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Greifswald Greifswalder Taubenzuchtverein mit Nachwuchskummer
Vorpommern Greifswald Greifswalder Taubenzuchtverein mit Nachwuchskummer
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Dieter Brandenburg (r.) zeigt Budapester Kurze und Pommersche Bunte, Karsten Rebal niederländische Schönheitstauben und Showracer. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Greifswald

Sie nennen sich „ein wenig verrückt“, Menschen, die „Schönheit“ im Blick haben und dafür jeden Tag Stunden investieren. Denn die Mitglieder des seit 1954 existierenden Rassetaubenclub Greifswald können keinen Tag ohne ihre Tiere verbringen. Der Höhepunkt des Jahres im Vereinsleben ist die Boddentaubenschau, die am 17. und 18. November zum bereits 29. Mal stattfand. Was motiviert die 21 Vereinsmitglieder – allesamt Männer, keiner unter 40 Jahre alt, einige bereits über 80 Jahre alt – ihr Hobby mit so viel Leidenschaft zu betreiben?

„Ich sage es so: Wenn ich die Tauben füttere und mich auf die Futterkiste setze und die Tiere beobachte, dann fällt aller Ärger und Stress von mir ab“, sagt Dieter Brandenburg, seit 16 Jahren Vorsitzender des Rassetaubenclubs Greifswald. Das Hobby habe ihn nicht mehr losgelassen, seit er vor über 50 Jahren zum Verein stieß. „Wer einmal vom gleichen Napf frisst, kommt nicht mehr davon los“, formuliert Brandenburg. Heute gurren 80 Tauben in seiner Zucht in Eldena. Brandenburg züchtet die Rasse Budapester Tümmler. Er grinst, denkt zurück an die vergangenen Jahre, Diskussionen mit Preisrichtern und den Taubenzüchterfreunden.

Hunderte Tiere wurden bei der Taubenschau im Vereinsheim „Gurke“ hinter dem Dänischen Bettenlager ausgestellt. Rund 300 Interessierte schritten Mitte November durch die Räume in der Kleingartenanlage „Einigkeit“ mit insgesamt 300 Tauben, 29 Züchter waren dabei. „Uns freut, dass auch ein Züchter aus der Nähe von Osnabrück dabei war, der uns seit Jahren die Treue hält“, sagt Dieter Brandenburg. Auch die Preisrichter sind immer wieder dabei und bewerten wenige Tage vor der Ausstellung bereits die Tauben: Von der Budapester Kurzen über Tümmler hinzu Formtauben. Die Höchstpunktzahl ist 97 Punkte, als Preis gab es auch Tauben zu gewinnen. „Wir nehmen die Bewertungen sportlich“, so Brandenburg. „Aber in der Schule hatte man auch lieber eine Zwei als eine Drei. Dann fragt man sich schon, was man falsch gemacht hat.“ Dabei bereitet Brandenburg seine Tauben penibel vor: Füße waschen, Schnabel stutzen, einzelne Federn ziehen, das Tier einölen.

Neue Züchter konnten sie bei der Ausstellung nicht gewinnen – dabei wären die dringend nötig. Früher gab es einmal – auf Hinterhöfen und Dachböden – viele Züchter in der Stadt, doch davon werden es immer weniger, sagt Dieter Brandenburg. Einige Rentner würden im Alter wieder zum Züchten finden, weil es eine sinnvolle Beschäftigung sei. „Wir machen jedes Jahr neben der Ausstellung auch Veranstaltungen, grillen zusammen, machen Ausflüge“, sagt Dieter Brandenburg. Der Verein existiert weiter und stellt im nächsten Jahr seine Taubenschau zum 30. Mal auf die Beine.

Christopher Gottschalk

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