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Greifswald Tagesmütter fordern bessere Arbeitsbedingungen
Vorpommern Greifswald Tagesmütter fordern bessere Arbeitsbedingungen
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06:06 12.07.2018
Doris Uecker ist Tagesmutter in Potthagen bei Greifswald. Quelle: Degrassi Katharina
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Greifswald/Wolgast

Tagesmutter Manuela Gellendien aus Levenhagen beklagt die schlechten Arbeitsbedingungen für Tagespflegepersonen im Kreis. Diese machen den Job sehr unattraktiv, sagte sie während des Kita-Gipfels Ende Juni im Greifswalder Rathaus.

Gellendien spricht stellvertretend für zahlreiche Tagesmütter über die niedrige Entlohnung und die geringen Sachkosten, die vom Landkreis erstattet werden. Außerdem: „Es gibt nach wie vor keine Vertretungsregelung im Krankheitsfall. Als Tagesmutter kann man es sich nicht leisten, krank zu werden“, sagt Gellendien. Eltern würden sich mitunter im Zweifelsfall gegen eine Tagesmutter entscheiden, weil nicht klar ist, wo sie ihr Kind betreuen lassen können, wenn diese erkrankt.

Der Sozialdezernent des Landkreises, Dirk Scheer, weist darauf hin, dass derzeit eine Vertretungsregelung erarbeitet werde, die noch in diesem Jahr in Kraft treten soll und mit Landesmitteln finanziert wird. Was die Lohnhöhe angeht, sagt Scheer: „Nach der letzten Erhöhung aus dem Vorjahr haben wir die höchste Vergütung als Landkreis in MV.“ Eine Tagespflegeperson kann pro Monat maximal 2974 Euro bekommen, wenn sie fünf Kinder in Vollzeit betreut. Es wird eine feste Pauschale je Kind gezahlt (515 Euro) plus Sachkosten in Höhe von monatlich 80 Euro je Kind (maximal 400 Euro). Die Einkünfte orientieren sich am Verdienst eines Erziehungsassistenten im öffentlichen Dienst.

Yvonne Görs, Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss des Landkreises, kennt die Sorge der Tagesmütter wegen der schlechten Bezahlung. „Es gibt ein Gerichtsurteil, das die Landkreise auffordert, die Tagespflegepersonen besser zu entlohnen. Da wir einen Doppelhaushalt haben, können wir frühestens ab 2020 eine Erhöhung in die Haushaltsplanung einbringen“, sagt Görs. Ihr liege das Thema sehr am Herzen.

Was die Sachkosten angeht, teilt Doreen Rapphahn, Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten beim Landkreis, mit, dass die Verwaltung alle Tagesmütter und Tagesväter angeschrieben habe und sie um eine Auflistung der tatsächlichen Ausgaben gebeten hat. „Die Rücklaufquote war sehr schlecht. Die jetzt veranschlagten 80 Euro pro Kind liegen unterhalb des Satzes, den die Umfrage ergeben hatte“, so Rapphahn. Im Landkreis sind etwa 220 Tagespflegepersonen tätig. In den kommenden Jahren gehen etliche in den Ruhestand. Trotz mehrerer Initiativen ist es dem Kreis bisher nicht gelungen, ausreichend neue Tagesmütter zu akquirieren.

Degrassi Katharina

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