wieder neu verpaart. „Dann würde er dem Neststandort treu bleiben, wie Erfahrungen zeigen“, meint der Storchenbeobachter.

Acht Jungstörche schon geschlüpft

Die insgesamt neun untergeschobenen Eier wurden allesamt angenommen. Acht Jungstörche sind bereits geschlüpft und gedeihen prächtig. Sie werden zum Ende des Sommers Richtung Süden fliegen. „Damit haben unsere invaliden Störche, die wegen Verletzungen nicht mehr wegfliegen können und hier überwintern, bereits für acht zusätzliche Jungstörche gesorgt. Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagt Frank Tetzlaff.

Meerkatz Cornelia

Mehr zum Thema

Unternehmen sichert schnellen Neubau zu. Die Mitarbeiter arbeiten inzwischen in einem anderen Markt. Niemand wird entlassen.

25.05.2018

Mehrere Bürgerschaftsmitglieder appellierten, die Entscheidung der Universität Greifswald zur Ablegung des Namens Ernst Moritz Arndt zu akzeptieren. Ein Beschluss, den alten Namen weiter verbindlich zu nutzen, wurde abgelehnt.

25.05.2018

Die Ortsvereine in Mecklenburg-Vorpommern fordern eine schnelle Neuausrichtung der Partei, die Jusos Abkehr von Hartz IV.

26.05.2018