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Greifswald Streik bei Hanseyachts
Vorpommern Greifswald Streik bei Hanseyachts
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11:54 19.02.2019
Beim Greifswalder Unternehmen Hanseyachts gab es am Dienstag den ersten Warnstreik der Firmengeschichte. Die Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall fordern einen Haustarifvertrag mit 14,50 Euro Stundenlohn für einen Facharbeiter. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Mit einem Streik haben am Dienstag Mitarbeiter des Unternehmens Hanseyachts ihre Forderung nach mehr Lohn unterstrichen. Rund 400 Mitarbeiter und Vertreter der IG Metall kamen am Morgen vor dem Werkstor zusammen und machten mit Trillerpfeifen und Plakaten ihrem Unmut über den Verlauf der Tarifverhandlungen Luft. Zum Warnstreik aufgerufen hatte die Gewerkschaft IG Metall, die für die Mitarbeiter des Greifswalder Firma einen Facharbeiter-Lohn von 14,50 Euro je Arbeitsstunde fordert. „Derzeit bekommen die Facharbeiter im Rahmen des Haustarifvertrags einen Stundenlohn von 11,50 Euro pro Stunde“, so Verhandlungsführer Friedhelm Ahrens von der IG Metall Küste. „Im Vergleich zu anderen Gewerken ist das zu wenig. Ein Tischler bekommt nach Tarifvertrag zum Beispiel 14,57 pro Stunde, ein Parkettleger sogar 16,40 Euro.“ Ungerecht findet das auch Andreas Dinse, der seit zwölf Jahren im Unternehmen ist. „Kaum jemand aus dem Bekanntenkreis in vergleichbaren Berufen verdient so wenig wie ich“, sagt er. Bootsbauer Michael Schneider ergänzt „Sicherlich muss das Unternehmen auch überleben, aber für uns sollte ja auch etwas übrig bleiben“, sagt er. „Etwas mehr Weihnachts- und Urlaubsgeld haben wir bekommen, aber in Relation zu den guten Firmenergebnissen ist das nichts.“

Zwei Verhandlungsrunden am 12. Dezember und am 31. Januar 2019 hätten nach Angaben der IG Metall kein akzeptables Ergebnis gebracht. „In der ersten Runde ist gar nichts passiert, in der zweiten Runde hat man uns eine Erhöhung der Löhne um 50 Cent für die nächsten drei Jahre angeboten. Das ist zuwenig“, sagt Ahrens. Insbesondere vor den guten Geschäftszahlen sei ihm dieses Verhalten der Geschäftsführung unverständlich. „Hanseyachts hat 2017/18 den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte gemacht. Die Geschäftsführer verdienen nach Medienberichten je etwa 450 000 Euro. Das kam bei den Beschäftigten gar nicht gut an.“ Man wolle etwas abhaben von den guten Ergebnissen, betonte Alexander Herbst vom Betriebsrat. Die guten Ergebnisse finden sich nicht im Lohn wieder. Der bestehende Haustarifvertrag für Gewerkschaftsmitglieder war von der IG Metall zum 31.12. 2018 gekündigt worden, nun erwarte man neue Angebote von Seiten der Geschäftsführung. Wie viele Mitglieder die IG Metall unter den rund 830 festangestellten Mitarbeitern von Hanseyachts hat, wollte Friedhelm Ahrens nicht sagen. „Genug, um uns zuzutrauen einen Haustarifvertag durchzusetzen.“ Die Verhandlungen gehen am heutigen Dienstag weiter.

Die Hanseyachts AG ist zweitgrößter Hersteller von Segelyachten weltweit, die größten Umsätze werden mit Segelbooten der Marke „Hanse“ erzielt. Mit 140 Millionen Euro hat die Hanseyachts AG im Geschäftsjahr 2017/18 den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte erzielt.

Anne Ziebarth

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