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Greifswald Sturm peitscht gegen Küste bei Greifswald
Vorpommern Greifswald Sturm peitscht gegen Küste bei Greifswald
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09:52 03.01.2019
Das Wiecker Sperrwerk wurde wegen des Hochwassers geschlossen Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Ein Sturmhochwasser hat am Mittwoch den Kreis Vorpommern-Greifswald heimgesucht. Seit der Neujahrsnacht drückte ein kräftiger Nordwind auf die Küsten von Ostsee und Bodden. Gegen 8 Uhr wurden 1,12 Meter über Normal Null gemessen. Das entspricht einem Pegelstand von 6,16 Meter. Danach stieg das Wasser weiter an. Um kurz nach 14 Uhr wurde mit 6,68 Metern der Höchststand erreicht, informierte die Stadt. Das war sogar etwas mehr als 2017.

In der Nacht war bereits das Mitteltor des Sperrwerks in Wieck geschlossen worden, gegen 12.15 Uhr folgten die Seitentore. Wieck und Greifswald blieben dank des Sperrwerks erneut vom Hochwasser verschont. 2016 und 2017 hatte das Sperrwerk bereits Bewährungsproben bestanden.

Weil die Prognose nach 14 Uhr von einem Sinken des Wasserstandes ausging, sah das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt von weiteren Maßnahmen ab. Zu diesem Zeitpunkt galt die zweithöchste Hochwasseralarmstufe 2. Mitglieder der Greifswalder Berufsfeuerwehr beobachteten die Situation und kontrollierten die Deiche im Stadtgebiet.

Das Wasser sank bis 16.30 Uhr auf 6.44 Meter. Bis spätestens Donnerstagfrüh soll das Sperrwerk wieder vollständig offen sein.

Die Neuenkirchener Feuerwehr überwachte den Deich bei Leist Quelle: Frank Weichbrodt

In den Gemeinden Mesekenhagen und Neuenkirchen waren die Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. „Am Deich bei Leist fehlten wie beim letzten großen Hochwasser am 4. Januar 2017 nur zehn Zentimeter, dann wäre er überspült worden“, schildert Bürgermeister Frank Weichbrodt (Wählergemeinschaft). „Dabei war das nur ein Jahrzehntereignis, was wäre bei einem Jahrhunderthochwasser? Das war doch jetzt bloß starker Wind.“ Die Deiche müssten endlich verstärkt werden, fordert Weichbrodt. Geplant ist das indes in diesem Jahrzehnt nicht (die OZ berichtete).

Als die Neuenkirchener wegen des Sinkens des Wassers bereits abgerückt waren, wurde in der Nachbargemeinde noch kontrolliert.

Die Wiese bei Frätow mit Blick nach Gristow wurde überspült Quelle: Eckhard Oberdörfer

„Die Deiche bei uns sind zu niedrig“, schätzt Mesekenhagens Feuerwehrchef Wilfried Bernstein ein. „Nicht einmal die seit eineinhalb Jahren bestehenden Schäden am Deich bei Groß Karrendorf wurden bisher behoben.“ Bei Frätow wurden Wiesen überspült. Personen oder Häuser waren aber nicht gefährdet.

Das Seebad Lubmin hat wie vor zwei Jahren seinen Strand „verloren“, so Bürgermeister Axel Vogt (CDU). „Auch die Düne wurde wieder angegriffen.“ Das bisschen „Sand schieben“ mit einer Raupe aus dem Wasser habe nicht wirklich etwas gebracht. „Wir brauchen eine neue Düne und eine Strandaufspülung“, bekräftigt Vogt. Eine positive Nachricht hat der Bürgermeister. Es gab bis gestern Abend nur geringe Schäden an der Seebrücke. „Dank einer veränderten Bauweise sind auch die Strandabgänge weitgehend intakt“, informiert er.

Anja Krüger-Lehmann und Dezernent Dirk Scheer präsentieren die "Hochwasser-App" Quelle: HGW

Für den Landkreis Vorpommern-Greifswald war der Mittwoch eine Premiere. Mit der kostenlosen App Nina können sich Bürger nun aktuelle Informationen zu Sturmfluten, Pegelständen und Tipps zum Umgang mit Hochwasser auf ihr Smartphone laden. „Vorpommern-Greifswald ist gut aufgestellt“, betonten der zuständige Dezernent Dirk Scheer (parteilos)und sein Verwaltungsstab in der Leitzentrale im Feuerwehrzentrum des Kreises in Gützkow. Man habe in den letzten zweieinhalb Jahren die nötigen Strukturen geschaffen, in die Ausbildung und Ausrüstung investiert und die erforderlichen Stäbe gebildet. „Bei eine Übung zum Sturmflutschutz im Oktober 2018 hat unser Kreis am besten abgeschnitten“, berichtete Scheer. Wie der zuständige Amtsleiter Ingolf Zölfel ergänzte, hat der Kreis ferner eine Erfassung der Risikogebiete für Hochwasser beauftragt, die in Kürze vorliegen werde. Vorpommern-Greifswald verfügt sogar über mobile Wände, um betroffene Gebiete bei extremem Hochwasser zu schützen.

Eckhard Oberdörfer

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