Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Vom Teamsport zur Einzelkämpferin
Vorpommern Greifswald Vom Teamsport zur Einzelkämpferin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 12.01.2018
Anzeige
Greifswald

Freundlich öffnet sie die Tür. Eine Knieorthese „schmückt“ das linke Bein und deutet auf eine schmerzhafte Verletzung hin. „Ein Andenken von der Europameisterschaft“, scherzt Gamila Kanew.

Gamila Kanew ist Kampfsportlerin, eine ziemlich erfolgreiche sogar. Und sehr redselig. Sie holt ein wenig aus und berichtet darüber, wie sie viele Jahre ihrer Kindheit und auch Jugend dem Fußball hinterherrannte. Und zwar für den 1. FC Neubrandenburg 04 und sogar für den zu DDR-Zeiten ziemlich berühmten 1. FC Lok Leipzig. „Fußball war mein Leben“, sagt die 22-Jährige. Die Betonung in ihrem Satz lag auf dem Wörtchen „war“.

Drei simple Buchstaben, die jedoch eine größere Bedeutung haben als man anfangs denken möchte. „Das Studium und eine Verletzung zwangen mich mehr oder weniger dazu, mit dem Fußball aufzu

hören“, sagt Kanew nachdenklich. Wegen einer Speiseröhrenentzündung nahm die gebürtige Berlinerin zwischenzeitlich sogar 20 Kilo zu. Sie machte sich Gedanken, wie es mit ihrer sportlichen Entwicklung weitergehen sollte. Sie machte sich an der Greifswalder Uni schlau, was es so für Sportarten gebe. Irgendwie fiel ihr dabei die Sportart „Brazilian Jiu Jitsu“ ins Auge.

„Das klang spannend und interessant“, sagt Kanew, deren Augen zu glänzen beginnen. Sie redet ohne Punkt und Komma und geriet ins Schwärmen. „Ich habe mich sofort in diese Sportart verliebt.“

Eine Sportart, die auch „menschliches Schach“ genannt wird. Doch im Gegenteil zum Fußball ist Kanew ab sofort ganz alleine auf sich gestellt. Es gibt keine Mitspielerinnen mehr, die an ihrer Seite Fehler ausbügeln oder eben einfach nur da sind, wenn es bei ihr persönlich nicht so läuft. Nein, nun war die Studentin ganz alleine auf der Matte. „Der Teamsport ist zwar auch ganz toll, aber das Gefühl, allein verantwortlich dafür zu sein, ob man gewinnt oder verliert, ist eine ganz andere Hausnummer“, sagt Kanew, die sich rückblickend immer wieder für den Einzelsport entscheiden würde.

Wen wundert’s, wenn man einen Blick auf ihre Erfolgsbilanz wirft. Sie gewann in London die Winter-Open, wurde dänische und österreichische Meisterin, zudem ist sie vierfache Nord-Ostdeutsche Meisterin und sogar zweifache Europameisterin. „Da hängen sie“, spricht Kanew und zeigt zur gegenüber stehenden Wand. Jede Menge Medaillen hängen dort und zeigen, wie erfolgreich die Studentin in ihrer neuen Sportart mittlerweile ist. 15-mal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze. „Bei jedem Wettkampf habe ich irgendetwas gewonnen“, berichtet Kanew. Die Kampfsportlerin, die vor jedem Kampf jede Menge Herzklopfen verspürt, will jedoch noch mehr. „Mein Traum ist, eventuell in Amerika Profi-Kämpferin zu werden“, sagt Kanew. „Dort verdienen die Fighterinnen gutes Geld mit diesem Sport.“

Doch erst einmal steht ein Trainingslager auf Sardinien auf dem Plan und später, so hofft Kanew, eventuell ein Auslandssemester in den Staaten. Dann nämlich wäre sie der Erfüllung ihres Traumes schon ein kleines Stück näher.

Patrick Klinger

Mehr zum Thema

Im Finale setzt sich die Kreisliga-Mannschaft gegen Wolgaster Kreisoberligisten mit 4:3 durch

08.01.2018

Greifswalder Frauen und Männer spielten in der DDR-Liga

08.01.2018

Regionalliga-Basketballer verlieren Heimspiel gegen Potsdam mit 75:109

08.01.2018

HSV: 13.1. – Ludwigsfelder HC (A), 20.1. – HV GW Werder (A), 27.1. – VfV Spandau (H), 3.2. – Grünheider SV (A), 17.2. – SG Uni Greifswald/Loitz (H), 24.2. – Stralsunder HV (H), 3.3.

12.01.2018

Institut „Gerhard Katsch“ seit 25 Jahren mit Projekten im In- und Ausland erfolgreich

12.01.2018

Der Masterplan für das neue Viertel am Ryck steht: Ein Zentralbau könnte Verkehr, Paketdienste und mehr bündeln

12.01.2018