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Greifswald Trotz Besucher-Rekord: Keine großen Open Airs 2020
Vorpommern Greifswald Trotz Besucher-Rekord: Keine großen Open Airs 2020
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06:00 30.07.2019
Szene aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“. Quelle: Reinhard Amler
Stralsund/Greifswald

Mit einem Besucher-Rekord ist die Open-Air-Saison des Theaters Vorpommerns zu Ende gegangen. 14 000 Besucher kamen 2019 zu „Ahoi – mein Hafenfestival“ in Stralsund und Greifswald – so viele wie noch nie. Und trotzdem wird es 2020 kein großes Open-Air-Stück in Hansestädten geben, kündigte Dirk Löschner an. Laut Intendant des Theater Vorpommerns hängt dies mit den frühen Schulferien und mit den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Theaters Putbus zusammen. Sein Haus will sich auf dieses Jubiläum konzentrieren.

Die Festsaison startet auf Rügen am 18. Juli. An diesem Tag wird in Putbus „Das Leben ist ein Traum“ von Calderon wieder aufgeführt. Damit war 1820 auch das fürstliche Schauspielhaus eröffnet worden. Zwei Tage später sind Festkonzert und Festakt vorgesehen. Dazu sollen viele weitere Veranstaltungen. Durch diesen Termindruck wird es auch kein Gastspiel auf dem Berliner Gendarmenmarkt geben. Das Theater Vorpommern dort eine Italienische Operngala auf die Bühne gebracht, rund 4000 Zuschauer sahen zu.

Besucher kritisieren Verzicht auf Open-Airs

Dass das Theater Vorpommern sich auf die Produktionen auf der Insel konzentriert, kommt bei Besuchern aus Greifswald und Stralsund nicht gut an. Raimond Machotta aus Richtenberg bei Stralsund findet es schade, wenn das Theater auf ein Open Air an der Hansa-Wiese 2020 verzichtet. „Stralsund ist eine Touristenstadt“, sagt er. „Eine solche Veranstaltung gehört ins Sommer-Programm.“ Die abgelaufenen Saison habe ja gezeigt, dass solche Events angenommen werden, fügt er hinzu. Rita Duschek, langjährige Theater-Abo-Inhaberin aus Greifswald, kann damit leben, wenn es 2020 kein großes Open-Air in der Hansestadt geben wird.

In dieser Woche fanden mehrere Proben des Stücks statt. Die Schauspieler gingen mal mit, mal ohne Kostüme auf die Bühne.

Trotzdem soll in den Hansestädten gespielt werden. Die Open Airs werden 2020 aber deutlich kleiner sein. So ist eine Wiederaufnahme von „Die Tochter des D‘Artagnan“ in Eldena schon geplant. Einen Plan für Stralsund gibt es noch nicht.

2019 als Erfolgsjahr für Theater Vorpommern

Größere Open Airs soll es ab 2021 in wieder geben – denn mit den 14 000 Zuschauern war 2019 ein echtes Erfolgsjahr. Zum Vergleich: 2017 zählte das Theater 13 300 Zuschauer bei mehr Vorstellungen, wie Sprecher Hans-Joachim Heuer vorrechnet. 2018 waren die Open Airs wegen der angedachten Theaterfusion ausgefallen. „Ich bin super zufrieden“, sagt Löschner. „Natürlich spielte uns das schöne Wetter in die Hände“, gibt er zu. Aber mit „Jesus Christ Superstar“ haben wir uns auch eine große Produktion gewagt. Sensationell, so Löschner, lief die Rockoper von Andrew Lloyd Webber in Stralsund vorm Hansa-Gymnasium, wo alle fünf Vorstellungen so gut wie ausverkauft waren. Das lag vor allem daran, dass sich viele Touristen bereits von den mitten in der Stadt laufenden Proben angezogen fühlten, erklärt er. In Greifswald brauchte es mehr Anlauf. Aber auch hier sei man mit der Auslastung zufrieden.

Chris Murray als Jesus in „Jesus Christ Superstar“ Quelle: Reinhard Amler

Beim Publikum gut angekommen sei, dass man sich an eine Produktion gewagt habe, in der alle Sparten mitgemacht haben, so der Intendant. Denn bei „Jesus Christ Superstar“ waren neben Orchester und Ballett, auch das Schauspiel, der Opernchor und Solisten des Musiktheaters aktiv. Dazu kamen mit Chris Murray und Sasha Di Capri zwei Stars aus der Musicalszene. Auch gut: Erstmals wurde auf Bühnendach und Seitenwände verzichtet. In Stralsund hatte man dadurch freien Blick auf den Strelasund.

Die kleineren Produktionen, wie „Die Tochter des D’Artagnan“ in Eldena und die musikalische Zoorevue“ im Stralsunder Tierpark seien gut angenommen worden, wenngleich bei letzterer der frühe Beginn um 16 Uhr angesichts der Hitze nicht so gut gewesen sei, schränkt Löschner ein. In Eldena waren es die 10-Uhr-Vorstellungen, zu denen man sich mehr Kinder und Jugendliche aus den Schulen gewünscht hätte.

„D’Artagnan“ in Eldena zu „klamaukig“

Rita Duschek fand den „D’Artagnan“ in der Klosterruine Eldena jedoch weniger gut. Er sei klamaukig und für Kinder gänzlich ungeeignet. „Jesus Christ“ habe sie künstlerisch überzeugt, aber das Thema habe ihr nicht gefallen, meint sie. Sie und ihr Mann bleiben dem Theater aber auch in der neuen Spielzeit treu. Sie freuen sich schon auf die vielen neuen Stücke. Davon wird es reichlich geben. Die neue Spielzeit beginnt mit der traditionellen Bühnenshow „Vorhang auf“ am 13. September in Stralsund und am 14. September in Greifswald. Darin soll aufs Repertoire bis zum nächsten Sommer neugierig gemacht werden. In der Spielzeit 2019/2020 zwanzig Premieren und 13 Wiederaufnahmen.

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