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Greifswald Succow fordert strengere Pachtkriterien für Landwirte
Vorpommern Greifswald Succow fordert strengere Pachtkriterien für Landwirte
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16:20 30.08.2019
Feld bei Grubenhagen – rund 10 000 Hektar Land haben Stadt, Universität und Kirche in die Greifswalder Agrarinitiative eingebracht Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Michael Succow, Träger des alternativen Nobelpreises, gehen die geplanten Pachtkriterien für städtische Agrarflächen nicht weit genug. In einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) bittet er, die Beschlussvorlagen der Verwaltung deutlich zu überarbeiten. Die neuen Verpachtungskriterien dürften nicht nur – wie bislang geplant – für Neuverträge gelten, sondern auch für Verlängerungsverträge, so Succow in seinem Schreiben. Zudem werde mit dem geplanten Konzept zum integrierten Pflanzenschutz nur der bestehende Status quo zementiert, die erforderliche Agrarwende aber verhindert. Succow kritisiert auch, dass in dem Verein, dem die Pächter beitreten sollen, Kleinbetriebe gegenüber den Großbetrieben benachteiligt werden, da sich die Stimmverteilung an der Größe der Betriebsfläche (je angefangene 500 ha Betriebsfläche: 1 Stimme) orientiert.

Nach einem Streit über die Bewirtschaftung von städtischen Agrarflächen, dem Rückzug der Succow-Stiftung aus der Greifswalder Agrarinitiative und dem Auslaufen des Förderprojektes im Juni dieses Jahres wollen Stadt, Uni, Kirche und Warschow-Stiftung die Agrarinitiative in einen Verein überführen. Bei der Neuvergabe von Pachtflächen sollen künftig Punkte wie Ortsansässigkeit, Ausrichtung der Bewirtschaftung (ökologisch oder konventionell), die Form der Unternehmensführung, der Arbeitskräftebestand und innovative Konzepte in die Beurteilung einfließen. Stadt, Uni, Domgemeinde und die Peter-Warschow-Stiftung haben zusammen über 10 000 Hektar eigene Agrarfläche an 54 Pächter verpachtet.

Der Finanzausschuss hatte sich am Dienstag mit der Problematik befasst. Auch die Grünen, Linke und Tierschutzpartei drängen auf strengere Kriterien, fordern Nachbesserungen vor allem bei der Gleichstellung von Kleinpächtern. Winfried Kremer, Leiter des Immobilienverwaltungsamtes, verwies darauf, dass die Stadt keine einseitigen Änderungen an den Satzungen vornehmen könne. Dies bedürfe erneuter Gespräche mit der Universität und Kirche.

Aus Sicht von Succow verhindern die Pläne der Stadt nicht nur eine grundsätzliche Neuausrichtung der Landwirtschaft, „sie blockieren den Verpachtungsmarkt für neue, nachhaltige und ökologische Konzepte dauerhaft“.

Von Martina Rathke

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