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Greifswald Theatercafé mit neuem Betreiber
Vorpommern Greifswald Theatercafé mit neuem Betreiber
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10:34 19.02.2019
Das Greifswalder Theatercafé am Platz der Freiheit wird zum „L'osteria“. Eine Spezialität der Restaurantkette ist eine große Steinofenpizza mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern. Im Bild Geschäftsführer Daniel Weiß. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Gute Nachrichten für Liebhaber des Theatercafés in der Greifswalder Stadthalle. Nachdem das Traditionslokal im Herbst nur noch für Einzelveranstaltungen öffnete, bevor es ganz dicht machte, gibt es nun einen neuen Betreiber: Franchise-Unternehmerin Uta Wellmann, die in Rostock seit fünfeinhalb Jahren erfolgreich ein Restaurant der Gastronomiekette L’Osteria betreibt, ist seit Januar Pächterin der Gaststätte. Dieses Konzept will sie auch in Greifswald verwirklichen. „L’Osteria ist mittlerweile in über 100 zumeist deutschen Städten zu Hause und steht für ganz klassische italienische Küche. Also Pizza, Pasta und Salate“, sagt Daniel Weiß, Geschäftsführer beider Standorte.

Derzeit befindet er sich verstärkt auf Mitarbeitersuche, führt zahlreiche Bewerbungsgespräche. „Denn wir wollen noch im ersten Halbjahr, vielleicht sogar schon Ende April eröffnen“, sagt er auf OZ-Anfrage. Ziel sei es, etwa 20 bis 25 Mitarbeiter zu beschäftigen, wobei nicht alle Vollzeit angestellt werden. „Wir hoffen auch auf Studenten“, sagt Weiß und baut angesichts des Fachkräftemangels in der Branche zugleich auf Quereinsteiger wie etwa Bäcker.

Bis die erste große Pizza aus dem Steinofen über den Tresen geht, haben im Gebäude jedoch erst noch Handwerker reichlich zu tun. Von der bisherigen Ausstattung des Theatercafés ist nichts mehr übrig: Tische und Stühle, die großen Lampen, die dem hohen Raum zusammen mit Mosaikspiegeln an den Wänden eine extravagante Eleganz verliehen, der Tresen ... alles wurde entfernt. Die künftige Inneneinrichtung soll dem Konzept der Restaurantkette entsprechen – bis hin zu den Sanitärbereichen, die ebenfalls wie die Küche komplett erneuert werden. Lediglich der Parkettfußboden im gut 300 Quadratmeter großen Gastraum werde erhalten. „Die Investition beläuft sich insgesamt auf etwa eine Million Euro“, sagt Daniel Weiß. Der 33-Jährige plant, zeitgleich mit der Eröffnung die Terrasse in Betrieb zu nehmen. Ein kleiner Spielplatz soll auch Familien mit kleinen Kindern ermuntern, dort Platz zu nehmen. Die Galerie im Restaurant werde zunächst nicht mit einbezogen. „Wir wollen erst einmal schauen, wie wir mit den 180 Sitzplätzen im Erdgeschoss hinkommen“, so Weiß. Hingegen soll die separate Lounge bei Bedarf für kleine Gruppen geöffnet werden. Konzerte und andere Veranstaltungen indes gehörten nicht zum Konzept.

Im ehemaligen Theatercafé wird alles neu gemacht. Zurzeit sind die Fliesenleger der Firma Peters, Danilo Peters und Horst Fehring, am Werk. Quelle: Petra Hase

Der Betreiberwechsel im Theatercafé, das nach umfassender Sanierung der Stadthalle zur Freude sehr vieler Alt-Greifswalder erstmals im September 2012 wieder öffnete, hatte sich lange abgezeichnet. Der bisherige Betreiber Gregor Wagner verkündete bereits im August 2017 gegenüber der OZ, das Lokal abgeben zu wollen. Der Inhaber einer Massivhausfirma sowie Betreiber weiterer Restaurants führte private und geschäftliche Gründe dafür an. Allerdings ging er damals noch von einem zeitnahen Wechsel aus. Doch offenbar brauchte es länger, einen geeigneten Pächter zu finden. Die letzten Wochen vor Jahresfrist hatte das Theatercafé zum Bedauern vieler Stammgäste daher ganz zu.

Klaus-Peter Adomeit, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Stadt Greifswald (PGS), freut sich über die neue Pächterin und ihr Konzept. Die PGS, Tochterunternehmen der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG), ist Eigentümerin der Stadthalle sowie des Theatercafés. „Uta Wellmann und ihr Team sind erfahrene Leute, die verstehen etwas von dem Geschäft“, versichert Adomeit und begrüßt es, „an diesem Standort gehobene italienische Esskultur zu etablieren“. Der Pachtvertrag sei für eine Dauer von zehn Jahren geschlossen worden. „Mit der Option, ihn zweimal fünf Jahre zu verlängern“, sagt er. Das sei Standard im Gewerbe.

Vielleicht, so Adomeit, sei perspektivisch auch eine Zusammenarbeit mit der Theater Vorpommern GmbH denkbar. Die ist Pächterin der Stadthalle, ihr Pachtvertrag mit der PGS ende am 31.12.2019. „Wir sind gerade mit der Theatergesellschaft und der Stadt im Gespräch über eine Anpassung der Pachthöhe“, sagt der Geschäftsführer. Im Klartext: Die Pacht soll ab 2020 angehoben werden. Über die konkrete Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden. Während das Theatercafé für die PGS in all den Jahren ein Plus-Minus-Null-Geschäft gewesen sei, „waren die Pachteinnahmen der Stadthalle seit 2009 nicht auskömmlich, um die Kosten zu decken“, sagt Adomeit. Allerdings habe die PGS damals Rückstellungen gebildet, um die Verluste aufzufangen.

Petra Hase

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