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Greifswald „Tiefster DDR-Charme“ – Kritik an Badestelle Ludwigsburg
Vorpommern Greifswald „Tiefster DDR-Charme“ – Kritik an Badestelle Ludwigsburg
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08:32 13.08.2019
Ludwigsburg mit DDR-Charme. Quelle: Regine Zimmer
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Ludwigsburg

Die Greifswalderin Regine Zimmer (72) liebt das kleine Örtchen Ludwigsburg seit ihrer Kindheit in den 1950er-Jahren. Damals pendelte ein Schiff regelmäßig zwischen Greifswald und dem Ausflugsziel auf der anderen Seite der dänischen Wiek. Die Überfahrten mit dem Schiff seien ein Riesenerlebnis gewesen, erinnert sie sich. Den Ort ihrer Kindheit besucht die rüstige Rentnerin auch im fortgeschrittenen Alter noch immer gern, allerdings reist sie anders als früher heute mit dem Auto an, weil die „Stubnitz“ wegen der versandeten Anlegestelle nur noch unregelmäßig anlegt. Doch so richtig dreht es ihr den Magen um, wenn sie sieht, dass sich an in den vergangenen 30 Jahren an dem Ort nichts verändert hat. „Es ist fast unerträglich“, beklagt sich die Rentnerin.

„Lässt sich bestimmt mit Geld reparieren“

Nicht, dass es dort schmutzig wäre: Das gesamte Gelände sei sehr sauber, die Papierkörbe würden regelmäßig geleert, berichtet sie. „Das nette Restaurant mit DDR-Charme trägt dazu bei, dass sich die Gäste wohlfühlen.“ Vielmehr geht es der Greifswalderin um die kaputte Infrastruktur. „Der Fußweg, der zum Restaurant führt, ist in einem desolaten Zustand. Verkohlte Äste deuten darauf hin, dass dort illegal gegrillt wurde. Die unebenen und halb mit Gras überwachsenen Gehwegplatten stellen eine beträchtliche Unfallgefahr dar.“ Der Spielplatz ist mit Spielgeräten aus Vorwendezeiten bestückt, die inzwischen verrostet und marode seien. Auf den Bänken fehlen die Sitzflächen. „So etwas lässt sich doch bestimmt mit wenig Geld reparieren.“

Loissins Bürgermeister Detlef Sadewasser kann die Einschätzung der Greifswalderin nachvollziehen. Dennoch muss er die Frau, die auf zügige Änderungen hofft, enttäuschen. „An der Badestelle sind bisher keine Investitionen geplant“, sagt er. Das wenige Geld, das die Gemeinde habe, müsste zunächst in andere Projekte gesteckt werden. Vorrang habe dabei ein Spielplatz direkt in Loissin, der in der Nähe des neuen Wohngebietes entstehen soll. Dieser Spielplatz sei für die Loissiner wichtiger als ein Spielplatz, der nur drei Monate im Jahr genutzt werde, sagte der Gemeindechef. Sadewasser ist zudem überzeugt, dass das Gelände an der Badestelle nur eine Schönheitskur erhalten, aber nicht ausgebaut werden sollte. „Viele Touristen mögen die Naturbelassenheit des Ortes.“

Antrag auf Fördermittel liegt in Schwerin

Priorität hat für die Gemeinde zunächst der Bootsanleger, um wieder eine Fährverbindung zwischen Greifswald und Ludwigsburg aufzubauen. „Wenn über die Fährverbindung mehr Gäste nach Ludwigsburg kommen, dann könnten sich auch Investitionen in die Badestelle rentieren“, so Sadewasser. Der Antrag auf Fördermittel für den Bau eines 50 Meter langen Schiffsanlegers ist inzwischen in Schwerin angekommen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1,45 Millionen Euro. Die Höhe des Zuschusses aus dem Wirtschaftsministerium kann momentan noch nicht benannt werden, da noch Unterlagen fehlen, sagte ein Ministeriumssprecher. Erst wenn alle für die Antragsbearbeitung entscheidungsrelevanten Unterlagen geprüft seien, könne ein Zuwendungsbescheid erstellt werden.

Edita Butzin, Betreiberin der Gaststätte „Zum Boddenblick“ hat Verständnis für die klammen Kassen der Gemeinde. „Die Gemeinde hat nicht so viel Geld“, sagt sie. Seit 1982 betreibt Butzin die Gaststätte, 1990 machten sie und ihr Mann sich selbstständig. Die Gaststätte gilt auch heute noch als Geheimtipp für Ausflügler. Dass die Bänke kaputt sind, ärgert auch die Gastronomin, die sich im Dorfverein engagiert. Über den Verein seien die Bänke repariert, dann aber durch Vandalismus zerstört worden. Auch sie wünscht sich, dass dort investiert wird. „Wenn wir als Gemeinde die Fördermittel bekommen, dann wird die Gemeinde sicher bestrebt sein, das Gelände attraktiv zu gestalten.“ Regine Zimmer hofft, dass sie bald wieder mit der Fähre nach Ludwigsburg pendeln kann. „Wenn das Schloss in Ludwigsburg saniert wird, dann wäre es schön, wenn sich auch an der Badestelle etwas bewegt“, so die Rentnerin.

Von Martina Rathke

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