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Greifswald Superpoller stoppt Ampelsünder aus Bayern
Vorpommern Greifswald Superpoller stoppt Ampelsünder aus Bayern
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00:00 18.07.2014
Greifswald

Ein Autofahrer aus Bayern hat am Mittwochabend den Superpoller an der Wiecker Brücke herausgefordert — und verloren. Der Fahrer aus dem Landkreis Oberallgäu ignorierte die rote Ampel und versuchte es offenbar mit dem alten Trick, einem vorfahrenden Auto über die Brücke zu folgen. Doch der Superpoller ließ das nicht zu, fuhr aus dem Boden hoch und stieß

gegen den Skoda.

Verletzt wurde niemand. Über den Schaden am Auto ist bislang nichts bekannt. Am Poller sind Kratz- und Anfahrspuren zurückgeblieben. Die Brücke musste eine halbe Stunde für den Pkw-Verkehr gesperrt werden.

Dies war bereits der sechste Unfall seit dem Einbau des Superpollers im Januar, erklärte Stadtsprecherin Andrea Reimann auf Anfrage. „Alle Kraftfahrer waren Auswärtige und hatten keine Sondernutzungserlaubnis“, sagt sie. „ Am Poller entstand in den jeweiligen Fällen kein Schaden. Die Stadt hat jedes Mal Anzeige erstattet.“

Auch der Fahrer aus Bayern muss mit Konsequenzen rechnen: Für die Schäden am Poller will die Stadt unter Umständen Schadensersatz haben. Zudem dränge sich laut Reimann „der Verdacht eines versuchten abgabenrechtlichen Straftatbestandes“ auf, da das Queren nur mit Sondernutzungserlaubnis gestattet ist und Geld kostet. Die Stadt werde den Fahrer anzeigen. Die Polizei hat außerdem einen Verstoß

wegen Überfahren des Rotlichts festgestellt.

Sechs Unfälle in sechs Monaten — und jedes Mal blieb der Stahlstempel unbeschädigt: „Der Poller scheint wirklich ganz gut zu sein, denn er funktioniert immer noch, trotz der vielen Unkenrufe im Vorfeld“, sagt die Sprecherin. Aber warum geschehen trotz des ausgeklügelten Systems aus Schildern, Ampel, Bodensensorik und Kameraüberwachung immer noch so viele Vorfälle an der Brücke? „Fahrlässige Unachtsamkeit, Ignoranz oder böswilliger Versuch des Hinterherfahrens“, zählt Reimann drei Möglichkeiten auf.

Die Polleranlage soll verhindern, dass Fahrer ohne Genehmigung über die denkmalgeschützte Brücke fahren. Rund 120 000 Euro hat die Stadt dafür ausgegeben. Damit sollte eine Serie von 31 Unfällen in zwei Jahren gestoppt werden, bei der auch acht Poller zu Schrott gefahren wurden. Der erste Superpoller, der nach der großen Modernisierung eingesetzt wurde, galt als unkaputtbar, hielt aber nur sechs Wochen. Die Posse um den Poller bescherte der Stadt einen Eintrag im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler und überregionale Schlagzeilen. Kai Lachmann



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