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Greifswald Verein Peenebiber bei Pentin hält Flussufer in Schuss
Vorpommern Greifswald Verein Peenebiber bei Pentin hält Flussufer in Schuss
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17:13 30.07.2019
Peenebiber-Verein-Pentin-Vorsitzender Axel Zilski (weißes Hemd) und Angler Udo Brandenburg Quelle: HGW
Pentin

Blaue Libellen jagen durchs Schilf. Eine Blindschleiche verschwindet blitzartig ins Dickicht. Und wahrscheinlich zieht hier und da gerade ein Biber seine Bahn oder nagt an einem Stamm. Das Peeneufer bei Pentin nahe Gützkow bietet Naturliebhabern nicht nur ausgesprochene Ruhe und Erholung, sondern auch spannende Einblicke in die Tierwelt. Das Peenetal ist ein Vogelparadies. Rund 160 Arten brüten hier, darunter 30 europaweit geschützte, wie See-, Schrei- und Fischadler. Amphibien, Reptilien und natürlich unzählige Arten von Fischen zählen zu den Bewohnern des Naturparks.

Axel Zilski, Vorsitzender des hier beheimateten Vereins Peenebiber e. V., liebt das Fleckchen Erde deshalb über alle Maßen. Regelmäßig schwingt er sich nach der Arbeit aufs Rad und fährt den kurzen Weg zum Fluss hinunter. Dorthin, wo sein kleines Boot an einem Kanal liegt. Dann geht es hinaus aufs Wasser. Flora und Fauna gucken. Seele baumeln lassen. Zuvor gibt’s ein Schwätzchen mit Udo Brandenburg, der auf einen Fang wartet. „Ich angel hier schon seit 50 Jahren“, erzählt der. Und selbst, wenn mal nichts anbeißt – die Natur gibt’s gratis.

Die Peene bei Gützkow lädt zum Staunen und Erholen ein. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HGW

„Angeln ist nicht meine Passion, aber Boot fahren schon“, sagt Zilski. Diese Leidenschaft teilt der 40-Jährige mit einer Reihe anderer Leute aus Pentin, Owstin und umliegenden Orten. Etwa zehn Bootsschuppen stehen am Kanalufer. Die meisten sind in die Jahre gekommen, werden aber immer wieder in Schuss gehalten. Um nicht nur dem Hobby zu frönen, sondern auch um das Kleinod zu pflegen und gemeinsame Aktivitäten zu planen, gründeten Angler und Bootsfahrer 2008 den Verein Peenebiber. Nach der zwischen 2000 und 2004 erfolgten Renaturierung des Polders Pentin sollte er zugleich gewährleisten, dass Angler und Bootsfahrer auch künftig das Areal nutzen dürfen. Dazu wurde ein Pachtvertrag geschlossen, der auch heute noch mit dem Naturpark Flusslandschaft Peenetal besteht. „Aus den elf Gründungsmitgliedern wurden damals schnell 22“, erinnert sich der Gützkower Stephan Grabow, der von Anfang an im Vorstand war und zwischen 2012 und 2017 auch als Vorsitzender agierte. Mitgliedsbeiträge und Gebühren für die Bootsliegeplätze würden das Zahlen der Pacht ermöglichen. Unterm Strich ende das Jahr in der Regel für den Verein bei plus/minus null.

Der Verein Peenebiber hält den Rastplatz am Fluss sauber und freut sich über jeden, der seinen Müll wieder mitnimmt. Quelle: HGW

Wichtig sei allen Ordnung und Sauberkeit auf dem Platz, so Zilski und Grabow. Regelmäßig werde daher Rasen gemäht und auch Müll gesammelt. Denn leider nähmen nicht alle Besucher der Badestelle ihre mitgebrachten Dinge wieder mit. Der idyllisch gelegene Rastplatz mit dem kleinen Bollwerk animiert bei schönem Sommerwetter immer wieder Wasserwanderer zu einem Stopp. Auch Radtouristen verirren sich über den schmalen grünen Weg häufig hierher. Gemütliches Picknicken und Füße ins Wasser halten oder gleich eine Runde schwimmen – entspannter können Ferien kaum sein. „Schade nur, dass das Bollwerk an der rechten Seite defekt ist“, bedauert der Vereinschef. Die alten Holzpfähle sind unter Wasser weggefault, Ersatz erst einmal nicht in Sicht. Auch wenn zu den Vereinsmitgliedern auch einige Handwerker zählten und dabei helfen könnten – die Materialkosten für einen haltbaren Anleger überstiegen doch die Möglichkeiten der Vereinskasse. Vielleicht gebe es einmal die Möglichkeit, über den Haushalt der Stadt GützkowPentin ist ein Ortsteil – Geld dafür einzustellen. Doch da gibt es noch andere Baustellen. Dazu zählt der Wunsch der Gützkower, am Ende des Fährdamms wieder ein Bollwerk an der Peene zu errichten. Zwar gab es dort mal eines, an dem selbst etwas größere Schiffe anlegen konnten. Da jedoch für den Bau die wasserschutzrechtliche Genehmigung fehlte, wurde es zum Unverständnis vieler Einwohner nach kurzer Zeit abgerissen.

Schade auch, dass vom einst angelegten Moorlehrpfad zwischen Pentin und der Peene nichts mehr übrig ist. Die Natur eroberte sich Stück für Stück zurück. Selbst an den Informationstafeln zur Renaturierung des Polders nagte bereits der Zahn der Zeit. Dennoch geben sie Touristen zumindest einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt des Peenetals. Schließlich handelt es sich mit rund 20 000 Hektar um das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Mittel- und Westeuropas. Das kleine Pentin mit seinen nicht mal 100 Einwohnern liegt mittendrin.

Petra Hase

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