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Greifswald Studenten im Sozialismus in der DDR
Vorpommern Greifswald Studenten im Sozialismus in der DDR
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16:17 08.09.2019
Kustos Thilo Habel erläutert das Wandgemälde Studenten in der sozialistischen Gesellschaft von Wolfgang Frankenstein, hier die Darstellung eines Staffellaufes Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Es gibt nur wenige Städte mit einer Denkmaldichte, die der Greifswalder vergleichbar ist, schätzt der Kustos der Universität Greifswald, Thilo Habel ein. Die Hochschule ist Eigentümer einer ganzen Reihe von ihnen. Dazu gehört das monumentale Wandgemälde „Studenten in der sozialistischen Gesellschaft“ des Kunstprofessors Wolfgang Frankenstein (1918 bis 2010) in der denkmalgeschützten früheren Mensa am Wall.

„Er war ein künstlerischer Gigant seiner Zeit“, so Habel bei seiner Führung am Tag des offenen Denkmals. Frankenstein war 1962 bis 1968 Professor in Greifswald, bevor er nach Berlin berufen wurde. Erstaunlicherweise sei dieses Kunstwerk von den Studenten, Dozenten und Besuchern kaum zur Kenntnis genommen worden. „Dabei sind die Farben sehr dominant.“ Das aus Standard-Hartfaserplatten auf einem Holzgerüst bestehende Gemälde wurde als Pinnwand missbraucht, Wandzeitungen wurden mit Klebeband befestigt. Das führt zu Schädigungen. „Wir arbeiten an einem Konservierungs- und Restaurierungskonzept“, informierte Habel. „Das ist eine gigantische Aufgabe.“

Die von Frankenstein geschaffenen „ Wimmelbilder“ lohnen ein näheres Hinsehen. Der Kunsthistoriker verwies auf Bezüge zu Ovids Geschichte von Daphne und Apoll. Die rote Farbe sei keineswegs ein Bezug auf den Sozialismus, sondern auf die „Mutter aller Fresken-Zyklen“ in einer Villa in Pompeji. Frankenstein sei hochgebildet gewesen, erinnerte Habel.

Platte Darstellungen waren ihm fremd. In dem Teilgemälde „Treffen ausländischer Studenten mit Werktätigen“, entwerfe Frankenstein seine Vision der Völkerfreundschaft. Auch ein Transparent ist hier zu sehen. Eine Inschrift fehlt. Es hätte zum Beispiel Solidarität mit Vietnam darauf stehen können. Das Gemälde entstand 1974 bis 1976. Der Putsch in Chile und der Vietnamkrieg hätten den Künstler sehr bewegt. Überall findet sich Symbolik, ob es nun beim Sport mit dem Staffellauf oder der Darstellung der studentischen Familie ist. Hier ließ er sich von italienischen Madonnendarstellungen inspirieren. Vorstellungen der Zeit spiegeln sich in dem Teilbild „Praktikum“ mit den weiß gekleideten Mitgliedern der künstlerischen und technischen Intelligenz und den blau gekleideten Arbeitern vor und in einer Industrieanlage.

Hier wird das studentische Praktikum illustriert Quelle: eob

Von Eckhard Oberdörfer

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