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Greifswald Umstritten: Ein Jahr Kunstkubus in Greifswald
Vorpommern Greifswald Umstritten: Ein Jahr Kunstkubus in Greifswald
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16:00 20.08.2018
Marcus Schramm vom Verein Art-cube vor dem Kubus. In dem Würfel finden regelmäßig neue Werke zeitgenössischer Künstler Platz. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Greifswald

„Beleuchteter Schuhkarton“ – so nennt Axel Hochschild (CDU) den Kunstkubus auf dem Karl-Marx-Platz. Vor gut einem Jahr war der 2,40 mal 2,40 Meter große Würfel auf Beschluss der Bürgerschaft errichtet worden, als kleinste Galerie der Stadt. Seitdem zeigt der Verein Art-Cube zeitgenössische Kunst darin, mal figural, meist abstrakt, manchmal interaktiv – doch nie mit eindeutiger Botschaft.

Kubus erhält geteiltes Echo

Für manche in der Bürgerschaft ein Ärgernis. In den Kubus müsste Kunst, die die Menschen „verstehen“ können, findet Waldemar Rother, der für die Kompetenz für Vorpommern im Jugendauschuss sitzt. „Nicht so Tüten, bei denen man dazu schreiben muss, was das sein soll!“ FDP-Mann André Bleckmann hält den Standort für zu wenig belebt, den Würfel aber für gut. Von SPD, Grünen und Linken kommt ein positives Echo. „Dass da alle paar Wochen etwas Neues zu sehen ist, ist cool“, meint etwa Grünen-Fraktionschef Alexander Krüger. „Und das, was da gezeigt wird, regt zu Debatten an, ich erinnere mich, dass in meinem Bekanntenkreis viel über den Tannenbaum diskutiert wurde, der noch im Frühjahr zu sehen war.“ Natürlich gefalle nicht jedem alles, „aber so ist das halt bei Kunst. Da muss man auch mal kreativ denken!“

Kunst fordert eigene Gedanken des Betrachters

Zur Eröffnung im Juli 2017 hatte eine Künstlerin im Würfel sitzend durchsichtige Plastiktüten aufgeblasen – und mit dieser umhüllten Luft den wiederum Luft umhüllenden Kubus gefüllt, das Unsichtbare sichtbar gemacht. Ist das Kunst? Tanz? Poesie? Oder eher Nonsens?Je nach Betrachter, lautet die Antwort. „Zeitgenössische Kunst irritiert und provoziert zum Teil, kann schwer zu verstehen oder ‚anzunehmen‘ sein“, sagt Marcus Schramm, Vorsitzender des Art-Cube Vereins. Genau darin aber liege eine Chance. „Sie fordert vom Betrachter eigene Gedanken, Assoziationen und Deutungen und regt zum Austausch mit anderen an.“

Forum mit allen Kubus-Kunstwerken geplant

Acht weitere Künstler aus Greifswald, Stralsund, Island und Polen haben mit Hilfe des Vereins Bilder, Skulpturen und Installationen im Kubus gezeigt, darunter so bekannte wie der Sohn des Rostocker Bildhauers Jo Jastram: Jan Jastram aus Stralsund, der sonst vor allem wuchtige Holzskulpturen schafft. „Er hat im Kubus seine neuen, leichten und spielerischen Arbeiten installiert und schweben lassen“, erinnert Marcus Schramm, „farbige Formen aus geschnittenen Pappröhren als abstrakte Figuren.“ Junge Künstler aus der Region wollen die Vereinsleute auch fördern, kleine Ausschnitte aus der internationalen Kunst-Szene herholen, künftig aber auch einmal im Jahr Platz einräumen für ein „Bürgerprojekt“: eine Ausstellung von Greifswaldern, die sonst nicht unbedingt als Künstler arbeiten. „Wir haben dafür schon viele Anfragen“, erzählt Marcus Schramm. „Ein tolles Zeichen“, findet er: Offenbar hätten viele Ideen für den Kubus. Ein Forum, auf dem alle Kunstwerke nochmal vorgestellt und debattiert werden, will er nach dem zweiten Kubus-Jahr vielleicht organisieren. Einen ersten Katalog mit den Ausstellungen von 2017 hat der Verein schon drucken lassen, für 15 Euro ist er in der Neuen Greifengalerie zu haben. „Wir würden ihn eigentlich gern verschenken“, sagt Schramm, „aber leider können wir das nicht finanzieren.“ 1000 Euro gibt die Stadt pro Jahr für die wechselnden Ausstellungen, weitere Sponsoren hat der Verein gefunden, „das reicht aber nicht, um alle Kosten zu decken.“

Sybille Marx

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