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Greifswald Streik: Stillstand auf Usedoms Bahnhöfen
Vorpommern Greifswald Streik: Stillstand auf Usedoms Bahnhöfen
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00:00 17.07.2013
Dieses Trio aus Anklam wartete gestern auf dem Zinnowitzer Bahnhof vergeblich auf den Zug nach Züssow. Quelle: Henrik Nitzsche
Zinnowitz

Auf Usedoms Bahnhöfen ging gestern nichts mehr: Denn die Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB) wurden bestreikt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte dazu aufgerufen, die Arbeit von 15 bis 17 Uhr niederzulegen, weil die Tarifverhandlungen am 10. Juli gescheitert waren. Die UBB wolle weiter seinen Billigtarif erhalten, heißt es von der Gewerkschaft.

Acht Lokführer der UBB folgten gestern dem Aufruf, so dass Züge in Zempin, Züssow, Stralsund, Barth, Zinnowitz und Bansin in dieser Zeit stillstanden. Touristen kamen am Nachmittag für zwei Stunden nicht vorwärts. Der Ärger war groß.

„Das ist nicht schön. Wir wollten in unser Quartier nach Bansin und nun stehen wir hier rum“, ärgerte sich Jens Streesen aus Friedland, der in Zinnowitz auf den Zug wartete. Besonders problematisch für die Familie — Sohn Paul ist behindert und von Medikamenten abhängig. „Wir haben den Tagesausflug so geplant, dass die Belastbarkeit für Paul kalkulierbar bleibt. Durch den Streik ist sie es dann nicht mehr gewesen. Von Streiks war ja vorher nichts bekannt“, so Jens Streesen.

Verständnis für die Lokführer hat dagegen Berthold Peter (73) aus Brandenburg. „Ich kann die Forderungen nachvollziehen. Wenn man einen Streik ankündigt, ist er wirkungslos“, meint der ehemalige Eisenbahner und schaut zu einem Mann, der vor dem Bahnhof in einem GDL-Leibchen steht. „Mit dem fahre ich nachher nach Hause“, so Peter.

Gemeint ist Manfred Möhring (55), seit 1995 bei der UBB beschäftigt. Sein Zug sollte eigentlich um 15.12 Uhr von Zinnowitz nach Peenemünde fahren. Auch um 16.12 Uhr fuhr er nicht. Möhring streikte. „Wir müssen weiter Druck machen“, sagt er. Die UBB wolle die Vorpommernbahn GmbH gründen und angeblich alle Lokführer übernehmen. Gleichzeitig sei der Flächentarifvertrag und der entsprechende Haustarifvertrag für die Zugführer abgelehnt worden. „Zum einen widerspricht das dem Tarifabschluss vom April 2011. Zum anderen wurden Streiks im April 2013 nur unter der Zusage beendet, dass die Verhandlungen zu den Tarifverträgen wieder aufgenommen werden“, empört sich Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft.

Vom Streik hatte UBB-Chef Jörgen Boße erst kurz vor 15 Uhr erfahren. „Das ist ärgerlich. Aufgrund der Kurzfristigkeit konnten wir keinen Ersatzverkehr organisieren.“ Das hätte sich Halwo Sommerfeld gewünscht. „Das ist Mist. Die kriegen doch genug Geld“, schimpft der Wolgaster. Ganz entspannt war dagegen Marcus Bahnsen (29) aus Berlin: „Ist schon okay. Die Sonne scheint. Wir kommen schon noch nach Berlin.“

Henrik Nitzsche und Irene Burow

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