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Greifswald Vier Festnahmen bei Demonstration gegen Rechts
Vorpommern Greifswald Vier Festnahmen bei Demonstration gegen Rechts
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16:38 10.12.2011
Bei einer Demonstration gegen Rechts mit etwa 800 Teilnehmern am Sonnabend in Greifswald wurden am Sonnabend vier Personen festgenommen und ein Polizist verletzt.
Bei einer Demonstration gegen Rechts mit etwa 800 Teilnehmern am Sonnabend in Greifswald wurden am Sonnabend vier Personen festgenommen und ein Polizist verletzt. Quelle: dpa
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Greifswald

An einer Demonstration gegen Rechts haben am Samstag in Greifswald nach Polizeiangaben mehr als 800 Menschen aus dem linken Spektrum teilgenommen. Sie zogen durch Plattenbauviertel der Hansestadt, vorbei an Wohnungen angeblicher Rechtsextremisten. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehr als 500 Beamten im Einsatz und verhinderte eine Auseinandersetzung zwischen Links- und Rechtsextremisten. Auch ein Polizeihubschrauber überflog den Zug, zwei Wasserwerfer standen bereit.

Vier Demonstranten wurden festgenommen. Sie hatten laut Polizei gegen das Vermummungsverbot verstoßen, Feuerwerkskörper gezündet oder Flaschen geworfen. Es wurden mehrfach Knallkörper oder Nebelkerzen abgebrannt. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma.

Verschiedene Initiativen, darunter das Bündnis „Greifswald Nazifrei“ und die Linksjugend Solid, wollten auf der sieben Kilometer langen Route durch die Stadt gegen Rassismus, Intoleranz und rechte Gewalt demonstrieren. Die Veranstalter sprachen von bis zu 1000 Teilnehmern. Viele von ihnen waren schwarz gekleidet und trugen bei nasskaltem Wetter Sonnenbrillen. Sie kamen aus der Region, aber auch aus Berlin, Hamburg und Bremen. Auf Transparenten hieß es „Null Toleranz für Nazis - Fight back!“ und „Nazis die Hölle heiß machen“. Die Demonstranten riefen auch Parolen gegen die Polizei.

Erst am vergangenen Montag war es während einer Kreistagssitzung in Greifswald zu Tumulten gekommen, nachdem Zuschauer lautstark ihren Protest gegen NPD-Abgeordnete geäußert hatten. Die Polizei musste die Tribüne räumen. Die Sitzung wurde abgebrochen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte die Tumulte, die Grünen hatten sie verteidigt.

dpa