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Greifswald Theater: Land droht mit Zuschusskürzung
Vorpommern Greifswald Theater: Land droht mit Zuschusskürzung
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01:20 07.08.2014
Fünf Euro mehr pro Karte kann sich jeder leisten.“Rita Duschek, Linke
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Greifswald

Das Theater Vorpommern kann am Ende des Jahres „an den Rand der Insolvenz“ kommen. Diese Einschätzung trifft Karin Teetz vom städtischen Beteiligungsmanagement. „Wenn bis dahin kein Konzept vorgelegt wird, will das Land etwa 500 000 Euro seines Zuschusses einbehalten“, informierte sie am Dienstagabend den Kulturausschuss.

Ein „Einfach weiter so“ gehe auf keinen Fall. 2017 sei das Theater in seiner jetzigen Gestalt und ohne frisches Geld pleite, so Kultursenator Ulf Dembski (SPD). Denn dann sind die Haustarifverträge mit den Beschäftigten ausgelaufen. Es fehlen auf einen Schlag knapp zwei Millionen Euro in der Kasse. Bis 2020 wachse das Minus durch erwartete Tariferhöhungen auf knapp vier Millionen, so Dembski.

Was aus dem Theater wird, soll im Frühherbst entschieden werden. Der Ausschuss stellte sich hinter den Vorschlag des früheren Aufsichtsratschefs Rainer Steffens (CDU). Zwei Varianten sollen dann genau miteinander verglichen werden. Erstens: der Vorschlag des Bildungsministeriums für ein Staatstheater Ost. Das würde durch Fusion des Theaters Vorpommern mit der Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz entstehen. Diese Idee steht im Gutachten der Münchener Beratungsgesellschaft Metrum. Das Einsparpotenzial wird auf 5,8 Millionen Euro beziffert. Für Schauspieler und Ausschussmitglied Lutz Jesse (CDU) eine Katastrophe: Das gehe auf Kosten der Qualität.

Zweite Variante sind Konzepte für ein eigenständiges Theater bei gleichbleibenden Zuschüssen. Diese erarbeitet Intendant Dirk Löschner bis Ende September, versicherte Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke). Dass alle Gesellschafter künftig jährlich mehr Geld geben, glaubt Steffens nicht. Stralsund sei dazu nach seiner Einschätzung nicht bereit. Für Haustarife auch nach 2017 sprach sich niemand aus. Bezogen auf den realen Aufwand bekomme ein Schauspieler derzeit nicht einmal den Mindestlohn, schätzte Dembski ein.„Mein Herz schlägt für ein eigenständiges Theater“, sagte der Senator.

„Aber das ist nur mit gravierenden Einschnitten möglich.“ Seiner Ansicht nach werde man auf längere Sicht auch bei radikalen Umgestaltungen nicht um höhere Zuschüsse herumkommen.

Theaterinsider Jost Aé (SPD) meinte, dass man auch über eigenständige Stadttheater mit weniger Sparten nachdenken solle, um die Qualität zu sichern — beispielsweise Schauspiel in Greifswald und ein tolles Musiktheater Stralsund in Zusammenarbeit mit Neubrandenburg/Neustrelitz. Die Stücke könnten ausgetauscht werden. forderte, nicht nur aufs Geld, sondern ebenso auf die Qualität zu schauen.

Er kritisierte die Theaterleitung, sprach von einem „Besucherabwehrdienst“ statt Besucherdienst und einer publikumsfeindlichen Spielplanung. In diese Kerbe hieb gleichfalls Katja Wolter (FDP). Die Premiere der Ostseefestspiele auf den gleichen Tag wie ein Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft zu legen, sei dilettantisch. Zumal das Haus schon bei der letzten Europameisterschaft den gleichen Fehler beging. Das Theater müsse sich ernsthaft um höhere Einnahmen bemühen. Thomas Treig (Alternative für Deutschland) schlug vor, eine Erhöhung der Eintrittspreise zu erwägen. Ein Konzertabo sei derzeit „extrem günstig“.

Rita Duschek (Linke) ist überzeugt, dass sich die Besucher finanziell mit dem Haus solidarisieren würden. Das habe sich bei der Neubestuhlung des großen Saals im Rahmen einer OZ-Spendenaktion durch Spenden gezeigt. „Fünf Euro mehr je Karte kann sich jeder leisten“, schätzte Duschek ein. Allerdings werden nur etwa zehn Prozent der Theaterkosten durch Einnahmen erwirtschaftet, erinnerte Dembski.

Mit mehr Geld von Besuchern allein lasse sich das Finanzproblem nicht lösen.



Eckhard Oberdörfer

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