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Greifswald Straße oder eigener Weg; Wo sollen die Radler fahren?
Vorpommern Greifswald Straße oder eigener Weg; Wo sollen die Radler fahren?
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18:15 15.10.2018
Blick zum Humboldtgymnasium an der Kreuzung Thälmannring/Makarenkostraße
Blick zum Humboldtgymnasium an der Kreuzung Thälmannring/Makarenkostraße Quelle: PeterBinder
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Greifswald

Die Schüler sollen künftig sicherer zur Erich-Weinert-Schule und dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium gelangen können. Was dafür der beste Weg ist, darüber wird bei der geplanten Umgestaltung des Thälmannrings gestritten. Die Planung sieht Tempo 30 aber keine getrennten Radwege vor. Das lehnen Teile der Stadtpolitik ab.

Bei Tempo 30 dürfe laut Gesetz auch kein separater Radweg gebaut werden, so die Planer. Auch Radfahrstreifen (durchgezogene Linie, nicht überfahrbar) sind wegen des geringen gestatteten Fahrtempos nicht vorgesehen. Radler sollen aber auf dem Gehweg fahren dürfen. Das komme all denen entgegen, die sich dort sicherer fühlen. „Unser erklärtes Ziel ist es aber, die Radfahrer auf die Straße zu bringen, weil das sicherer ist“, betonte Verkehrsplanerin Heidrun Enders. Das entspräche den Ergebnissen der Unfallforschung.

Monique Wölk (SPD) plädierte im Bauausschuss für einen auch baulich sichtbar abgetrennten Radschutzstreifen auf der Straße. Zu den Befürwortern des Radwegs zählte auch Schulleiter Ulf Burmeister vom Humboldtgymnasium. „Für das Sicherheitsgefühl ist ein physisch getrennter Radweg besser, das ist einfach so“, sagte er. „Bei Tempo 30 darf es laut Straßenverkehrsordnung keine getrennten Spuren geben“, hielt Grit Hanke, stellvertretende Leiterin des Tiefbau-und Grünflächenamtes, dagegen. Auch ein Radschutzstreifen, also die überfahrbare gestrichelte Linie auf der Straße, sei eigentlich nicht nötig, unterstützte sie Erik Wilde, Abteilungsleiter Stadtentwicklung: „Das ist nur eine psychologische Krücke.“

„Ich denke diese Planung ist klar die beste Lösung“, sagte Ausschussmitglied Gerd-Martin Rappen. „Die Entscheidung, wo sie fahren wollen, ob auf dem Bürgersteig oder auf der Straße liegt bei den Nutzern. Das ist doch eigentlich ein guter Kompromiss.“ Sein Fraktionskollege Christian Kruse sprach von einer praxisfernen Debatte und argumentierte für pragmatisches Denken „Es gilt der Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung, der Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme fordert.“

Letztlich gab es im Bauausschuss dann auch eine deutliche Mehrheit für den Verwaltungsvorschlag. Im Bildungsausschuss wurde zwar nicht abgestimmt, man blieb aber ohne echte Alternativvorschläge. „Wir bauen entsprechend der gesetzlichen Grundlagen“, bekräftigte OB Stefan Fassbinder (Grüne). „Die Bürgerschaft kann gerne abstimmen, aber nicht, wenn es außerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen ist.“

Oberdörfer Eckhard

15.10.2018
15.10.2018