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Greifswald Verdächtiges Pulver entdeckt – technisches Rathaus in Greifswald evakuiert
Vorpommern Greifswald Verdächtiges Pulver entdeckt – technisches Rathaus in Greifswald evakuiert
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20:26 23.07.2019
Ein Kamerad der Berufsfeuerwehr hält den Umschlag, der bereits in Folie verpackt ist, in den Händen. Quelle: Christin Lachmann
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Greifswald

Schreck in der Mittagsstunde: Unmittelbar vor der Mittagspause ist am Dienstag im Greifswalder Stadthaus ein Brief mit einem verdächtigen Pulver entdeckt worden. Ein Mitarbeiter der Bußgeldstelle hatte den Umschlag in der Post gefunden, einen pulverähnlichen Inhalt ertastet und sofort den Amtsleiter informiert, wie Stadt-Sprecherin Franziska Vopel sagte. Kurz vor zwölf Uhr rückte die alarmierte Berufsfeuerwehr mit einem Gefahrguttransporter und weiteren Spezialwagen an. Das Gebäude am Marktplatz wurde über den Hausalarm evakuiert. Alle Mitarbeiter und Behördengänger mussten das technische Rathaus verlassen. Das Areal wurde abgesperrt.

Während die Polizei die Eingänge sicherte, betraten zwei Feuerwehrleute in Schutzanzügen das technische Rathaus und sicherten den ungeöffneten Briefumschlag. Das Büro, in dem der Brief lag, sei luftdicht versiegelt worden, sagte Einsatzleiter Stephan Kronenfeld. Der mehrfach in Folie verpackte Umschlag wurde in einer Box verstaut und ging noch am Dienstag an das Robert-Koch-Institut zur biologisch-chemische Analyse. „Ergebnisse liegen in 24 bis 36 Stunden vor.“

Neben dem Mitarbeiter, der den Brief entdeckt hatte, kam auch eine Kollegin mit dem Umschlag in Berührung. Beide Verwaltungsmitarbeiter wurden vorsorglich notärztlich behandelt. „Dabei wurden Hände und Arme desinfiziert", sagte Kronenfeld. „Nach derzeitigem Kenntnisstand trat kein Pulver aus.“ Die zwei Mitarbeiter wurden für die nächsten 24 Stunden vom Dienst befreit. Ihnen gehe es gut. Das Rathaus konnte um 14 Uhr wieder regulär öffnen.

In dem Gebäude arbeiten die Ämter der Kommune mit Besucherverkehr. Die Greifswalderin Anke Lemke war mit ihren zwei Kindern beim Amt: „Wir hatten schon eine Nummer gezogen, weil wir unsere Personalausweise anfertigen lassen wollten und sind für die Wartezeit rausgegangen. Als wir wiederkamen, war bereits alles geräumt“, berichtete sie.

Immer wieder tauchen in öffentlichen Einrichtungen Sendungen mit verdächtigem Pulver auf , zuletzt im Juni ein Päckchen im Amts- und Landgericht Schwerin. „In der Regel handelt sich um Substanzen, die sich später als harmlos herausstellen“, sagte Anna Lewerenz, Sprecherin des Landeskriminalamtes. Dennoch sei es richtig, die Alarmkette auszulösen und Vorsicht walten zu lassen.

Hinter solchen Sendungen stehen Lewerenz zufolge unterschiedliche Tätertypen. Die Motivation reiche von Langeweile bis zu übersteigertem Geltungsbedürfnis. „In Mecklenburg-Vorpommern ist uns kein Fall aus den vergangenen Jahren bekannt, bei dem eine konkrete politische Motivation dahinter stand.“ Das Rathaus in Greifswald war erstmals von einer solchen Sendung betroffen. Einsatzleiter Stephan Kronenfeld lobte das Verhalten der Mitarbeiter.Die Polizei ermittelt wegen Androhung einer Straftat sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Ein Mitarbeiter der Bußgeldstelle bemerkte einen Briefumschlag mit Pulver. Die Berufsfeuerwehr evakuierte das Gebäude und entfernte die noch unbekannte Substanz, die nun zur Untersuchung zum Robert-Koch-Institut nach Berlin verschickt wird.

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