Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Tierpark-Exoten fühlen sich im Winter pudelwohl
Vorpommern Greifswald Tierpark-Exoten fühlen sich im Winter pudelwohl
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 07.02.2015
Anzeige
Greifswald

Eine dicke Schneedecke liegt auf Gehegen und Wegen des Greifswalder Tierparks. Die weiße Pracht knirscht unter Marie-Susann Schachts Schuhen, als sie zum Gehege der Erdmännchen stapft. Am Mittwoch erblickten vier Jungtiere das Licht der Welt. Die 23-jährige Mitarbeiterin schaut bei ihnen regelmäßig nach, ob die Wärmelampen funktionieren und alle gesund sind.

Erdmännchen paaren sich und gebären auch im Winter, bei denen ist immer was los“, erklärt die junge Frau lächelnd. Sie absolviert im Tierpark noch bis August ein Freiwilliges ökologisches Jahr.

Im Winter brauchen viele der mehr als 400 Parkbewohner besondere Behandlung, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. „Affen beispielsweise können sich genau wie Menschen mit einem Schnupfen anstecken.

Deshalb dürfen nur absolut gesunde Pfleger in die Winterquartiere, um sie zu füttern“, sagt Schacht. Großzügige Portionen Porree, Paprika, Möhren sowie etwas Obst halten die Primaten gesund. Die Affen halten sich lieber von den schneebedeckten Ästen in ihrem Freigehege fern — sonst frieren ihre kleinen pelzigen Finger und Zehen.

Erwischt hatte es dagegen vor kurzem Shetlandpony „Penny“. Die 22 Jahre alte Stute erholt sich zurzeit von einem Husten. So ein Ponyhusten klingt nicht wie bei Menschen, eher wie ein großer Schwall ruckartig ausgestoßener Luft, beschreibt Marie-Susann Schacht. Ein hinzugezogener Veterinär behandelte Penny mit Medizin. Generell bekämen die tierischen Bewohner aber keine Medikamente, da sonst ihr eigenes Immunsystem durcheinander geraten würde.

Während Huftiere wie Penny durch den einige Zentimeter hohen Schnee stapfen, kuscheln sich die Waschbären lieber im dichten Stroh zusammen. „Sie fressen sich vor dem ersten Frost eine Speckschicht an. Dann gehen sie in Winterruhe, schlafen aber nicht“, erklärt die Angestellte. Dagegen schlafen die Präriehunde zurzeit tief und fest in ihren unterirdischen Höhlen. Die Zugänge verschließen die Tierparkmitarbeiter mit Heuknäueln. So kann kein Marder zu den jetzt wehrlosen Erdhörnchen gelangen. Auch Füchse sind eine Gefahr, besonders für die auf Bach und Teich schwimmenden Enten und Gänse.

„Sollten die Gewässer einfrieren, sitzen die Vögel fest und sind ein gefundenes Fressen für Raubtiere“, sagt Cheftierpfleger Frank Tetzlaff. Deshalb werden Pumpen angestellt, die das Wasser zirkulieren lassen. So setzt es kein Eis an.

Einigen exotischen Arten macht von Natur aus das Greifswalder Winterwetter nichts aus. So wie das Guanako „Hugo“, das eigentlich in den Anden zuhause ist — der südamerikanischen Gebirgskette. In den Bergen leben die Lamas in bis zu 4000 Metern Höhe. Seine dichte hellbraune Wolle ist auf dem Rücken fast 25 Zentimeter dick, schützt ihn vor Kälte und Schnee. Auch die australischen Bennett-Kängurus ein paar Gehege weiter hüpfen durch den Schnee, als wäre es Sommer. Zwei der Beuteltiere scheinen zu boxen, als Marie-Susann Schacht das Gehege mit einer großen Schale voll Salat und Möhren betritt.

Den Sommer über fressen die Kängurus das im Gehege wachsende Gras, im Winter steht Gemüse auf dem Speiseplan. Viele Arten im Park haben sich im Laufe der Jahre akklimatisiert, weiß Marie-Susann Schacht. „Nachzuchten werden in unser Klima hineingeboren, wachsen damit auf und gewöhnen sich daran.“



Steffen Thimm

Weil „ihr“ Saal gerade saniert wird, müssen die Karnevalisten ihr Programm abspecken.

07.02.2015

Wenige Tage nach Erscheinen ist das vom Landkreis herausgegebene Buch über sämtliche Naturparks sowie Natur- und Landschaftsschutztgebiete Vorpommern-Greifswalds mancherorts bereits vergriffen.

07.02.2015

Die 82 Jahre alte Bark soll im März fit für das Schwimmfähigkeitszeugnis gemacht werden.

07.02.2015